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Statt Schnee ein Himmelsspektakel

Vollmond Statt Schnee ein Himmelsspektakel

Weiße Weihnachten wird es in diesem Jahr nicht geben. Dafür hat das Fest eine andere Überraschung parat. Zum ersten Mal seit 1977 zeigt sich der Vollmond am 1. Weihnachtsfeiertag. Erwartet wird der höchste und am längsten sichtbare Vollmond des Jahres.

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Bei gutem Wetter ein faszinierender Anblick: Das Teleskop eröffnet einen fantastischen Blick auf den Mond.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Gewürdigt wird dies am Mittwoch vom Team der Sternwarte der Fachhochschule Kiel mit einer Sonderöffnung. Ab 19 Uhr richten sich die Teleskope in den Himmel – ein klarer Himmel wäre dabei ein passendes Geschenk. Zuvor widmet sich der Mediendom dem „Stern von Bethlehem“.

 Der erwartete Vollmond hat Seltenheitswert. Wer eine vergleichbare Variante sehen will, muss bis zum Jahr 2034 warten, erklärt Eduard Thomas, Direktor des Mediendoms an der Kieler Fachhochschule. Schon am morgigen Heiligabend ist der Mond „fast voll“ und steht über dem Sternbild Orion und schiebt sich langsam vor den Stern Aldebaran. Er wird auch mit bloßem Auge zu sehen sein, so Eduard Thomas – allerdings ist da noch die Sache mit dem Kieler Wetter. Das könnte den Himmelsguckern, die sich um 19 Uhr am Mediendom treffen, um auf dem Dach des FH-Hochhauses am Sokratesplatz das besondere Spektakel zu genießen, die Aussicht trüben. Das Himmelsschauspiel dauert aber zum Glück etwas länger: Seine volle Größe erreicht der „Weihnachtsmond“ am Freitag, 25. Dezember, wenn in Deutschland Tag ist – nämlich um 12.12 Uhr mittags. Möglich wird dies auch, weil der Mond zur Zeit der Wintersonnenwende erscheint. Da hat die Sonne ihren tiefsten Stand und der Mond dementsprechend den höchsten.

„Stern von Bethlehem“

 Ganz wetterunabhängig ist aber die Beschäftigung mit dem „Stern von Bethlehem“, der ab 18 Uhr am heutigen Mittwoch im Mediendom gezeigt wird. Diese schon zur Tradition gewordene Weihnachtsveranstaltung im Mediendom basiert auf dem Matthäus-Evangelium und stellt in einer Multimediavision die Kulturgeschichte des Zweistromlandes vor. Die Zuschauer „begleiten“ die drei Weisen aus dem Morgenland auf deren Weg nach Jerusalem und Bethlehem und erfahren, welche Himmelserscheinungen als „Stern von Bethlehem“ in Betracht kommen könnten. Im zweiten Kapitel des Matthäus-Evangeliums heißt es, dass weise Magier aus dem Morgenland einen Stern „im Aufgang“ gesehen hätten und ihm gefolgt seien, bis sie schließlich in Bethlehem vor der Krippe standen. Dieser eher karge biblische Text wurde später in der Überlieferung ausgeschmückt. Aus den babylonischen Sterndeutern wurden Könige, aus der Anzahl der überbrachten Geschenke – Gold, Weihrauch und Myrrhe – schloss man darauf, dass es drei Könige gewesen seien. Die Dreizahl symbolisierte zugleich alle Teile der damals bekannten Welt: Europa, Asien und Afrika.

 Immer wieder wurde dieser „Weihnachtsstern“ als Schweifstern über dem Stall von Bethlehem dargestellt. Doch es gebe wenig Anhaltspunkte dafür, dass der Weihnachtsstern wirklich ein Komet gewesen sei, meint Eduard Thomas. Traditionell stünden Kometen auch eher für Unheil, für Tod, Seuchen oder Katastrophen: Zu der Geburt eines göttlichen Kindes passen sie daher nicht unbedingt. Als wahrscheinlichste Erklärung gilt unter Sternenforschern die dreifache Begegnung der Planeten Jupiter und Saturn im Jahr 7 vor Christus. Entsprechende Notizen über diesen astronomischen Vorgang seien mittlerweile auf babylonischen Keilschrifttafeln aus der Zeit entziffert worden.

 „Stern von Bethlehem“, Mittwoch, 23. Dezember, 18 Uhr, Mediendom, Sokratesplatz 6. Treffpunkt zur Sonderöffnung der Sternwarte wegen des Vollmondes um 19 Uhr vor dem Mediendom. Achtung: Die Sternwartenkuppel ist nicht geheizt. Ein verspäteter Einlass ist nicht möglich. Der Zugang zur Dachplattform erfolgt über Metallgittertreppen und ist für Gehbehinderte leider nicht geeignet. Mehr zur wetterbedingten Öffnung unter www.sternwarte-kiel.de

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