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Leßmann wird Kreisvorsitzende

Verband Wohneigentum Leßmann wird Kreisvorsitzende

Eigentlich ist Astrid Leßmann ein Stadtkind. Erst vor 15 Jahren entdeckte sie, wenn man es so nennen will, das landeshauptstädtische Landleben und wurde in der Siedlung Hammer heimisch.

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Astrid Leßmanm fühlt sich wohl in ihrem Garten im Eiderbrook. Hier wohnt man nicht nach Schema F, sondern hat oft genug in die „Muskelhypothek“ für den individuellen Traum vom Eigenheim investiert.

Quelle: Martin Geist

Hammer. Viel Ruhe, viel Grün, freundliche und hilfsbereite Nachbarn, das alles will sie längst nicht mehr missen. Nun ist sie zur Kreisvorsitzenden des Verbands Wohneigentum gewählt worden. Ein Amt, das sie auch ein Stück weit aus Dankbarkeit angenommen hat. „Ich bin hier in Hammer so toll aufgenommen worden, da möchte ich gern etwas zurückgeben“, sagt Astrid Leßmann, die im Eiderbrook in einem jener für Hammer so typisch-untypischen Siedlungshäuser wohnt. Hier ein Dach drauf, dort ein Anbau, die Garage zum Wohnzimmer umfunktioniert. Wie fast alle Gebäude in der Siedlung hat auch das Elternhaus ihres Mannes zahlreiche Verwandlungen durchgemacht.

 Auch darum fühlen sich die Leßmanns und viele andere so heimisch in Hammer. Man wohnt eben nicht nach Schema F, sondern ganz individuell, hat allerdings auch oft genug jede Menge Eigenleistung in den Traum vom Heim nach Maß investiert. Womit sich der Kreis zum einstigen Siedlerbund schließt.

 In Hammer wie in Projensdorf, Hassee und vielen weiteren Teilen der Stadt war dieser Verein einst der Garant für die legendäre „Muskelhypothek“. In Gruppenselbsthilfe und auf per Erbpacht von der Stadt überlassenem Land bauten Familien, die sich das sonst nie hätten leisten können, ihre Häuschen. „Diese Zeiten sind vorbei“, muss Astrid Leßmann jedoch anerkennen. Erbpacht sei schon wegen der niedrigen Zinsen keine Alternative mehr, und Interessenten zu finden, die sich auf die Mühen der „Muskelhypothek“ einlassen, werde auch immer schwieriger.

 Dass sich der Siedlerbund schon vor Jahren in Verband Wohneigentum umbenannt hat, ist eine Reaktion auf diese Entwicklung. Man begreift sich als den Nachbarschaftsgedanken nach wie vor hochhaltende Lobby nicht der großen Vermieter, sondern der Eigenheimbesitzer, die oft genug unter die Räder der großen wie der kleinen Politik zu geraten drohen. Dass in Kiel die Dichtheitsprüfung der Abwasserleitungen auf privaten Grundstücken zeitlich nach hinten geschoben wurde, rechnet Astrid Leßmann nicht zuletzt auch dem Wirken des Verbands Wohneigentum an.

 In Zukunft will der Verein verstärkt zum Thema Ausbaubeiträge mitreden. „Das ist ein sehr großes Thema“, betont Astrid Leßmann. Nichts verursache unter den Hausbesitzern mehr Aufregung, als wenn Straßen, Kanäle oder Laternen erneuert werden und hohe Ausbaubeiträge drohen.

 Eine Patentlösung hat die neue Vorsitzende zwar nicht, es lohnt sich aber aus ihrer Sicht, über pauschale Regelungen nachzudenken. Etwa nach der Devise, dass jeder Eigentümer pro Jahr einen bestimmten Betrag an die Stadt überweist, die wiederum aus diesem Topf die Ausbauprojekte finanziert.

 Voll auf die Verbandspolitik einlassen will sich Astrid Leßmann derzeit aber noch nicht. „Dafür bin ich zu unerfahren“, räumt die 58-Jährige ein. Erst will sie die Strukturen des Kreisverbands besser kennenlernen und vor allem dessen Probleme. Klar ist, dass vor allem die Altersstruktur eine Herausforderung darstellt. Etwa 2500 Mitglieder waren noch zur Jahrtausendwende dabei, heute sind es deutlich unter 2000. Teilweise mussten deshalb schon Siedlergemeinschaften zusammengelegt werden, so gibt es statt 16 jetzt nur noch 14.

 Junge Familien, die verstärkt in die Siedlungen ziehen, für die Gemeinschaften vor Ort zu gewinnen, das ist für Astrid Leßmann eines der wichtigsten Ziele. „Es lohnt sich“, verspricht sie den Neuen angesichts der eigenen Erfahrung: „In der Siedlergemeinschaft ist es möglich, gute Nachbarschaft zu pflegen.“

 Astrid Leßmann wurde vom Kreisverband Wohneigentum zur Vorsitzenden und damit zur Nachfolgerin von Frank Hornschu gewählt, der 2012 den zwei Jahre darauf verstorbenen langjährigen Kieler Siedler-Chef Siegfried Schmidt abgelöst hatte. Hornschu hatte wegen zeitlicher Überlastung aber auf eine neue Kandidatur verzichtet. Nach vielen Jahren gab es bei der Kreisversammlung auch einen Wechsel in der Kassenführung, die Frank Ulrich von Uwe Spieckermann übernommen hat. Stellvertretende Vorsitzende bleiben jedoch weiterhin Insa Brammann und Dieter Fraller.

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