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Krebshilfe macht Modernisierung möglich

UKSH Kiel Krebshilfe macht Modernisierung möglich

Die Fassade des heute denkmalgeschützten Backsteingebäudes hat sich in den vergangenen 100 Jahren so gut wie nicht verändert. Doch das Innenleben des Instituts für Pathologie auf dem Campus Kiel des Uniklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) präsentiert sich nahezu im neuen Gewand.

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Am Uniklinikum wurde die Sektion für Kinderpathologie im dritten Obergeschoss des 1905 gebauten und heute unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes modernisiert.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Jetzt wurden Renovierung und Neugestaltung der Sektion für Kinderpathologie abgeschlossen. Die eine Million Euro teuren Umbauten waren Teil einer Förderzusage der Deutschen Krebshilfe in Höhe von insgesamt 2,36 Millionen Euro. Die Förderung ermöglicht zudem die Anschaffung technischer Geräte und die Finanzierung einer Wissenschaftler- und MTA-Stelle für jeweils fünf Jahre.

 Die fertigen Baupläne lagen schon 2002 in der Schublade. Professor Dieter Harms, Leiter der Sektion für Kinderpathologie, in dessen Amtszeit 1977 das Kinder-Tumorregister in Kiel gegründet wurde, hatte schon damals die Notwendigkeit der Modernisierung der im dritten Obergeschoss beheimateten Sektion gesehen. Es fehlte aber das Geld. Professor Ivo Leuschner, seit 2007 Harms-Nachfolger, griff das Vorhaben wieder auf. Die Kinderpathologie hatte eine große Bedeutung für die Erforschung und Behandlung von Kinderkrebserkrankungen erlangt, die weit über die Grenzen Deutschlands hinausreicht.

 So ist das Kieler Kinder-Tumorregister die einzige Einrichtung in Deutschland, in der krankhafte Veränderungen in Geweben von Kindern untersucht und registriert werden. 1800 Kinder erkranken jährlich in Deutschland an einem Krebsleiden. Alle Gewebeproben würden, so erläuterte Professor Leuschner, in der Kieler Kinderpathologie untersucht. Erst wenn die Diagnose gestellt sei, würden die Kinderonkologen ihre jungen Patienten behandeln.

 Das Kinder-Tumorregister ist zudem als Referenzzentrum für die Diagnosen von kindlichen Krebserkrankungen an den meisten Behandlungsstudien in Deutschland beteiligt und genießt weltweit einen exzellenten Ruf. Ungefähr 60 000 Gewebeproben von Kindern wurden seit den 70er-Jahren beurteilt und für wissenschaftliche Zwecke im Keller des Gebäudes archiviert. „Das ist ein wahrer Schatz“, sagt Professor Leuschner. Durch die Förderung der Deutschen Krebshilfe sowie anderer Unterstützer und Spender werde die Kontinuität des Kinder-Tumorregisters für die Zukunft gewährleistet. Vor allem werde die Forschungsaktivität gesichert und der Onkologie-Schwerpunkt des UKSH sowie der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität (CAU) bereichert.

 Professor Jens Scholz bezeichnete es als „Auszeichnung“, eine Drittmittelförderung durch die Deutsche Krebshilfe in dieser Höhe zu erhalten. Darauf, so der UKSH-Vorstandsvorsitzende, sei man stolz. Nach dem Planungsbeginn 2012 sei es eine technische und logistische Meisterleistung gewesen, die Modernisierung bei laufendem Betrieb zu schaffen.

 Im dritten Obergeschoss wurden auf einer Gesamtfläche von 570 Quadratmetern der Laborbereich sowie Büro- und Funktionsräume umgebaut. Dafür wurden, so Projektleiter Matthias Pagel vom Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, 700 000 Euro für Bau- und 300 000 Euro für Baunebenkosten von den Fördergeldern der Deutschen Krebshilfe verwendet. An der Baumaßnahme hatten sich auch das UKSH und die Medizinische Fakultät der CAU mit jeweils 100 000 Euro beteiligt. Die weiteren Fördergelder stehen für die Ausrüstung der Räume mit Geräten wie zum Beispiel modernsten Mikroskopen sowie die Finanzierung der Stellen zur Verfügung.

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