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Die Klappe ist ein Durchbruch

UKSH Die Klappe ist ein Durchbruch

Es ist ein Fortschritt für Patienten mit schweren Herzerkrankungen: Einer Forschergruppe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel um Prof. Georg Lutter ist es gelungen, einen Klappenstent zu entwickeln, der besonders schonend eingesetzt werden kann.

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Eine Herz-Operation ist für die Teams des Uniklinikums eine Herausforderung. Der neue Klappenstent kann am schlagenden Herzen mit einem Katheter eingeführt werden. Bisher wurden mit diesem Verfahren weltweit 27 Herzklappen in London, Sydney, Brisbane, Minneapolis, Chicago, Denver und Oslo eingesetzt.

Quelle: Maurizio Gambarini/dpa

Kiel. Wie das Klinikum erklärte, wird er minimalinvasiv (nur mit einem kleinen Schnitt zwischen zwei Rippen) in den Herzmuskel geführt. Der Einsatz der Herz-Lungenmaschine ist dabei nicht mehr notwendig. Nach Angaben des UKSH ist dieser Klappenstent der erste, der am schlagenden Herzen mit Hilfe eines Katheters in die Mitralposition eingeführt werden kann. Bisher wurde mit diesem Verfahren weltweit 27 Herzklappen in London, Sydney, Brisbane, Minneapolis, Chicago, Denver und Oslo implantiert. Bei dem ersten Einsatz in Sydney unterstützte Prof. Georg Lutter die australischen Kollegen bei der Operation.

Bereits im Februar 2013 konnte das Team um Prof. Lutter (Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des UKSH) und seinem Partner, Prof. Lucian Lozonschi (Universität von Wisconsin/USA) erfolgreich einen Patienten in Amerika mit der von ihnen entwickelte Katheterherzklappe (Klappenstent) bei undichter Mitralklappe ohne den Einsatz der Herz-Lungenmaschine versorgen, hieß es in einer Mitteilung.

Die Belastung sinkt auf mehreren Ebenen

Die neuen Katheterverfahren für Herzklappen seien bisher auf den Ersatz der Hauptschlagaderklappe der Aorta (Aortenklappe) und der Lungenschlagader-Klappe (Pulmonalklappe) begrenzt. Der Klappenersatz mittels Katheter komme vorrangig dann zum Einsatz, wenn bei Patienten aufgrund schwerer Nebenerkrankungen der Einsatz einer Herz-Lungenmaschine nicht vertretbar sei, erklärte das Ärzteteam. Üblicherweise würden in der Herzchirurgie defekte Herzklappen durch chirurgische Eingriffe ersetzt oder rekonstruiert. Dabei werde der Patient mit einer Herz-Lungenmaschine versorgt und der Brustkorb ganz oder zu einem Teil geöffnet wird. Seit sieben Jahren könnten in bestimmten Situationen neue Aortenklappen mit Hilfe eines minimal-invasiven Katheterverfahrens eingesetzt werden. Diese Entwicklung sei ein großen Fortschritt für Patienten mit einer Aortenstenose oder Aorteninsuffizienz: Da für den Katheterzugang nur ein kleiner Schnitt im Leistenbereich oder im Brustkorbbereich nötig sei, werde die OP-Zeit deutlich reduziert. Gleichzeitig sinke die körperliche Belastung des Patienten erheblich.

Die Herausforderung für die Mediziner: Die Mitralklappe ist sehr beweglich und befindet sich zwischen zwei Herzkammern, erklärt Prof. Lutter, der den Forschungslehrstuhl für Experimentelle Herzchirurgie und Klappenersatz an der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie leitet. „Dort gibt es eine starke Muskelbewegung und eine große Strömung, sodass die neue Mitralklappe, die auch mit dem Herzkatheter über einen kleinen Brustkorbschnitt unterhalb der linken Brust eingesetzt wird, einen guten Halt finden muss.“

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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