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Wohin mit den Flüchtlingen?

Kiel Wohin mit den Flüchtlingen?

So viel steht zumindest fest: Kiel bekommt ab September 2016 eine Erstaufnahmeeinrichtung für rund 600 Flüchtlinge auf dem Uni-Campus. Unklar ist hingegen, wo diese Menschen bis zur Fertigstellung der Einrichtung in einem Provisorium unterkommen sollen.

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Thiemo Lüeße (SPD): Das Land will so heiße Diskussionen wie in Lübeck gerne vermeiden.

Quelle: Beate König

Kiel. Drei Standorte sind dafür im Gespräch, doch Stadt und Land halten sich mit Details noch zurück.

 Nach Angaben von Sozialdezernent Gerwin Stöcken würden mit dem Land derzeit drei Areale im Kieler Stadtgebiet („wo genau, kann ich nicht sagen“) für diese provisorische Flüchtlingsunterbringung geprüft: das ehemalige MaK-Gelände in Friedrichsort, ein Standort in der Wik sowie ein weiterer in der „Nähe der Universität“. Federführend bei der Auswahl der Standorte sei jedoch das Land, das auch die provisorische Unterbringung der Flüchtlinge in Containern organisiere.

 Trotz der vielen offenen Fragen bemühe sich die Stadt, die Bürger möglichst zeitnah über den Planungsstand der Flüchtlingsunterbringung zu informieren. So ist für den morgigen Donnerstag ein Rundgang mit Mitgliedern von drei Ortsbeiräten auf dem Uni-Areal Bremerskamp (Nähe Uni-Bibliothek) geplant, auf dem die Erstaufnahmeeinrichtung entstehen soll. Mit dabei sind auch Vertreter der Stadt, des Landes sowie der Universität, die den Ortsbeiräten Rede und Antwort stehen.

 Hinter den Kulissen schwelt derweil offenbar ein Konflikt zwischen Universität und Land zu einem ins Auge gefassten Standort für ein Flüchtlingsprovisorium auf dem Lauris-Park-Gelände. Das Areal mit Hallen für Geräte und Maschinen der Geo-Wissenschaftler ist aus Sicht der Uni unverzichtbar. Trotzdem betont Uni-Sprecher Boris Pawlowski auf Nachfrage die grundsätzliche Hilfsbereitschaft der Universität bei der Suche nach Lösungen: „Natürlich nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung für die Flüchtlingsunterbringung ernst. Der Uni-Betrieb darf dadurch aber nicht eingeschränkt werden.“

 Ein deutliches Zeichen für die Übernahme von Verantwortung sei der Umstand, dass die Universität schon jetzt an Konzepten arbeite, wie sie Flüchtlinge während ihres Aufenthaltes in der Erstaufnahmeeinrichtung mit speziellen Bildungsprogrammen fördern könne.

 Zu angedachten Standorten einer provisorischen Flüchtlingsunterbringung in Kiel mochte sich der für Erstaufnahmeeinrichtungen zuständige Projektleiter des Landes, Thiemo Lüeße, auf Nachfrage ebenfalls nicht äußern. „Wir haben derzeit kein Interesse, das jetzt schon bekanntzugeben.“ Das geschehe erst, wenn alles in „trockenen Tüchern“ sei. „Denn so heiße Diskussionen zu Standorten von Flüchtlingsunterkünften wie derzeit in Lübeck würden wir in Kiel gerne vermeiden.“ Die Entscheidung zu den provisorischen Flüchtlingsunterkünften in Kiel falle aber „auf jeden Fall“ noch in diesem Monat.

 Keine Probleme sieht Lüeße hingegen bei der Beschaffung von genug Wohncontainern, die aufgrund der bundesweit riesigen Nachfrage mittlerweile kaum noch auf dem Markt sind (wir berichteten). Zum Einsatz kamen solche Container zum Beispiel beim G7-Gipfel in Lübeck zur zwischenzeitlichen Unterbringung von Sicherheitskräften. Das Land hat sich nach Angaben des Projektleiters etwa 300 solcher Container bereits vertraglich gesichert. „Das reicht, um damit etwa zwei Containerdörfer für eine vorübergehende Flüchtlingsunterbringung bestücken zu können.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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