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775 Jahre Stadtgeschichte an einem Tag

Veranstaltung in Kiel 775 Jahre Stadtgeschichte an einem Tag

Kiel im Zeitraffer ­– so lautete der Titel einer Veranstaltung am Sonnabend im Kieler Rathaus. 775 Jahre Stadtgeschichte wurden den Besuchern an einem einzigen Tag präsentiert. In Vorträgen ließen Experten wichtige Ereignisse der Kieler Stadtgeschichte der vergangenen Jahrhunderte Revue passieren.

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Auch Julian Freche referierte am Sonnabend in Kiel.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Uns war es wichtig, die Kieler Stadtgeschichte an einem einzigen Tag zu durchlaufen – im Zeitraffer eben“, erläutert Johannes Rosenplänter, Leiter des Kieler Stadtarchivs und Mitorganisator der Veranstaltung. Das habe es in Kiel so noch nicht gegeben, man habe sich aber bewusst gegen eine Vortragsreihe entschieden, um die Geschichte kompakt präsentieren zu können.

 Und es schien die richtige Entscheidung: Denn schnell gab es keine freien Plätze mehr. Rund 140 Interessierte waren am Sonnabend in den Ratssaal gekommen, um mehr über ihre Stadt zu erfahren.

Angefangen bei der Geschichte der Stadtgründung und der Rolle Kiels als Hansestadt ging die Zeitreise schnell weiter ins 18. und 19. Jahrhundert, in deren Mittelpunkt die nationalstaatlichen Bewegungen standen und der Konflikt zwischen dem Deutschen Reich und Dänemark. Um die Jahrhundertwende entwickelte sich die heutige Landeshauptstadt dann zur preußischen Marinestadt, ein weiterer wichtiger Punkt auf der Kieler Zeitleiste. Auch der Matrosenaufstand 1918 darf im Kieler Rückblick nicht fehlen, war er doch der entscheidende Impuls für die reichsweite Novemberrevolution, das Ende des Kaiserreichs und schließlich die Gründung der Weimarer Republik. Einschneidend für die Kieler Geschichte, mit heute noch immer sichtbaren Folgen, war auch der Zweite Weltkrieg und der Wiederaufbau nach 1945. Beides wichtige Punkte auf der eintägigen Zeitreise.

„Wir haben uns auf die großen Themen konzentriert, vor allem auf die, deren Ergebnisse man noch heute auf den Straßen sehen kann“, erläutert Rosenplänter das Konzept. Deshalb sei die Geschichte vor 1800 bewusst gestrafft und der Schwerpunkt auf die späte Neuzeit gesetzt worden. „Uns war es auch wichtig, dass es die Möglichkeit für Fragen gibt und eine Gesprächsatmosphäre entsteht.“ Deswegen hätte die Teilnehmerzahl auch begrenzt werden müssen. „Aber wir überlegen schon, ob wir eine Wiederholung organisieren“, erzählt er. Damit auch diejenigen, die am Sonnabend keinen Platz mehr bekommen haben, in die Kieler Stadtgeschichte eintauchen können, an einem Tag, im Zeitraffer.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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