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Vegan und vegetarisch Essen in Kiel

Interaktive Karte Vegan und vegetarisch Essen in Kiel

Vegane und vegetarische Ernährung ist mittlerweile mehr als nur ein Trend. Immer mehr Restaurants spezialisieren sich auf diese Ernährungsweisen, die entweder ohne Fleisch oder sogar ganz ohne jegliche tierische Produkte auskommen - auch in Kiel.

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Vegane und vegetarische Restaurants sind auch in Kiel voll im Trend.

Quelle: Imke Schröder

Kiel. Rund acht Millionen Vegetarier und eine halbe Million Veganer gibt es laut Meinungsforschungsinstituten in Deutschland. Wie hoch die Zahlen genau sind, ist nicht genau belegt. Dazu kommt noch eine Vielzahl an sogenannten Flexitariern, die größtenteils auf Fisch und Fleisch verzichten.

In Kiel haben es Veganer und Vegetarier nicht schwer: Hier eröffnen immer mehr „grüne“ Lokale, die ihre Kunden komplett fleischlos verköstigen. Zwei dieser Newcomer und die einzig vegetarisch-vegane Kantine Kiels stellen die Kieler Nachrichten einmal genauer vor. Wo sonst noch vegetarisch und vegan geschlemmt werden kann, zeigt eine interaktive Karte. In diesem Sinne: Guten Appetit!

Mmhio-Café und -Kantine

Eine vegan-vegetarische Kantine in Kiel – „Ich war relativ skeptisch, ob das funktioniert“, sagt Geschäftsführer Bastian Ohrtmann rückblickend. Der studierte Wirtschaftsgeograf hat in Unizeiten mehrere Gastronomie-Betriebe aufgebaut, „für mich waren das aber immer eher nur Projekte“. Doch dieses war ein dauerhaftes Erfolgsrezept. Entspannt lehnt sich der gebürtige Kieler in einem braunen Ledersessel zurück, Vintage-Möbel, viel Grün und selbstgebautes dominiert im Mmhio-Café. Pädiko, der Verein für pädagogische Initiativen und Kommunikation, saß ebenfalls in dem ehemaligen Stadtwerke-Gebäude am Knooper Weg.

Von dort belieferte Ohrtmann Kindergärten und Schulen mit vegetarischen und veganen Mittagessen – auch das Erdkorn bezieht seinen Mittagstisch von dort. 800 Essen sind es täglich - mit Luft nach oben. „Die Kantine war als Räumlichkeit einfach über, wir testeten einen Betrieb und der wurde dann von Beginn an erstaunlich gut angenommen.“ Den Anfang machten die Muthesianer, aber als 2014 dann das Café eröffnete, kamen auch immer mehr Leute zum Mittagstisch oder Kaffeetrinken vorbei. Fünf Festangestellte und 30 Aushilfen gehören seit dem Start 2013 mittlerweile zum festen Team im Mmhio. „Vegane und vegetarische Lebensweise ist mittlerweile keine Trend mehr, sondern die steigende Zahl der Lokale ist der Beweis dafür, dass die Deutschen sich bewusster ernähren“, ist Ohrtmann überzeugt.

Mindestens drei Stammessen für 3,90 Euro bis 7,50 Euro gibt es täglich, zwei bis drei Gerichte kommen zusätzlich auf die Karte – je nach Angebot der hiesigen Landwirte. Denn den Großteil seiner Produkte bezieht das Mmhio aus regionalem Anbau, alle Gerichte sind zu 100 Prozent bio. Besonders der Grünkohl kommt gut bei den Kunden an, aber auch das selbstgebackene Bananenbrot. Einen Favoriten hat der 33-Jährige allerdings nicht. „Das wäre, als müsste man sich zwischen seinen drei Kindern entscheiden, welches das Liebste wär.“

mmhio GmbH

Knooper Weg 75, 24116 Kiel, Telefon: 0431 53036913

Öffnungszeiten Resto:
Montag -Freitag 11:30 – 14:30 Uhr
Sa, So und Feiertage: geschlossen

Öffnungszeiten Café:
Montag - Freitag  8:00 – 19:00 Uhr

Sonnabend 9:00-19:00 Uhr

Sonn- und Feiertage: 10:00  – 19:00 Uhr

Eindrücke aus einigen veganen und vegetarischen Restaurants in Kiel.

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El Sombrero Verde

Enchiladas, Kaktussalat, Chipotle-Chilis und Süßkartoffelpommes: Was nach einer kulinarischen Reise nach Südamerika klingt, findet sich mitten in der Kieler Innenstadt. Etwas versteckt liegt das El Sombrero Verde am Kleinen Kuhberg gegenüber von der Sparkassen-Arena. Mathias Martens und Max Frentz bieten dort vegetarische und vegane Küche mit klarem südamerikanischem Einschlag an. Abends verwandelt sich das Restaurant in eine Cocktailbar – auch hier sind alle Produkte in veganer Ausführung zu bekommen.

„Ich bin vegetarisch erzogen worden – nicht immer leicht in einem kleinen Ort wie Nübbel bei Rendsburg“, sagt Max Frentz, „manchmal hab ich den anderen Kindern dann gesagt, dass ich wohl Fleisch esse, nur damit ich nicht weiter gehänselt wurde“. Doch der 28-Jährige blieb dabei. Als er Partner Mathias Martens kennenlernte, der auch Familien-Mitinhaber der El Sombrero im Kieler Cap ist, war nach einiger Zeit klar, dass die Beide zusammen etwas Eigenständiges aufbauen wollten. „Ich hab schon vorher viel mit vegetarischen Gerichten probiert und ich fand es oft ärgerlich, dass man beim Weggehen schon sehr darauf hoffen muss, dass Köche und Barkeeper wirklich wissen, was in ihren Produkten drin ist.“

Jeden Tag bietet das El Sombrero Verde von 11.30 Uhr bis 15 Uhr einen Mittagstisch für 5,90 Euro an, die Inhaber achten auf relativ niedrige Kohlenhydrate-Werte und die Verarbeitung von frischem Gemüse. Sie greifen gerne auf Vollkornprodukte zurück, aber auch vegane Kuchen, südamerikanische Kaffees und Schokoladen haben die Beiden im Angebot.

Und auch in der Küche geht es wirklich ganz typisch-südamerikanisch zu. „Wir haben eine kolumbianische Köchin, mit der wir ganz im südamerikanischen Stil auch mal beim Essen Neues ausprobieren. Aber authentisch muss es immer sein.“ Und auch bei einer weiteren Regel ist Max Frentz strikt: „In meine Küche kommt kein Fleisch. Mettbrötchen müssen definitiv draußen bleiben.“

El Sombrero Verde

Kuhberg 12, 24103 Kiel, Telefon: 0431 / 98 28 99 63

Öffnungszeiten:

Dienstag-Donnerstag 11:00 - 0:00 Uhr

Freitag und Sonnabend   11:00 - 01:00 Uhr

Sonntag 11:00 - 21:00 Uhr

Café Blattgold

Das Image des ewigen „Laubfressers“ wollten Lena Schmidt (25) und Vincent Töpsch (29) ironisch aufgreifen. „Klar, wir essen Grünzeug, aber das soll auch schon etwas Besonderes sein. Blattgold eben.“ Töpsch steht im Café Blattgold in der Küche, Lena kümmert sich um den Gastraum.

Angefangen hat das Pärchen mit einem eigenen Stand auf dem Wochenmarkt.  „Mit einem Verkaufsanhänger kommt man bis nach Barcelona – theoretisch zumindest“, sagt Vincent Töpsch und lacht. Das Ungebundene und Freie wollten beide dann nach einer erfolgreichen Testphase gegen einen festen Standort tauschen – in der Holtenauer Straße, Ecke Esmarchstraße sind die beiden fündig geworden.

„Lange gab es nur das Subrosa auf dem Ostufer, wo ich auch kochen gelernt habe, aber in Kiel hat sich eine Menge getan. Mittlerweile ist es lächerlich einfach, vegan zu sein“, sagt Töpsch. Er spricht aus Erfahrung: Seit elf Jahren verzichtet er auf jegliche tierischen Produkte. „Vor fünf bis sechs Jahren war ich eher noch verzweifelt, was vegane Ersatzprodukte angeht, da hätte ich mich eine solche Ladeneröffnung nicht getraut.“

Torten, Kuchen, Frühstück, aber auch Käse, Wurst und Fleischersatz kann im Café Blattgold gekauft werden. Besonders stolz sind beide auf ihren veganen Burger mit Süßkartoffeln. „Man schmeckt den Unterschied nicht. Die Leute sollen sich bei uns auch möglichst normal fühlen und gerne zu einem herzhaften Burger und einer „Sahnetorte“ greifen. Sie sollen richtig schlemmen dürfen. Und das zeigt ja auch, dass vegan keinen Verzicht bedeutet“, sagt Lena Schmidt. Die 25-Jährige kam über Vincent zur veganen Ernährung.

Töpsch: „Unser Café ist natürlich auch eine Form von Aktivismus. Mit Produkten, bei denen der Kunde das Gefühl hat, dass er auf nichts verzichten muss, können Leute auch leichter von dieser Ernährungsform überzeugt werden. Und ein veganer Lebensstil ist einfach ökologisch besser, schmeckt lecker und verursacht kein Tierleid.

Café Blattgold

 Holtenauer Straße 176, 24105 Kiel, Telefon: 043188854343

Öffnungszeiten:

Dienstag-Freitag 11:00 - 21:30 Uhr

Sonnabend   10:00 - 21:30 Uhr

Sonntag 10:00 - 18:30 Uhr

   
   
   
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