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Und wer soll Dein Herzblatt sein?

OB-Kandidaten stellen sich vor Und wer soll Dein Herzblatt sein?

Angekündigt als Kennenlern-Gespräch der vier SPD-Kandidaten Thomas Engel, Susanne Gaschke, Jan Christian Kaack (parteilos) und Manuela Söller-Winkler für das Amt des Oberbürgermeisters, erinnerte das Treffen im Bowling Treff eher an eine Castingshow. „Kiels nächster OB“, welcher Bewerber kommt am 11. August ins Finale?

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Das Rennen blieb bei der Präsentation in der Wik offen: die OB-Kandidaten Manuela Söller-Winkler, Jan Christian Kaack, Thomas Engel und Susanne Gaschke (von links) stellten sich vor.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Rund 50 Gäste drängten sich in den schmalen Raum, in dem der SPD-Ortsverein Kiel-Wik normalerweise zu sechst tagt. 15 Minuten hatte jeder Kandidat zur Verfügung, von sich überzeugend zu erzählen. Es gab Gemeinsamkeiten bei den zwei Beamten, der Redakteurin und dem Kapitän zur See: Alle beschrieben ihre Liebe zu Kiel, trauen sich auf jeden Fall das Amt zu, nur eben jeder auf seine eigene Art und Weise.

Für die Kieler SPD steckt die Suche nach Oberbürgermeister-Kandidaten voller Überraschungen. Zum ersten Mal treten mit Susanne Gaschke und Manuela Söller-Winkler zwei Frauen gegeneinander an. Es wird spannend am 11. August, wenn die Partei ihre Kandidatin kürt.

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Den Start machte Thomas Engel: Der 54-Jährige ist Leitender Beamter im Ministerium für Bildung und Wissenschaft, wohnt mit Frau und zwei Kindern in Suchsdorf. Privates möchte er nicht ausplaudern, nur so viel: Er wuchs in Gaarden auf, der Großvater war Möbelpacker. Als langjähriger Sozialdemokrat möchte er Kiel wieder zu der roten Hochburg machen, die Kiel mal war. Sein Ziel als Oberbürgermeister mit Verwaltungshintergrund: Eine Verwaltung mit 4500 Mitarbeitern muss und will geführt werden, eine solche Kompetenz, könne man erwerben, aber nicht innerhalb von drei Monaten.

Eine kleine Spitze, die „Zeit“-Redakteurin Dr. Susanne Gaschke galt. Die 45-jährige Mutter einer Tochter und Buchautorin werde häufig gefragt, warum sie einen so tollen Job aufgeben und sich ein Amt wie das der OB „antun“ wolle. Ihre Antwort: Sie sei immer schon ein politischer Mensch gewesen, sie könne Politik, und Kommunikation könne sie auch. In den letzten sechs Wochen habe sie viel gelernt. Auch, dass man sich als OB-Kandidatin in Shorts auf der Holtenauer Straße zu leicht bekleidet fühlen kann.

Kandidat 3: Jan Christian Kaack, 49 Jahre, lebt mit Frau und den drei Kindern in Dänischenhagen. Von einem Zuhörer wird der Soldat aufgefordert, „seine Kommando-Stimme zu nutzen“. Doch Kaack bleibt stimmlich eher sanft, erzählt von seinen Hobbys: früher Pfadfinder, heute Laufen, Segeln und Bergsteigen. Noch habe er nicht zu jedem Problem eine Lösung, aber er werde sich noch intensiv mit Kiels Themen beschäftigen. „Ich kann schlecht für mich werben, komme lieber auf den Punkt“, sagt er und wünscht sich eine innovative, quirlige Verwaltung. „Ich kann große Organisationen führen und Menschen wachsen lassen“, betont er.

Manuela Söller-Winkler (50) hat in Bayern Jura studiert, vor 23 Jahren kam sie nach Kiel, ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und wohnt in Molfsee. Die Leitende Beamtin im Innenministerium möchte als Oberbürgermeisterin gestaltend Verantwortung übernehmen, viel anpacken, politische Anregungen von den Bürgern sammeln, im Internet veröffentlichen und diskutieren. Eine Verwaltung zu leiten, hätte auch viel mit Menschen und Zielen zu tun, die politische Vernetzung sei ihre große Leidenschaft.

Bei den Gästen kamen alle vier gut an, keiner mochte sich wirklich für einen Kandidaten entscheiden. „Alle sind offen und ehrlich rüber gekommen“, fand Andreas Arend. Sigrid Languth weiß jetzt schon, dass sie sich für eine Kandidatin entscheiden wird, und Heidi Möller war von den beiden Herren positiv überrascht. Nun stehen aber weitere Termine auf dem Plan, die SPD-Kandidaten kennenzulernen, um sich dann am 11. August zu entscheiden. Wer dann letztlich Oberbürgermeister wird, das entscheiden die Kieler am 28. Oktober.

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Karina Dreyer

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