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Mehr Platz für die Intensivstation

UKSH Mehr Platz für die Intensivstation

Sie gehören fast schon zum Stadtbild. Am Donnerstag wurden mit schweren Lastwagen und Polizeibegleitung weitere Module für die Interimsbauten auf dem Kieler Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) angeliefert – dieses Mal für den Erweiterungsbau der Intensivstation für Innere Medizin I und III.

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Passgenau wurden am Donnerstag weitere Elemente für den Modulbau eingefügt, den die Intensivstation ab April fünf Jahre lang nutzen soll.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Die Intensivstation ist nach Leukämiestation, Zentrallabor und Frauenklinik der vierte Klinik-Teil, der vorübergehend Container nutzen wird. Allerdings voraussichtlich erst ab April, wenn alle 23 Module angeliefert und fertig aufgebaut sind. „Mit dem Modulbau setzen wir das zentrale Element unseres Maßnahmenpakets um“, sagte Sozial- und Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD).

 Anfang vergangenen Jahres hatte die Landesregierung ein Maßnahmenpaket zur Eindämmung von multiresistenten Keimen beschlossen. Anlass war die Übertragung des gegen alle Antibiotika resistenten MRGN-Keims Acinetobacter baumannii von einem Notfallpatienten auf 30 weitere Patienten im Dezember 2014. „Wenn die Interims-Intensivstation ihre Arbeit aufnimmt, verfügt das UKSH über die notwendigen Kapazitäten, künftigen Notfällen gewachsen zu sein“, sagte die Ministerin. Im Erweiterungsbau, für den sich die Kosten auf 7,9 Millionen Euro belaufen und vom Land getragen werden, ist Platz für zwölf Einzelzimmer. Auch in der bestehenden Intensivstation gibt es nach der Keim-Krise nur noch Zwei- oder Einbettzimmer, sodass künftig 24 Betten in 16 Einzel- und vier Doppelzimmern zur Verfügung stehen.

 „Wir sind froh, dass hier ein Notstand vorübergehend gemildert wird“, sagte Prof. Ulrich Stephani, Dekan der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Der Patient, der als Herd des Ausbruchs vor gut einem Jahr gilt, hatte auf der internistischen Intensivstation in einem Dreibettzimmer gelegen, weil alle vier Einzelzimmer belegt waren. „Jetzt sind ausreichend Kapazitäten vorhanden, auch in Notfallsituationen Patienten mit Infektionsrisiko zu isolieren“, sagte Prof. Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin I. Auch sein Kollege Prof. Norbert Frey, Direktor der Klinik für Innere Medizin III, begrüßte die Interimslösung: „Die moderne Infrastruktur der Module verkürzt die Wege. Sie sehen von innen auch nicht provisorisch aus. Für Patienten und Ärzte ist kein Unterschied zu einem anderen Gebäude sichtbar.“

 Der Ergänzungsbau, der im Innenhof der Gebäude für Innere Medizin I und III entsteht, steht auf Betonstelzen und wird nach der Fertigstellung über zwei Stockwerke verfügen und mit dem bestehenden Gebäude im Erdgeschoss verbunden sein. Verglichen mit den Modulbauten für die anderen Klinikteile sind die Räume, die in den Containern der Intensivstation entstehen, größer. „Das ist wichtig, damit genug Platz für die Beatmungsgeräte und anderes technisches Equipment ist“, erklärte Frey.

 Hans-Adolf Bilzhause, Geschäftsführer des für die Baumaßnahmen zuständigen Gebäudemanagements Schleswig-Holstein, zeigte sich „erstaunt“, dass die Arbeiten plangemäß verlaufen. Schließlich hatte es zu Beginn einige Überraschungen im Boden gegeben. Die Arbeiter fanden Fundamentreste, mussten Elektrokabel-Trassen umlegen und einen 15 Meter tiefen Schacht von zweieinhalb Metern Durchmesser sichern, der nicht dokumentiert war und vermutlich aus der Vorkriegszeit stammt. „Er war die größte Herausforderung, konnte aber gesichert und überbaut werden“, sagte Bilzhause.

 Fünf Jahre lang soll der Erweiterungsbau genutzt werden. Dann soll die Intensivstation ins Zentralklinikum umziehen, das zurzeit im Rahmen des baulichen Masterplans entsteht.

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