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Lektionen in Selbstbehauptung für die ganze Schule

Übergriffe im Stadtteil Lektionen in Selbstbehauptung für die ganze Schule

Schwere sexuelle Übergriffe gegen Kinder gab es zu Jahresbeginn in Gaarden. Einer davon nahm seinen Ausgang direkt auf dem Hof der Hans-Christian-Andersen-Stadtteilschule. Nun sollen sich die Grundschulkinder noch besser gegen solche Gefährdungen wappnen.

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Georges Papaspyratos von der TuS Gaarden, Jule Schwarz und Elisabeth Rauno von der Kampfsportschule „Fit and Fight“ sowie Karate- und Kindertrainer Ralf Ide (v.li.) sind für die Inhalte des Selbstbehauptungstrainings für die Schulkinder verantwortlich.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung, Selbstverteidigung: Um diese drei Schlüsselwörter dreht sich laut Tina Kliemann vom Sportpark Gaarden ein Programm, das nach den Sommerferien beginnt und über zehn Wochen hinweg den Kindern täglich auf verschiedene Weise das entsprechende Rüstzeug vermitteln soll. Dazu hat sich der Sportpark mehrere Partner an Bord geholt. Mit dabei ist die TuS Gaarden, die laut Ringer-Abteilungsleiter Georges Papaspyratos einen kindgerechten Mix aus Elementen von Ringen, Boxen und Taekwondo aufbereitet hat.

 Die Kieler Kampfsportschule „Fit and Fight“ lehrt im Alltag Thaiboxen und andere japanische Kampfsportarten, stellt im Programm für Gaarden aber vor allem das Thema Selbstbehauptung in den Vordergrund. Seine Umgebung mit offenen Augen wahrnehmen, innere Stärke allein schon durch die eigene Körperhaltung vermitteln – das sind „ganz wichtige Themen“, sagt Jule Schwarz, die zusammen mit ihrer Kollegin Elisabeth Rauno ebenfalls dabei ist.

 Ebenfalls Unterstützung erteilt Ralf Ide, alterfahrener Kampfsportler, Erziehungswissenschaftler, Aktiver im Karateverband Schleswig-Holstein und Begründer des deutschlandweit ersten Kinder-Sicherheitstrainings Ki-do. Ki-do bedeutet nach seinen Worten sowohl Weg der Kinder als auch Weg der geistigen Kraft. „Der Ansatz ist pädagogisch-psychologisch, frei von billigen Hau-drauf-Techniken und setzt an bei der Ich-Stärkung sowie der Stärkung des Wir-Gefühls an“, erläutert Ide. Entwickelt hat er das Programm, nachdem sich im Jahr 1992 sein eigener Sohn Übergriffen ausgesetzt sah.

 Realisiert wird das Programm unter Regie der Stiftung Drachensee, die für die Freizeitbetreuung an der Gaardener Ganztagsschule verantwortlich ist. Nach Auskunft von Benita Leyer und Björn Lohse werden die Selbstbehauptungsstunden meist zwischen 15 und 16 Uhr und je nach Wetter und Disziplin im Sportpark oder in der Coventryhalle angeboten. Los geht es am Montag, 19. September. Nach den Herbstferien geht es danach weiter bis zum 12. Dezember.

 Alle Beteiligten hoffen, dass die Grundschüler in möglichst großer Zahl an diesem Programm teilnehmen. Was ohne Überzeugungsarbeit kaum funktionieren kann, denn das Angebot gehört zum Freizeitbereich, in dem die Kinder unter verschiedenen Betätigungsmöglichkeiten wählen können.

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