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Diese Saat wächst und gedeiht in Kiel

Urban Gardening Diese Saat wächst und gedeiht in Kiel

Was in anderen Großstädten schon kräftig floriert, beginnt in Kiel zu keimen: Urban Gardening, zu deutsch urbaner Gartenbau. Um zu erfahren, was sich die Kieler für diese Gartenkultur wünschen, lud die Landeshauptstadt mit Kreativen der „Alten Mu“ zu einer ersten Messe unter dem Motto „Die Stadt ist unser Garten“ ein.

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Saatbomben für mehr Grün in der Stadt: Der kleine Fritz zeigte stolz sein Ergebnis, das er auf der Messe mit Katja Reimers vom Atelier Mümelade gebastelt hat.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Der Trend sei unübersehbar, sich in einer medien- und konsumgesteuerten Gesellschaft mit sinnlichen Dingen wie dem Gärtnern zu beschäftigen und um damit den eigenen Alltag zu entschleunigen, erklärte Autorin Karen Meyer-Rebentisch in ihrem Vortrag. Das Urban Gardening sei besonders artenreich: Von Green Guerillas, die mit Samenbomben triste Landschaften begrünen, bis hin zum Skyfarming mit Gemüsebeeten auf dem Dach.

 „Wir sind in Kiel noch nicht sehr weit, aber auch nicht unaufgeschlossen“, erklärte Bürgermeister Peter Todeskino. Er wünsche sich eine Vernetzung und vor allem einen lebhaften Dialog mit den Kleingärtnern, deren Wissen hilfreich sein können. „Denn beim Urban Gardening ist nicht die Ertragseffizienz das erste Ziel, sondern die Erfahrung und der Ort der Begegnung“, so Meyer-Rebentisch. Dass die Saat in Kiel keimt, gut wächst und gedeiht, zeigten die 40 Projekte zum Gärtnern und zur Nachhaltigkeit, die sich erstmalig gemeinsam im ehemaligen Gebäude der Muthesius Kunsthochschule präsentierten.

 Eine Vielfalt, die es stadtweit schon gibt: Nachbarschafts-, und Seniorengärten, Willkommensgärten mit Flüchtlingen, Kompost-Toiletten für Festivals, das Nebeneinander von öffentlichem und privatem Grün in Kleingartenparks, die sogenannte Essbare Stadt sowie vertikale Gärten und Beete zwischen Bürgersteigen und Parkstreifen, die nach Absprache mit dem Grünflächenamt bepflanzt werden können. Diese Entwicklung soll auch in das Kieler Konzept zur Kleingartenentwicklung einfließen.

 So bietet die „Bürger Werk Stadt“ ganz neu in einem Raum der alten Mu einen Stadtplan an, auf dem jeder etwas stellen kann, das ihm in Kiel fehlt oder gefallen würde. „Wir haben nebenan eine Werkbank und Materialien, die von einzelnen oder Gruppen genutzt werden können“, erklärte Michael Päpke das Kreativprojekt, das einen Dialog in Gang setzen und die Stadt als Kollektiv erfahrbar machen möchte.

 Ronja Schütz ist ehrenamtlich beim Glückslokal aktiv, in dem Kleiderspenden getauscht werden können, um Ressourcen zu sparen. „Kiel hat viel Grün, könnte aber farbenfroher sein“, findet sie. Egon Heger beteiligte sich mit seiner Flachsschwinge und zeigte, wie Leinen entsteht. „Die Messe ist klasse und hat einen Charme, der in unsere Zeit passt. Sie gibt auch Leuten Raum, die von nix was wissen“, sagte er. Und auch Raum um Leute zu finden, von denen man etwas lernen kann.

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