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Ärger über schlechten TV-Empfang

Vodafone-Kabel-Kunden Ärger über schlechten TV-Empfang

Bild- und Tonausfälle und einfrierende Bildschirme: Nach KN-Berichterstattung vor drei Wochen über Störungen beim Fernsehempfang von Kieler Vodafone-Kabel-Kunden rund um den Fernmeldeturm im Vieburger Gehölz haben sich viele Leser aus dem gesamten Kieler Raum gemeldet, die über ähnliche Probleme klagen.

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Auf Fehlersuche: Radio- und Fernsehtechniker Hauke Knabe vom Kieler Fachhändler EP Loll ist mit Störungen beim Fernsehsignal über Kabel bestens vertraut.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Von „vielen bunten Farben, aber keinem Bild“ spricht beispielsweise Friedrich Müller aus Kronshagen. Auch Vodafone-Kunde Rainer Kirschen aus Holtenau kann seit zwei Jahren die digitalen Programm von ZDF und Co nur noch gestört empfangen. „Und alle Nachfrageversuche meinerseits wurden bisher als abwegig abgetan“, sagt Kirschen.

Laut Vodafone-Sprecherin Andrea Deutschmann sei das Unternehmen bemüht, schnell für alle betroffenen Kunden eine Lösung zu finden. So könne ein sogenannter Bündelfunksender auf dem Fernsehturm in direkter Umgebung möglicherweise Programme auf dem Sonderkanal 39, der unter anderem das ZDF überträgt, stören. „Auf unseren Auftrag hin überprüfen derzeit Techniker der Bundesnetzagentur, ob dieser nicht von uns betriebene Sender der Störer sein könnte, wir wollen das Problem lösen“, sagt Deutschmann. Dieses Ergebnis stehe noch aus, ein weiteres besage allerdings: „Im Fernsehkabelnetz von Vodafone im Bereich Kiel besteht keine Störung, das haben wir jetzt aufgrund der Anfragen erneut überprüft.“

Deshalb seien die Gründe für Störungen beim Fernsehempfang „vielschichtig“. Weil sich verschiedene Dienste wie TV-Kabel, Antenne oder Funk oftmals dieselben Frequenzbereiche teilen würden, könne es durchaus zu „gegenseitigen Beeinflussungen“ kommen. Grund dafür könnten beispielsweise veraltete Kabelinstallationen oder Fehler in der Hausverteilanlage sein: „Wenn unsere Techniker über die Kundenhotline gerufen werden, können deshalb Kosten anfallen, wenn die Ursache nicht in unserem Verantwortungsbereich liegen sollte“, betont Deutschmann.

Mit breitbandigem Internetzugang über das Fernsehkabel, den das von Vodafone übernommene Unternehmen Kabel Deutschland seit 2003 anbietet, kennt sich Hauke Knabe bestens aus. Der Radio- und Fernsehtechniker vom Kieler Elektrofachgeschäft EP Loll (Eigenwerbung: „Der Fernseh-Doktor“) weiß aus Erfahrung: „Eine Störung des Fernsehbildes liegt in den seltensten Fällen am Kabelanbieter. Solche Fehler kann ich als Außendienstmitarbeiter fast an einer Hand abzählen.“ Grund: Die Datenraten bei der Übertragung auf den geforderten Trägerfrequenzen würden fast immer vom Kabelnetzbetreiber eingehalten, „in Kiel läuft das Netz sehr stabil“. Zwar könnten Bauarbeiten wie in letzter Zeit in Altenholz oder im Projensdorfer Charles-Roß-Ring, bei denen Kabel beschädigt worden seien, schon für größere Ausfälle sorgen. Aber: „Oftmals liegt der Fehler einfach in der Hauskabelanlage oder der schlechten Abschirmung der Antennenkabel im Haus“, sagt Knabe.

Auch ältere Hausverstärkeranlagen würden technisch Mühe haben, die geforderten Bandbreiten bis zu 860 Megahertz zu bewältigen. „Häufig reicht es aber schon, bei Empfangsproblemen ein besser abgeschirmtes Kabel einzusetzen“, rät Knabe.

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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