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Polizeistation Friedrichsort überraschend geschlossen

Bauarbeiten ab sofort Polizeistation Friedrichsort überraschend geschlossen

Empörung bei der Polizei in Kiel: Fluchtartig mussten die Beamten im Stadtteil Friedrichsort am Mittwoch ihr Revier verlassen. Schuld sind Bauarbeiten an dem Gebäude, über die das Wohnungsbau-Unternehmen die Behörde allerdings nicht informiert hatte.

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Polizeikommissar Rainer Bannick zeigt wo kurz zuvor noch die Folien gegen den Staub gespannt waren.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. „Bis auf weiteres muss unsere Station leider geschlossen bleiben, da der Dienstbetrieb schlichtweg nicht möglich ist“, sagt Matthias Arends von der Polizeidirektion Kiel.

Seit einigen Wochen wird das Mehrfamilienhaus in der Fritz-Reuter-Straße, in dem auch die Polizei-Station beheimatet ist, umfangreich saniert. Grundsätzlich eine begrüßenswerte Maßnahme, finden auch die zehn Polizisten, die auf dem Revier Dienst schieben. Unzumutbar sind allerdings die Staub- und Lärmbelästigungen, denen die Beamten ausgesetzt sind. „Bereits Ende Juni musste die Station kurzfristig schließen, da aufgrund der Beeinträchtigungen ein Dienstbetrieb nicht möglich war“, sagt Arends. Damals waren Balkone an dem Gebäude abgebrochen worden. „Uns war es nicht möglich gewesen, die Öffentlichkeit rechtzeitig zu informieren, da die Arbeiten unangekündigt durchgeführt wurden“, so der Behördensprecher.

Das dem ärgerlichen Vorfall hatte die Polizei mit dem Vermieter, der Hausverwaltung KWG, vereinbart, bei weiteren Baumaßnahmen rechtzeitig informiert zu werden. Funktioniert hat es ganz offenkundig nicht: Seit Montag finden erneut umfangreiche Arbeiten an dem Haus statt. „Den Kollegen kann auch aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen die Arbeit auf der Dienststelle nicht weiter zugemutet werden“, sagt Arends. Zentimeterdick liegt der Staub auf Schreibtischen und Regalen. Selbst die Bauarbeiter arbeiten in Schutzanzügen und mit Atemmasken.

Montag und Dienstag machten die Friedrichsorter Polizisten gute Miene zum bösen Spiel, am Mittwochvormittag war ein Kollege des Arbeitsschutzes vor Ort und schlug Alarm. Am Mittag setzten sich kurzfristig die Direktionsleitung und die betroffenen Beamten zusammen. Das Ergebnis: Der Dienstbetrieb wird bis auf weiteres eingestellt. „Die Beamten werden ab Donnerstagmorgen ihren Dienst von den Polizeistationen Schilksee und Holtenau aus versehen“, so Arends. Telefonisch ist das Revier weiter unter der Rufnummer 0431/160 1172 erreichbar. Vor gewaltige Herausforderungen stellt die Kieler Polizei die Frage, was mit den Akten und den Dienstrechnern passieren soll. Diese dürfen nicht unbeaufsichtigt bleiben.

„Ich bin sauer über die mangelnde Kooperation des Vermieters. So geht man nicht mit Mietern um“, sagt Frank Matthiesen, stellvertretender Polizei-Chef von Kiel. Nach Informationen von KN-Online prüft die Polizei rechtliche Schritte gegen die Hausverwaltung. Für eine Stellungnahme war das Unternehmen am Mittwoch nicht erreichbar. 

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Polizei-Wache Friedrichsort
Foto: Hier mag die Polizei nicht  mehr arbeiten: Das Gebäude in der Fritz-Reuter-Straße wird derzeit umfassend modernisiert.

Die Irritationen zwischen der Kieler Polizei und der Wohnungsbaugesellschaft KWG um die Bauarbeiten am und im Gebäude der Wache im Kieler Stadtteil Friedrichsort sind möglicherweise in Kürze ausgeräumt. Am Donnerstag gab es telefonisch ein „konstruktives Gespräch".

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