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Kommt ein Krankenhaus geflogen

UKSH-Modulbau Kommt ein Krankenhaus geflogen

Ein leiser „Glückwunsch“ war aus den Reihen der Ingenieure und Bauarbeiter zu hören, als am Freitag um 11.15 Uhr der erste Container vom Tieflader abhob und sauber an einem der alten Klinikgebäude entlang nach rechts schwebte. Der Interimsbau der Frauenklinik am UKSH soll noch vor Weihnachten stehen.

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Bis zu 20 Tonnen wiegt ein Modul, das mit dem Kran auf seinen Platz bugsiert werden muss.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Man musste den Kopf weit in den Nacken legen, um die Spitze des 500-Tonnen-Spezialkrans zu sehen, der noch den nahen Turm der UKSH-Zahnkliniken überragte.

Unterstützt von zwei Männern am Boden, die die an zwei Ecken des fliegenden Moduls befestigten Sicherungsleinen hielten, setzte der Kranführer seine tonnenschwere Fracht exakt an die vormarkierte Position an der Wand der alten Frauenklinik.

 Damit stand das um vier Uhr morgens angelieferte Treppenhaus des Interimsbaus der Frauenklinik auf der Gründungsebene. Noch vor Weihnachten soll dieser Bau fertig sein, mit Erdgeschoss und zwei Obergeschossen, in denen unter anderem die Neugeborenen-Intensivstation, die Wöchnerinnenstation und die Schwangeren-Ambulanz Platz finden. OPs bleiben im Altbau.

Hier finden Sie Fotos vom Modulbau der Frauenklinik am UKSH.

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 56 Module sind es insgesamt. Jedes einzelne – bis zu 20 Tonnen schwer, 17 Meter lang und vier Meter breit – wird mit dem Tieflader über die vor wenigen Tagen dafür hergerichtete Hegewischstraße am Zoologischen Museum vorbei den Hügel hochgefahren und auf der Rückseite von Kunsthalle und Augenklinik an den Haken genommen.

 „Vom Anhängen des Moduls, bis es an seinem Platz steht, dauert es ungefähr eine Stunde“, erklärt Diplom-Ingeneur Markus Gottwald, Leiter des Teilprojekts Frauenklinik innerhalb der ARGE-UKSH. Maximal werden acht Module am Tag montiert, sodass das Übergangsgebäude voraussichtlich noch vor Weihnachten stehen wird und Anfang des Jahres in Betrieb gehen könnte.

"Nicht von der Stange"

 Im Innern ist sowieso schon fast alles fertig. „Die Module sind zu 90 Prozent vorgefertigt“, sagt Gottwald. „Zum Beispiel in der Mitte ein Flur, links und rechts Patientenzimmer, hier vor Ort werden nur noch die Möbel eingebaut. Auch elektrisch ist alles vorinstalliert. Die Container werden mit einer überdimensionalen Lüsterklemme verbunden und an die Haustechnik angeschlossen.“ Die Ausstattung sei „nicht von der Stange“.

 Sie wurde anhand der Planunterlagen in Kiel festgelegt. Dann gab es noch eine Ortsbegehung der Einzelmodule beim Hersteller Cadolto in Cadolzburg bei Nürnberg.

 Von dort wurden die ersten acht am Mittwoch auf die Reise geschickt. Die Schwertransporter fahren immer nachts, pausieren in Nordhessen oder Süd-Niedersachsen und erreichen Kiel in den frühen Morgenstunden. Auch heute werden die Tieflader in einer Reihe am Düsternbrooker Weg zwischen Schwanenweg und Landeshaus stehen.

 Nach einer Pause am Sonntag und Montag geht es am Dienstagmorgen weiter. Immer einer der Lkw fährt nach der Ankunft in Kiel direkt die Hegewischstraße hoch, während die anderen sieben die Parkposition einnehmen.

 Da direkt an der schmalen, sonst fast nur von Pkw und Fußgängern genutzten Hegewischstraße die alten Gebäude der Pharmazie- und Medizinhistorischen Sammlung, des Zoologischen Museums und der Augenklinik stehen, werden aktuell Erschütterungsmessungen per Livestream an den zuständigen Gutachter übermittelt. Gottwald ist zuversichtlich: „Es ist kein schwieriger Boden.“

 Eine Ruhestörung für Patienten sei nicht zu befürchten, sagte eine UKSH-Sprecherin. Die Bettenstation der Klinik für Gynäkologie befindet sich im Fördeflügel, und auch die Bettenstationen der Augenklinik liegen auf der der Baustelle abgewandten Seite. Sichergestellt sei zudem, dass in den chirurgischen Bereichen während der Baumaßnahmen alle weiterhin mit ruhiger Hand operieren könnten.

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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