25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
"Rahav" ist klar zur Übergabe

U-Boot für Israel "Rahav" ist klar zur Übergabe

Der Bundessicherheitsrat hat dem Wirtschaftsministerium und der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems grünes Licht zur Auslieferung eines weiteren U-Bootes nach Israel gegeben. Die Exportgenehmigung an Israel war nur eine von vielen Entscheidungen des geheim tagenden Gremiums in Berlin.

Voriger Artikel
Altenheim in Kiel stand in Flammen
Nächster Artikel
Verteidigungsminister besucht U-Boot-Werft

Das U-Boot "Rahav" wurde auf der Ostsee erprobt.

Quelle: Frank Behling (Archiv)

Kiel/Berlin. Das Gremium soll auch einen Lkw für Algerien und Werkzeugmaschinen zur Munitionsherstellung in Indien zum Export freigegeben haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

In den kommenden Tagen wird das fünfte von sechs U-Booten der „Dolphin“-Klasse in Kiel zur Übergabe an Israel vorbereitet. Das rund 500 Millionen Euro teure U-Boot wurde am 29. April 2013 auf den Namen „Rahav“ getauft. Es war zuvor unter der Baunummer 401 von ThyssenKrupp Marine Systems (HDW) in Kiel gebaut worden. Der Bau der Boote des Typs „Dolphin AIP“ wurde zu einem Drittel von der Bundesregierung mitfinanziert. Die Gelder dafür wurden im Einzelplan 60 des Bundeshaushalts eingestellt. Sie gehen nicht zu Lasten des deutschen Verteidigungshaushaltes.

Die „Rahav“ hat ihre Erprobung 2014 und Anfang 2015 in der Ostsee und im Skagerrak absolviert. Dafür hatte die Werft wochenlang einen Servicestützpunkt im dänischen Hafen Hirtshals eingerichtet. Im August 2014 erfolgte in Wilhelmshaven die abschließende magnetische Vermessung. Danach standen nur noch einige Tests und Ausrüstungen in Kiel auf dem Programm.

Marine hilft bei der Ausbildung

Die "Rahav" wird nach der Freigabe aus Berlin an der Werftpier in Kiel-Gaarden an Israel übergeben. Auf der Kieler Förde und in der Ostsee soll die israelische Besatzung die notwenige Praxis beim Betrieb des Bootes holen. Bei der Ausbildung werden die Soldaten von der Deutschen Marine unterstützt. Voraussichtlich im Sommer tritt das Boot dann seine Überführung nach Haifa an. Im September war bereits das erste Boot der Klasse, die „Tanin“, von Kiel nach Israel überführt worden. Es hat inzwischen seinen Dienst aufgenommen.

Die U-Boote der Kieler Werft TKMS ("Tanin" und "Rahav") gehören zur Klasse „Dolphin AIP“. AIP steht für Air Independent Propulsion. Damit ist der Antrieb mit einer außenluftunabhängigen Brennstoffzelle gemeint, die die Akkumulatoren und den Fahrmotor mit Strom versorgt. Mit einer Verdrängung von über 2400 Tonnen (getaucht) und einer Länge von 68,9 Metern sind es die größten je in Deutschland gebauten U-Boote. Die Bewaffnung besteht aus zehn Torpedorohren im Bug. Sechs Rohre haben den international gängigen Durchmesser von 533 Millimetern. Vier Torpedorohre haben jedoch den vergrößerten Durchmesser von 650 Millimeter. Angeblich sollen durch diese Rohre auch größere Flugkörper abgeschossen werden können. Es gibt aber bislang keine offiziellen Belege dafür, dass Israel Marschflugkörper mit nuklearen Sprengköpfen horizontal aus einem Torpedorohr abgeschossen hat.

Bei Thyssenkrupp Marine Systems befindet sich jetzt noch ein drittes Boot des Typs in der Fertigung für Israel. Es wurde 2012 bestellt und soll bis 2016 in Fahrt kommen. Die Exportgenehmigung für dieses Boot erfolgt zum Zeitpunkt der Übergabe. Außerdem baut die Kieler Werft noch U-Boote für Ägypten und Singapur sowie Fregatten für Algerien. Für Kolumbien werden zwei U-Boote modernisiert. 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr zum Artikel
Geplanter U-Boot-Kauf
Foto: Die Computergrafik zeigt das Modell eines U-Boots der Klasse 216.

Es geht um einen Rüstungsauftrag im Wert von 50 Milliarden australische Dollar: Australiens Verteidigungsminister Kevin Andrews will die für ihre U-Boote bekannte Werft TKMS in Kiel besuchen, die sich um den Auftrag gegen internationale Konkurrenz bemüht.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr