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Vitali Klitschko zu Besuch in Kiel

Hermann Ehlers Preis Vitali Klitschko zu Besuch in Kiel

Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko hat bei seinem Besuch in Kiel mehr Unterstützung der Europäischen Union in der Ukraine-Krise gefordert. Das Land befinde sich „in einer tiefen finanziellen Krise“ und im Krieg, sagte Klitschko, der im vergangenen Mai zum Bürgermeister Kiews gewählt worden war.

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Verleihung des Hermann Ehlers Preises an Vitali Klitschko im Kieler Schloss. Hier mit Frau Natalia.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Für sein Engagement während der Euromaidan-Proteste und für eine demokratischere und der EU zugewandten Ukraine wurde der 43-Jährige am Freitagabend mit dem Hermann-Ehlers-Preis 2014 ausgezeichnet.

„Ohne finanzielle Unterstützung und Waffenlieferungen wird dieser Krieg nicht enden“, sagte Klitschko weiter. Jeden Tag müssten in seiner Heimat Menschen sterben und Millionen leiden. In der Ukraine tobe ein Kampf „an zwei Fronten“: im Osten der militärische gegen die „russische Aggression“ und im Inneren der Kampf, die Ukraine mithilfe von Reformen zu einem „moderneren und demokratischeren“ Staat zu wandeln.

Klitschko dankte Deutschland und der EU für die bisher geleistet Unterstützung. Die gegen Russland verhängten Sanktionen seien das wichtigste Druckmittel. Auch, so räumte er ein, wenn diese Maßnahmen zu zögerlich ergriffen worden seien: „Leider hat die EU ein wenig zu spät verstanden, dass der Konflikt auch Europa betrifft.“

Die Ukraine sei gegenüber Russland durchaus offen für Verhandlungen. „Wir sind bereit, zu sprechen und einen Kompromiss zu finden“, so Klitschko. Dieser Kompromiss dürfe jedoch nicht die Integrität der Ukraine einschränken. Um die Auseinandersetzungen in den Gefechtsgebieten zu stoppen, forderte Klitschko die Vereinten Nationen auf, ihre „Blauhelme“ zu entsenden. Die Friedenstruppen sollten helfen, die Lage zu stabilisieren.

Der Kampf für Frieden in der Ukraine müsse Seite an Seite mit Deutschland, mit der EU geführt werden. Denn bereits jetzt sieht Klitschko sein Land als „Teil der europäischen Familie“ an. „Egal wie groß, wie stark du bist“, sagte er, dieses Ziel könne man nicht allein erreichen. Genauso wie die Bevölkerung seiner Heimat gemeinsam für eine bessere Zukunft arbeiten müsse. „Das ist kein Kampf für einen Klitschko, das ist ein Kampf für ein ganzes Land.“ Daher verstehe er die Auszeichnung durch die Hermann-Ehlers-Stiftung nicht nur als Ehrung seiner persönlichen Leistung, es sei auch eine Würdigung der Millionen Ukrainer, die sich mit „heißem Herzen“ für „ihren größten Wunsch“ einsetzen, ihr Land in Europa zu verankern. Ein Wunsch, für den viele Ukrainer mit einem hohen Preis bezahlt hätten – mit ihrem Leben.

„Die Ukraine muss den gleichen Weg gehen wie Deutschland nach dem Fall des Eisernen Vorhangs“, sagte Klitschko. Der damalige Aufbau demokratischer Strukturen durch kommunale Selbstverwaltung der Gemeinden habe für ihn eine starke Vorbildfunktion. Der Aufbau solcher Strukturen und die Abschaffung des alten korrupten Systems seien zwei der größten Herausforderungen, denen er sich als Bürgermeister stellen wolle. Für Fortschritte bleibe wenig Zeit, die Erwartungen des Volkes in der Ukraine seien nach den Protesten sehr hoch.

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Klitschko. Aber die Ukraine stehe erst am Anfang. „Jeder Tag ist ein Kampf“, so der ehemalige Boxchampion. „Früher habe ich zwölf Runden gekämpft, heute schon hundert. Und ich weiß nicht, wie lang der Kampf noch gehen wird.“ Doch als Bürgermeister will er weiterhin hart für die Zukunft der Ukraine arbeiten –„25 Stunden täglich und acht Tage pro Woche“.

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Ein Artikel von
Susann Burwitz
Nachrichten- Redaktion

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