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Jetzt wird in Beton investiert

Bauanträge Jetzt wird in Beton investiert

Das gab es für die Kieler Bauverwaltung in der jüngeren Zeit noch nie: Sogar zwischen Heiligabend und dem Jahreswechsel trudelten Bauanträge im Rathaus ein – flächendeckend fürs Stadtgebiet, aber vor allem für große Projekte in der Innenstadt.

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Rund 50 Millionen Euro will die Deutsche Immobilien AG auf dem Areal des ehemaligen C&A-Komplexes am Bootshafen zwischen Andreas-Gayk- und Kaistraße investieren. Dort sollen auf 6800 Quadratmetern Grundfläche Gebäude für rund 80 Eigentumswohnungen, ein Hotel mit 160 Zimmern sowie ein „Boardinghouse“ mit 180 komplett eingerichteten Appartements entstehen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Für Bürgermeister Peter Todeskino ist die Flut der Anträge gerade zum Jahresende hin ein überaus „erfreuliches Zeichen“: In drei Jahren werde die Kieler Innenstadt nicht wieder zu erkennen sein.

Etwa 1000 Baugenehmigungen für Wohnungen gab es für Kiel im vergangenen Jahr. Jetzt sieht alles danach aus, als ob sich der Trend auch 2016 fortsetzt. Neben den niedrigen Zinsen, dem wachsenden Bedarf an Wohnungen und Investitionen ins begehrte Betongold hat die Menge der Anträge laut Birgit Kulgemeyer, Leiterin des Amtes für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation, einen simplen Grund: Die Bauherren wollen noch sparen. Denn seit 1. Januar 2016 gelten neue, schärfere Energiesparvorschriften. Neue Eigenheime sollen nach den Vorgaben des Bundes weniger Energie benötigen – 25 Prozent weniger als es die bisherigen Vorschriften verlangten. Die neue Regelung zieht höhere Anforderungen an die Gebäudehülle und an die Heiztechnik eines neu errichteten Hauses nach sich.

Fassadenwettbewerb geplant

 Der größte Bauantrag mit einem Investitonsvolumen von rund 50 Millionen Euro erreichte die Bauverwaltung zwei Tage vor Weihnachten von der Deutschen Immobilien AG, Eigentümerin des Areals mit dem gesamten ehemaligen C&A-Komplex am Bootshafen zwischen Andreas-Gayk- und Kaistraße. Auf 6800 Quadratmetern Grundfläche sollen Gebäude für rund 80 Eigentumswohnungen, ein Hotel mit 160 Zimmern sowie ein „Boardinghouse“ mit 180 komplett eingerichteten Appartements entstehen. Der erste Spatenstich erfolgt wahrscheinlich Mitte 2016 nach einem Fassadenwettbewerb. „Wir können mit Selbstbewusstsein auftreten und städtebauliche Qualität fordern. Das war in der Vergangenheit nicht immer so“, sage Todeskino im Bauausschuss.

 Weitere Bauanträge, die im Dezember eintrafen, betrafen 45 Wohneinheiten in der Haßstraße, 41 Eigentumswohnungen in der Fleethörn, die Frank Heimbau Nord GmbH auf der als Parkplatz genutzten Baulücke (Ex-Haribo-Gelände) errichten will, 22 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten im Walkerdamm, 40 Wohnungen in der Bendixenstraße (Projensdorf) sowie 67 Wohneinheiten in der Eichhofstraße.

Neues Hotel in Kiel

„Erreicht uns ein Bauantrag, dann wird es konkret“, freut sich Amtsleiterin Kulgemeyer. Das gilt auch für den Hotelneubau südlich der Kaistraße. Zusammen mit der Hanseatic Group plant die Lindner Hotels AG dort ein 3- bis 4-Sterne-Hotel mit 165 Zimmern. Die Eröffnung soll Mitte 2017 sein.

In der Zielgeraden ist nach Angaben der Stadt auch der Neubau nach dem Abriss des ehemaligen Woolworth-Gebäudes am Berliner Platz. Dort will Fokus Development (Duisburg), die den Bauantrag im November 2015 stellten, eine hohe zweistellige Millionensumme für ein neues Geschäftshaus investieren. Mit der Baugenehmigung rechnet Todeskino Mitte Januar.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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