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Der Melder hält die Feuerwehr auf Trab

Viele Einsätze Der Melder hält die Feuerwehr auf Trab

Immer mehr Alarme privater Rauchwarnmelder beschäftigen derzeit die Kieler Feuerwehr. Allein in den vergangenen 30 Tagen sind die Einsatzkräfte 23 Mal ausgerückt.

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Seit dem Dezember 2008 müssen alle Wohnräume in Schleswig-Holstein mit Rauchmeldern ausgestattet sein.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. In den meisten Fällen hatten Kieler ihr Essen auf dem Herd vergessen und dann die Wohnung verlassen – das bindet 16 Feuerwehrmänner etwa eine Stunde. Die kleinen Geräte machen auch auf sich aufmerksam, wenn die Batterieleistung zur Neige geht. Seitdem die Geräte Pflicht sind, berichtet die Feuerwehr von einem eklatanten Fehlalarm-Anstieg.

 Fast in jeder Wohnung oder Haus hängen die weißen Dosen an der Decke und tun das, was sie tun sollen: Sie fangen lautstark an zu piepen, wenn es dampft oder qualmt. Das hören die Nachbarn, die dann die Feuerwehr rufen – was auch in jedem Fall richtig ist. Da Menschenleben in Gefahr sein können, fährt immer ein Löschzug von der Hauptwache am Westring oder der Ostwache in Gaarden zum Einsatzort. Dazu gehören vier Fahrzeuge, die mit insgesamt 16 Beamten besetzt sind: Vorweg fährt der Wagen mit der Einsatzleitung. Dahinter folgen zwei Hilfeleistungslöschfahrzeuge. „Sie haben Geräte an Bord wie zum Beispiel Spreizer, um Menschen aus demolierten Autos zu befreien oder andere Türen sowie Fahrstühle zu öffnen“, erklärt Michael Krohn, Sprecher der Kieler Berufsfeuerwehr. Aber auch Werkzeug, Kettensäge und Bindemittel sind in den Fächern verstaut. Jedes dieser beiden Fahrzeuge hat einen Tank mit 2000 Litern Wasser, das bei einem Feuer sofort eingesetzt werden. Der vierte Wagen des Löschzuges nach dem Kieler Modell transportiert die Drehleiter.

 Vor Ort erleben die Feuerwehrmänner immer wieder Überraschungen: In vielen Fällen haben die Menschen das Essen auf dem Herd vergessen, wenn sie ihre Kinder aus dem Kindergarten oder der Schule abholen. Manche Kieler sind auch „schnell mal nur einkaufen“, erzählt Krohn. Es kommt auch vor, dass die Einsatzkräfte in den Räumen völlig betrunkene Menschen vorfinden, die sich ein Essen kochen wollten, dann eingeschlafen sind und das lautstarke Piepen nicht mehr hören. Auch mit schwerhörigen Senioren haben es die Beamten zu tun. Die Probleme ähneln sich: Eine Rentnerin vergisst den Braten in der Röhre, der kleine Lebensretter schlägt Alarm, die Nachbarn setzen einen Notruf ab. „Da wundert sich die Seniorin dann nicht schlecht, wenn plötzlich Feuerwehrmänner in ihrer Küche auftauchen“, so Krohn. Türen brechen die Feuerwehrmänner nur auf, wenn sie nicht durch Fenster oder mit einfachem Werkzeug in Haus oder Wohnung kommen. Grundsätzlich wollen sie so wenig Schaden anrichten wie möglich.

 Die Rauchwarnmelder machen auch auf sich aufmerksam, wenn die Batterieleistung zur Neige geht: Zunächst piepen die Dosen in regelmäßigen Abständen. Je nach Hersteller werden die Intervalle kürzer, bis die Energiezelle aufgebraucht ist. Da kein Mensch dieses schrille Geräusch lange erträgt, wird die Batterie meist schnell getauscht. Doch wer gerade im Urlaub weilt, bekommt davon natürlich nichts mit – die Nachbarn dagegen schon. Und die wundern sich ob des Lärms und rufen die Feuerwehr. „Selbstverständlich überprüfen wir die Wohnung, um ein Feuer auszuschließen“, erklärt Krohn. Aus diesem Grund appelliert die Feuerwehr an Mieter und Eigentümer, vor dem Urlaub die Batterien zu überprüfen.

 Es muss aber nicht immer diese kleine Dose sein, die die Feuerwehr auf den Plan ruft – einfache Bauarbeiten in einer Wohnung, bei denen es ordentlich staubt, tun das auch. „Wenn das Fenster offen steht und der Staub ins Freie zieht, denken viele Passanten, dass es brennt und alarmieren uns“, sagt Krohn. Das ist in jedem Fall richtig: „Lieber einmal mehr anrufen, wenn der Verdacht besteht, dass es brennt.“ Rechnungen schreibt die Feuerwehr nicht.

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