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Kämpfer macht sich für Flughafen stark

Politische Debatte Kämpfer macht sich für Flughafen stark

Der Kieler Flughafen befindet sich nach Einschätzung von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer wirtschaftlich wieder im Aufwind. „Deshalb sollte man seine Existenz nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, erklärt der Verwaltungschef, der erstmals ein klares Bekenntnis zum Erhalt des umstrittenen Airports abgibt.

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Ulf Kämpfer spricht sich für den Kieler Flughafen aus.

Quelle: Frank Behling (Archiv)

Kiel. SPD-Mann Ulf Kämpfer geht damit auf Gegenkurs zu den Kieler Grünen, die das Areal in Holtenau mit Wohnungen bebauen wollen. Die politische Debatte zwischen den Partnern im Kieler Rathaus ist damit erneut entfacht. Anlass ist ein Artikel in der „Grünen Zeitung“: Darin beurteilen die Kieler Bau- und Wohnungspolitiker Arne Stenger und Arne Langniß das Gelände als „110 Hektar allerbestes Bauland für mindestens 1100 Wohneinheiten“, dazu geringe Altlasten und eine hervorragende Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. Die Grünen, die seit Jahren die Schließung des von der Stadt subventionierten Flughafens fordern, fühlen sich nach dem Olympia-Aus und durch den zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt in ihrer Position gestärkt. Fraktionschefin Lydia Rudow verweist zwar auf den Kooperationsvertrag mit SPD und SSW, wonach erst nach Vorlage eines Gutachtens über die Zukunft des Geländes entschieden werden soll. Doch die Zeit bis dahin solle man zur Diskussion nutzen. Laut Kämpfer soll das Gutachten im ersten Halbjahr 2016 fertig sein.

 Auch der Kieler SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Traulsen bezieht Position. Für ihn bietet der Landeplatz nach wie vor Zukunftspotenzial. Der jährliche Zuschuss des Flughafens, für dessen Betrieb seit 2011 die Hafengesellschaft zuständig ist, liege mit etwa 500000 Euro bereits um rund 100000 Euro niedriger als 2014. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Flüge für Universitätsklinikum, Werften und Privatkunden weiter zu. 2014 lag die Zahl der Flugbewegungen (Starts und Landungen) bei über 15000. „Das, was er derzeit leistet, hat sich gut bewährt“, sagt auch Kämpfer. Der Oberbürgermeister warnt: Wenn der Flughafen einmal aufgelöst sei, „war es das“. Rückenwind bekommt er aus der Wirtschaft, die sich zusammen mit den Gewerkschaften für einen Gewerbepark mit Landebahn stark macht. Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Kiel, ruft dazu auf, endlich für Planungssicherheit zu sorgen. Die Unternehmen setzten weiter auf die Erreichbarkeit Kiels aus der Luft.

 Für Turbulenzen sorgt auch die Insolvenz des Lübecker Flughafens. Der Betrieb soll mindestens bis Ende Februar 2016 aufrechterhalten werden. Das eröffne die Möglichkeit, den Flughafen auch noch im Januar an einen neuen Betreiber zu verkaufen, sagte Insolvenzverwalter Klaus Pannen. Um die Ausgaben zu senken, wurde einem Viertel der zuletzt noch 76 Mitarbeiter gekündigt. Der Flughafen hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem der chinesische Eigentümer Yonqiang Chen den Geldhahn zugedreht hatte.

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