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Verhinderter Autodieb muss hinter Gitter

Kieler Schöffengericht Verhinderter Autodieb muss hinter Gitter

Auch Autodiebe sollten sich vor Antritt der Fahrt anschnallen. Diese Erfahrung machte ein Einbrecher (25) vor einem Wohnhaus an der Schwentine, als er mit dem Geländewagen der Bewohner flüchten wollte: Bei geöffnetem Gurt blockiert automatisch die Handbremse. Wegen Diebstahls und anderer Delikte verurteilte ihn ein Kieler Schöffengericht zu eineinhalb Jahren „Knast pur“.

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Ein verhinderter Autodieb muss für 18 Monate ins Gefängnis.

Quelle: Archiv/dpa

Kiel. In der Nacht zum 29. Juli 2014 half dem Drogenabhängigen kein noch so hartnäckiges Vollgas. Das Aufheulen des Motors weckte lediglich die Besitzerin des 35 000-Euro-Pkw. „Klingt wie unser Auto“, befand die Mutter von drei Kindern, rannte die Treppe hinunter – und stand vor verschlossener Haustür. Der Einbrecher hatte vorsorglich abgesperrt, als er das Gebäude gegen 3.30 Uhr mit Bargeld und Wertsachen verließ.

 „Wie eine Furie“, so der Ehemann vor Gericht, rannte die couragierte Pflegedienstleiterin (54) nach Auffinden des Ersatzschlüssels auf den Hof, um den Dieb zu stellen. Der nahm endlich den Fuß vom Gaspedal, sprang aus dem neuwertigen Wagen und verschwand zwischen den Knicks an der Schwentine in Richtung Rastorfer Mühle.

 Obwohl der Flüchtende sich unterwegs mit einem Damenrad aus der Scheune eines Gehöfts ausrüstete, wurde er Minuten später von der Polizei festgenommen – hinter einem Baum am Wanderweg, mit Einbruchswerkzeug, Pfefferspray, gestohlenen Papieren, Laptop und Kamera in der Umhängetasche. Zwei Funkstreifen waren nach dem Notruf ausgerückt. Im Prozess bedankte sich der Familienvater (55) ausdrücklich für die „hervorragende Arbeit und Betreuung“ der Beamten.

 Den Einbruch ahndete das Schöffengericht mit acht, den Fahrradklau mit drei Monaten Freiheitsstrafe. Unter Einbeziehung einer einjährigen Vorverurteilung wegen Computerbetrugs und anderer Delikte fasste das Gericht die Einzelstrafen zu einem Jahr und sechs Monaten zusammen. Für Bewährung fehlte die positive Prognose.

 Der Drogenabhängige hatte von Anfang an jeglichen Einbruch bestritten, sich aber in Widersprüche verstrickt. Schon gegenüber der Polizei behauptete er trotz einschlägiger Spuren, in jener Nacht seien ihm alle Türen offen gestanden. Damals fand er angeblich den Hausschlüssel im offenen Pkw. Vor Gericht will er dagegen den Autoschlüssel im Flur des unverschlossenen Hauses gefunden haben.

 Die betroffene Familie benötigte lange Zeit, um sich im eigenen Haus wieder sicher zu fühlen. Nicht einmal nach Austausch aller Haus- und Terrassentüren und bei herabgelassenen Rollläden wollte die Tochter dort noch alleine nächtigen.

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