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Stadt Kiel will keine Fahrverbotsdebatte

Trotz Klage Stadt Kiel will keine Fahrverbotsdebatte

In der Landeshauptstadt ist eine heftige Debatte über ein drohendes Fahrverbot für Dieselfahrzeuge entbrannt. Während die Mehrheit der Ratsfraktionen und die Verwaltungsspitze Umweltzonen und ein Fahrverbot verhindern möchten, halten die Kieler Grünen diesen Schritt für „wohl unvermeidlich“.

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Droht am Theodor-Heuss-Ring ein Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge? Stadt und Land wollen diesen Schritt unbedingt verhindern.

Kiel.. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die mittlerweile ihre Klage gegen das Land abgeschickt hat, sieht kurzfristig keine andere Möglichkeit, um die Schadstoffbelastung zu senken. „Wenn die Autohersteller nicht einlenken, muss es auch in Kiel ein Fahrverbot geben“, sagte am Mittwoch DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch. Überlegungen, eine Umweltzone einzuführen oder eine Spur am Theodor-Heuss-Ring zu sperren und den Verkehr umzuleiten, stoßen in der Kieler Wirtschaft und in den sozialen Netzwerken auf starken Widerstand. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte dies selbst „gesundheitlich und wirtschaftlich unverhältnismäßig“ genannt.

Stadtsprecherin: Es werden keine Fahrverbote vorbereitet

Mit den Folgen eines Fahrverbots will sich die Stadt Kiel nach eigenen Angaben derzeit nicht beschäftigen. „Wir bemühen uns gemeinsam mit dem Land darum, der Klage den Wind aus den Segeln zu nehmen“, hieß es auf Anfrage. Andere Szenarien spielten in der Verwaltung derzeit keine Rolle. Es gebe nur einen Plan. „Und der heißt: Schadstoffbelastung senken, Fahrverbote vermeiden.“ Dafür rechnen Stadt und Land allerdings Verkehrsmodelle durch, „um zu untermauern, dass nach unserer Auffassung Fahrverbote unverhältnismäßig wären“. Der Umweltausschuss der Stadt wurde bereits informiert, dass die Folgen eines Fahrverbots für Diesel-Fahrzeuge mit Schadstoffklasse Euro V oder weniger in eine oder beide Richtungen des Theodor-Heuss-Rings geprüft werden, ebenso die Sperrung der rechten Fahrspur in Richtung Westen. Dabei gehe es um die „Auswirkung möglicher Ausweichverkehre hinsichtlich Schadstoff- und Lärmbelastung auf das übrige Stadtgebiet“, wie es in einer geschäftlichen Mitteilung heißt. Sprecherin Annette Wiese-Krukowska betonte, dass von Seiten der Verwaltung damit keine Fahrverbote vorbereitet werden. Eine Vollsperrung lehnt selbst Jürgen Resch ab. „Das würde die Funktionstüchtigkeit der Stadt einschränken.“

Unternehmen in Kiel sind besorgt

Äußerst besorgt zeigen sich unterdessen Unternehmen und Hoteliers in Kiel. Laut einer Blitzumfrage der IHK zu Kiel erwarten 85 Prozent der befragten Unternehmen Auswirkungen auf den Fuhrpark ihrer Lieferanten und dadurch Einschränkungen beim Warentransport, falls eine Umweltzone eingeführt wird.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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