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Von der Kommentatorin zur Gestalterin

Susanne Gaschke im Porträt Von der Kommentatorin zur Gestalterin

Abenteuer erfolgreich bestanden: Die Journalistin Susanne Gaschke wird für die SPD Oberbürgermeisterin in Kiel. Vor der Stichwahl gegen den CDU-Konkurrenten Gert Meyer sah sich die 45-Jährige selbst als Favoritin, obwohl sie eine Seiteneinsteigerin war und sich im parteiinternen Bewerberrennen nur hauchdünn durchgesetzt hatte.

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Susanne Gaschke, seit 25 Jahren SPD-Mitglied, ist Kielerin durch und durch. Nun wird sie Oberbürgermeisterin in der Landeshauptstadt.

Quelle: Paesler

Kiel. Nun wird die „Zeit“-Redakteurin von der Politik-Kommentatorin zur Politik-Gestalterin und Verwaltungschefin. „Das ist das Spannendste, was ich je gemacht habe“, bekannte Gaschke zu ihrer OB-Kandidatur. Weil Kiel eine SPD-Hochburg ist, war sie quasi zum Erfolg verdammt. Dass sie nicht die Wunschbewerberin der SPD-Spitze war, hatte die selbstbewusste Frau zwar zum Nachdenken bewegt, sie aber nicht von ihrer Entscheidung abgebracht.

Susanne Gaschke (SPD) oder Gert Meyer (CDU): Wer macht das Rennen bei der Oberbürgermeisterwahl in Kiel? Unsere Reporter halten Sie ab sofort in unserem Live-Ticker auf dem Laufenden. Sie sprechen mit den Kandidaten, sammeln Reaktionen zu den Zwischenständen ein und verraten Ihnen sofort, wie das vorläufige amtliche Endergebnis lautet.

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Gaschke, seit 25 Jahren SPD-Mitglied, ist Kielerin durch und durch - arbeitet seit 15 Jahren aber in Hamburg für die liberale Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg. Dass die politische Seiteneinsteigerin OB-Kandidatin werden wollte, löste in der SPD zunächst Verwunderung und Zweifel aus. Fehlende Verwaltungs- und Führungserfahrung wurden der Journalistin vorgehalten. Umso mehr gefiel ihr der „Ritterschlag“, den sie von „Zeit“-Herausgeber und Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) bekam: „Die „Zeit“ verliert eine tüchtige Mitarbeiterin, aber Kiel gewinnt eine fähige Oberbürgermeisterin!“, schrieb er ihr.

Die Landeshauptstadt Kiel wurde seit 1950 von neun Oberbürgermeistern geleitet. Zweimal schaffte es eine Frau an die Spitze des Rathauses: Angelika Volquartz (2009 bis 2012) und Susanne Gaschke (2012 bis 2013). Bis auf Angelika Volquartz (CDU) waren alle anderen Oberbürgermeister in der SPD verankert. Hier eine Übersicht.

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Gaschke studierte in Kiel Anglistik, Pädagogik und Öffentliches Recht. Ihre Hauptthemen als Journalistin waren Sozial-, Jugend-, Frauen- und Bildungspolitik. Sie schrieb Sachbücher wie „Die Erziehungskatastrophe“ und „Die verkaufte Kindheit“. Sie ist verheiratet mit dem Bundestagsabgeordneten Hans-Peter Bartels. Das Ehepaar hat eine gemeinsame erwachsene Tochter. Gaschke ist eine Leseratte, feiert, feiert singt und kocht auch gern — unter den Spitzenköchen hat es ihr Jamie Oliver angetan. Den OB-Posten sieht Gaschke sehr politisch; sie will sich dabei auf die Professionalität und Loyalität der Verwaltung verlassen.

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OB-Wahl in Kiel
Foto: Kiel bleibt eine rote Hochburg: Susanne Gaschke (SPD) folgt Torsten Albig (SPD) auf den Posten des Oberbürgermeisters.

Kiel bleibt „rot“: SPD-Kandidatin Gaschke ist neue Oberbürgermeisterin. Die „Zeit“-Journalistin bezwingt den CDU-Rivalen Meyer in der Stichwahl — aber knapper als erwartet. Nun muss Gaschke zeigen, dass sie Politik nicht nur kommentieren kann.

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