18 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
„Von Pause kann keine Rede sein“

Opernhaus „Von Pause kann keine Rede sein“

Noch liegt alles brach. Doch bis zur neuen Spielzeit im September soll das Opernhaus in neuem Glanz erstrahlen. Im Fokus steht die energetische Sanierung, die für ein besseres Klima im Haus sorgen soll. Rund 2,2 Millionen Euro werden dafür investiert.

Voriger Artikel
Wie kam das Auto in die Förde?
Nächster Artikel
Verdächtige Tasche enthielt nur Sportkleidung

Raus mit dem alten Stoff! Christoph Kämmerer entfernt mit seinen Mitarbeitern den Teppichboden, der durch einen nachtblauen ersetzt wird.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die Sitzreihen sind mit Stoffen abgedeckt, fahles Licht fällt auf den schwarzen Bühnenboden, die ausgebaute Technik gibt einen Einblick auf das Stahlgerippe: das Skelett der Oper. Wie ausgefegt wirkt das Opernhaus in diesen Tagen. Die letzte Vorstellung war am 10. Juli. Nun ist Spielpause. Doch von Pause kann hier kaum die Rede sein. Denn in den kommenden Wochen soll hier eine der größten Sanierungen in der Geschichte des Hauses abgeschlossen werden. Die Mitarbeiter haben alles ausgeräumt. Nun wird an die Handwerker übergeben. Jörn Sturm, kaufmännischer Direktor, ist zuversichtlich, dass alles bis Anfang September fertig ist. Dann sollen die ersten Bühnenproben beginnen.

 Immer wieder wurde in der Vergangenheit im Detail saniert, so wurde zum Beispiel im Sommer 2013 der Bühnenboden für rund 250000 Euro ausgetauscht. „Viele Häuser in Deutschland werden bis zur Schrottreife bespielt“, erklärt Sturm. „Wir machen lieber jedes Jahr ein bisschen.“ In diesem Jahr wird es ein großes Bisschen: Ästhetische, praktische und energetische Maßnahmen sind geplant und teilweise schon abgeschlossen.

 Zum Beispiel die Sanierung der Fenster. Weil diese denkmalgeschützt sind, musste jedes Glas einzeln in die alten Rahmen aus den 50er-Jahren eingepasst werden. Dafür haben die rund acht Millimeter dickeren Fenster nun einen Dämmwert von fünf statt eins. Neben dieser Maßnahme soll auch die Umstellung der Fernwärme von Dampf auf Wasser den Energieverbrauch verbessern. Dazu mussten Heizkörper und Rohre getauscht werden. „Im Sommer sind die Temperaturen an einigen Stellen im Haus sehr hoch, im Winter sehr gering. Das wird sich in Zukunft ändern. Insgesamt erhoffe ich mir viel von der energetischen Sanierung“, fasst Sturm zusammen.

 Für besseres Klima bei den Mitarbeitern soll eine neue, weniger störungsanfällige Steuerungsmaschinerie für die Bühne sorgen. Es habe zwar noch nie technisch bedingte Ausfälle gegeben, doch die vielen Zwischenfälle haben vor allem das Bühnenpersonal auf Trab gehalten. Eine Verbesserung also, auch wenn der Zuschauer davon nichts mitbekommt. Bereits die neue Technik kostet eine halbe Million Euro. Diese wird vom Haus selbst getragen. Die restlichen Baustellen schlagen mit 1,7 Millionen Euro zu Buche und werden von der Stadt Kiel finanziert.

 Eine unübersehbare Veränderung wird in diesen Tagen angegangen: Der jetzige Teppich im Zuschauerhaus wird ausgetauscht. Helles Flieder wird von maritimem Dunkelblau ersetzt. Die Farbe an Wänden und Geländern soll noch eine Spielzeit so bleiben und dann durch einen neuen, wahrscheinlich weißen Ton ausgetauscht. „Beides wäre in der knappen Spielpause nicht zu machen“, sagt Sturm. Außerdem wolle man erst abwarten, wie der neue Teppich wirkt, um sich dann auf eine Farbe festzulegen.

 Von dem Gerüst, das zuletzt an der Fassade des Gebäudes stand, sollten sich Passanten nicht beirren lassen. „Die Fassade wird nicht verändert“, bestätigt Sturm. Ein Riss auf dem Mittelrisalit des Hauses hatte zur Beschädigung der Balken darunter geführt. Diesen inneren Schaden galt es in den vergangenen Tagen zu beheben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Kerstin Tietgen
Volontärin

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3