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Antworten von der Stadt lassen auf sich warten

Verkehrsfragen sorgen für Unruhe Antworten von der Stadt lassen auf sich warten

Die Themen scheinen nicht von großer Brisanz. Entsprechend hatten sich die Mitglieder des Ortsbeirates Ellerbek/Wellingdorf sowie Stadtteilbewohner schnelle Antworten aus der Stadtverwaltung auf ihre Anfragen versprochen.

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In der Sitzung des Ortsbeirats beklagten sich Anwohner über ein Kabel, das seit Monaten ungeschützt auf dem Bürgersteig des Klausdorfer Weges zwischen Peter-Hansen-Straße und Nissenstraße liegt.

Quelle: Volker Rebehn

Ellerbek/Wellingdorf. Weil es aber keine Antworten aus dem Rathaus gibt und gab, sind Ortsbeirat und Bewohner nun aufgebracht.

 Die Bauarbeiten im Klausdorfer Weg an den Brücken über den Ostring und dem daneben verlaufenden Bahngleis sind längst abgeschlossen. Mitte Oktober rückten die Arbeiter ab. Seitdem liegengeblieben ist aber ein schwarzes Kabel, das durch zwei hohe Pfosten über die Peter-Hansen-Straße geführt wird, sich auf dem Bürgersteig entlang des Klausdorfer Weges schlängelt und schließlich in einer Grube nahe der Nissenstraße verschwindet. Da der Bürgersteig stark frequentiert wird, hatten Bewohner mehrfach im Ortsbeirat angefragt, ob das Kabel möglicherweise Strom führe und ob es überhaupt noch benötigt werde.

 „Wir haben mehrfach im Tiefbauamt nachgefragt, aber bisher keine Rückmeldung erhalten“, antwortete der Ortsbeiratsvorsitzende Daniel Pollmann auf erneute Anfragen in der Sitzung am Mittwoch. Man werde eine erneute Anfrage stellen. „Es ist ein Trauerspiel, wie der Ortsbeirat behandelt wird“, ärgerte sich ein Ortsbeiratsbesucher. Er berichtete, dass sich ein Stadtteilbewohner ans Rathaus gewandt und dort sofort die Antwort bekommen habe: Das Kabel sei vergessen worden und soll verlegt werden, wenn die Wetterlage das zulässt.

 Die Verkehrssituation auf dem Wehdenweg ruft die Anwohner seit Jahren auf den Plan. Viele sehen die Sicherheit gefährdet und fordern Änderungen. So hatte Marion Brandtner, die Mitglied des Ortsbeirates ist, bereits vor ungefähr eineinhalb Jahren vorgeschlagen, an der Mittelinsel im Wehdenweg (Höhe Vossenpott) einen Fußgängerüberweg (Zebrastreifen) einzurichten. Sie hatte vor allem auf die Gefährdung von Kindern hingewiesen und ihren Vorschlag mit einer Unterschriftenliste von Befürwortern untermauert. Auch der Ortsbeirat hatte einen entsprechenden Antrag in Richtung Bürger- und Ordnungsamt formuliert. Antworten gab es allerdings auch von dort nicht – bis zur Sitzung am Mittwoch.

 Da verlas Daniel Pollmann ein Schreiben aus dem Bürger- und Ordnungsamt, in dem mitgeteilt wurde, dass das ursprüngliche Schreiben des Ortsbeirates wegen des enormen Arbeitsanfalles in 2016 aus den Augen verloren worden sei. Erklärt wurde darin auch, dass eine Unterschriftenliste im Amt nicht vorgelegt worden sei. „Das ist ein Skandal“, meinte Marion Brandtner. Die Liste sei zwar klein gewesen, habe aber persönliche Daten der Unterzeichner enthalten. Der Datenschutz, so Brandtner, sei mit Füßen getreten worden. Insgesamt, so zitierte Pollmann weiter aus einem Schreiben des Bürger- und Ordnungsamtes, sehe das Amt mit Blick auf die Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung keine Möglichkeit, einen Zebrastreifen einzurichten. Die Markierung eines Fußgängerüberweges halte die Straßenverkehrsbehörde für gefährlicher als das eigenverantwortliche Überqueren der Fahrbahn an einer Mittelinsel.

 „Muss erst etwas passieren?“, fragte Marion Brandtner und berichtete von einem Beinahe-Unfall an der Mittelinsel. Ein Autofahrer habe gestoppt, um ein Kind über die Straße zu lassen. Ein nachfolgender Pkw habe diesen aber überholt und die Mittelinsel auf der Gegenfahrbahn passiert. Zum Glück habe das Kind das rechtzeitig gesehen.

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