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Lebensmittelmarkt für Next Economy Award nominiert

"Unverpackt" in Kiel Lebensmittelmarkt für Next Economy Award nominiert

Über einen Mangel an Ideen muss sich Marie Delaperrière keine Sorgen machen. Davon hat die 43-jährige Inhaberin des Kieler Lebensmittelladens Unverpackt genügend. Jetzt wurde sie für den Next Economy Award (NEA nominiert. 

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Freut sich sehr über ihre Nominierung: Marie Delaperrière, Inhaberin des Lebensmittelladens Unverpackt.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Für ihre Grundidee, ein Geschäft, das vollständig auf Einwegverpackungen verzichtet, zu eröffnen, um Müll zu reduzieren und weniger Lebensmittel zu verschwenden, ist die Deutsch-Französin für den Next Economy Award (NEA) nominiert worden.

Der Preis wird am 24. November bereits zum zweiten Mal an Start-up-Unternehmen verliehen, die besonders auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit setzen. Vergeben wird der Award im Rahmen des neunten Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung und dem DIHK.

Neben den Kategorien Nature, Energy und People wird der NEA in diesem Jahr das erste Mal in der Kategorie Social Entrepreneur ausgelobt, in der Delaperrière als eine von dreien nominiert ist. „Wir bauen den Preis kontinuierlich aus, und richten uns in diesem Jahr bewusst an junge Sozialunternehmen“, erklärt Initiator Stefan Schulze-Hausmann.

Sortiment von 250 Produkte auf 500 gewachsen

Ausbauen will auch Delaperrière ihr Geschäft kontinuierlich: „Ich schau ständig nach Optimierungen im Sortiment.“ In der vergangenen Woche hat sie sich eine Kühltheke angeschafft, um auch Käse und Antipasti im Sortiment anbieten zu können. Seit 2014 gibt es Unverpackt in Kiel. „Ich hatte zunächst durchaus Bedenken, dass ich mit meinem Konzept scheitere“, sagt die Projektmanagerin. Das Gegenteil trat ein: Nach einem Jahr schrieb sie schwarze Zahlen und von anfänglich 250 Produkten ist das Sortiment mittlerweile auf über 500 Waren gewachsen.

Alle Lebensmittel werden lose oder in Pfandgläsern angeboten, und der Kunde bringt seine Behälter selbst mit. „Das führt dazu, dass man wirklich nur soviel kauft, wie man braucht“, erklärt Delaperrière. Neben ihr arbeiten mittlerweile sechs Minijobber im Laden. Eine Zweigstelle will sie nicht eröffnen. Aber als Pionierin eines solchen Ladens hat sie die Idee in ganz Deutschland verbreitet, und sogar in Malmö soll ein Laden nach diesem Geschäftsmodell eröffnen.

Vermittelt hat sie ihr Wissen in zahlreichen Seminaren und Workshops. Auch als Beraterin in Sachen Nachhaltigkeit ist die aus Toulouse stammende Geschäftsfrau bundesweit gefragt. „Mit ihrem Konzept führt Delaperrière die Bewegung zum umweltbewussten Einkauf an und bewirkt eine Veränderung im Verhalten der Gesellschaft“, lautet die Begründung ihrer Nominierung. Am 24. November muss sie ihre Idee in einem Vortrag vorstellen und anschließend Fragen der Fach-Jury beantworten. Diese entscheidet dann über die Gewinner in den vier Kategorien, die jeweils Sachleistungen im Wert von je 25 000 Euro erhalten.

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Exerzierplatz
Foto: Ulf Kämpfer (v. li.) freut sich mit Marie Delaperriére, Klaus Reu, Marlene Michaelis, Friederike Groß, Dirk Lindenau, Vesna Dittmer, Friederike Rückert, Peter Todeskino und Kristin Dahl.

Marie Delaperrière ist eine Wegbereiterin. Als sie vor drei Jahren den Laden „Unverpackt“ am Exerzierplatz eröffnete und seitdem dort Lebensmittel und Drogerieartikel anbietet, die ohne Plastikfolie über den Tresen gehen, rieben sich viele Kieler die Augen.

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