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Hier entsteht die Medizin der Zukunft

CAU Kiel Hier entsteht die Medizin der Zukunft

Die Zukunft der Kieler Medizinforschung ist gelb. Unter dem Titel „Mehr moderne Medizin am Meer“ präsentierte die CAU Kiel die Pläne für drei gelbe Backstein-Neubauten auf dem Klinikumsgelände. 

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Dekan Ulrich Stephani, Direktor der Neuropädiatrie, und Universitätspräsident Lutz Kipp (rechts) besichtigten das Baufeld für den ersten Forschungsneubau.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Noch in diesem Monat fällt der Startschuss für das erste 27 Millionen Euro teure Forschungsgebäude an der Feldstraße, das im Oktober 2019 fertig sein soll. Die Universität sieht eine Zeitenwende für Wissenschaftler und Studierende der Medizin.

 Für Prof. Lutz Kipp, Präsident der Kieler Universität, steht mit dem baulichen Masterplan ein gewaltiger Fortschritt für Forschung und Lehre an. Prof. Ulrich Stephani, Dekan der Medizinischen Fakultät, sprach sogar von der Vision der Zukunft: Auf 14500 Quadratmetern entstehen demnach in den nächsten Jahren bis 2023 Labore und Hörsäle auf dem neuesten Stand der Technik, die flexibel und modular genutzt werden können. „Es soll keine Fürstentümer von der selbstherrlichen Professorenwarte aus mehr geben“, erklärte der Dekan und kritisierte die bisherige Praxis, Laborflächen an lange zurückliegende Berufungszusagen zu koppeln statt an die sich ständig verändernden Anforderungen von Forschung.

 Bisher herrscht auf dem Klinikgelände unübersehbar ein verwirrendes Flickwerk an unterschiedlich hohen, völlig unterschiedlichen und verstreut liegenden Gebäuden. Dass angehende Ärzte hier keinen richtigen Campus, der ein „Wir-Gefühl“ vermitteln könnte, vorfinden, räumten Stephani und Prodekan Prof. Christoph Röcken unumwunden ein. Bisher habe fast jede Klinik ihren eigenen Hörsaal. Auch hier ist laut Stephani ein Umdenken nötig: Künftig wird man, gleich welchem Institut man angehört, Hörsäle je nach Bedarf buchen müssen.

 Mit den Forschungsneubauten und dem Studiencampus inklusive Hörsälen (Bau geplant von 2020 bis 2023) soll sich nicht nur die Funktionalität gründlich ändern. Forschung und Lehre sollen ein neues Zentrum bekommen. Bei der gemeinsamen Planung zwischen Universität, Stadt, Land, Klinikum und Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GM.SH) waren auch die Studierenden eingebunden. Zusammen mit dem Gebäude der Inneren Medizin bilden die zwei Forschungseinheiten und ein Hörsaalgebäude als Studiencampus laut Plan optisch eine Einheit, die sich mit Formen und Farben von den Gebäuden der Klinikversorgung abgrenzt. Identitätsstiftend sei dabei das gelbe Gebäude der Inneren Medizin gewesen. Der bauliche Masterplan für Forschung und Lehre, berichteten die Fakultätsvertreter, wird derzeit in einem städtebaulichen Vertrag mit der Landeshauptstadt fixiert.

 Doch vor dem Fortschritt stellen schon die vielfältigen, zum Teil gleichzeitig laufenden Baumaßnahmen samt Abrissen und Provisorien alle auf eine harte Geduldsprobe. Mitarbeiter, Patienten, Besucher und Anwohner müssen noch länger damit leben, dass inmitten Kiels ein neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft wird. Der Forschungs- und Lehrcampus ist ein wichtiger Teil davon. Ist er fertig, erhofft sich Röcken ein Areal, das offen für die Bürger ist, mit durchlässigen, hintereinanderliegenden Gebäudeteilen, die Fußgängern und Radlern die Durchquerung erlauben. Der erste Forschungsbau gegenüber dem Karl-Lennert-Krebszentrum präsentiert seine Labore demnach zur Feldstraße hin hinter Glas und soll sogar Landesgeschichte schreiben. Es sei das erste Gebäude des Landes, das nach 46 Steckbriefen ein besonderes Gütesiegel für Nachhaltigkeit erhalten soll, erklärte Sven Thomas-Woyton, Projektmanager Klinikbau der GM.SH. Als Lebensdauer veranschlagt er für das Laborgebäude 50 Jahre.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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