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Gefährdet die Fußball-Affäre Olympia?

Vor dem Bürgerentscheid Gefährdet die Fußball-Affäre Olympia?

In Hamburg und Kiel startet bald die heiße Phase vor den Olympia-Bürgerentscheiden am 29. November. Hinein mischt sich aber vor allem in der Hansestadt die Sorge, dass die Negativschlagzeilen rund um die Fußball-WM 2006 in Deutschland auch die Stimmung zur deutschen Olympia-Bewerbung kippen lassen könnte.

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So soll der Stimmzettel am 29. November aussehen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. In Kiel bleiben die Verantwortlichen jedoch gelassen. Ganz so entspannt zeigte sich Hamburgs Sportikone Uwe Seeler hingegen nicht angesichts der sich ausweitenden Fußball-Affäre. Es gebe bestimmt viele Menschen, die „dabei alles über einen Kamm scheren“. Er hoffe aber, „dass wir bei der Olympia-Bewerbung nicht unter der Affäre leiden.“

 Auch Hamburgs Sportbund-Chef Jürgen Mantell treibt die Sorge um, „dass die Leute oftmals die internationalen Verbände in einen Topf werfen, dann sind FIFA und IOC das Gleiche. Nun gelte es, Bürgern diese Trennung bewusst zu machen, damit sie ihr Stimmverhalten nicht von Schlagzeilen rund um die WM-Vergabe 2006 abhängig machten.

 In Hamburgs Olympia-Partnerstadt Kiel sieht man bislang keinen Anlass zur Sorge – zumindest was die Olympia-Stimmung angeht. „Wir haben als Stadt sehr viel unternommen, damit die Planungen für die Olympischen Segelwettbewerbe transparent und bekannt sind. Daher sehen wir die Gefahr nicht, dass der FIFA-Bestechungsskandal auf den Bürgerentscheid zu Olympia durchschlagen könnte“, erklärte Bürgermeister Peter Todeskino (Oberbürgermeister Ulf Kämpfer weilt derzeit im Urlaub) auf Nachfrage.

 Zudem seien die Planungen auf der Basis umfassender Bürgerbeteiligung erstellt worden. Die Rückmeldungen zu den Planungen sind nach Todeskinos Einschätzung überwiegend sehr positiv: „Wir setzen darauf, dass dies auch beim Bürgerentscheid zu einer hohen Beteiligung und großen Zustimmung führen wird.“

 Keinen Grund zur Sorge sieht auch der Leiter des vom Land installierten Olympia-Büros Eckhard Jacobs. Die Bevölkerung könne sehr wohl zwischen beiden Sportverbänden IOC und FIFA unterscheiden. „Hierbei sollte man die Bürger nicht für so dumm halten, dass sie nicht genau wüssten, dass sich die im Raum stehenden Bestechungsvorwürfe nur auf die FIFA beziehen.“

 In der ab 1. November startenden heißen Phase vor den Bürgerentscheiden in Kiel und Hamburg würden viele Sportfunktionäre die Gelegenheit nutzen, den Wert und die Bedeutung einer deutschen Olympiabewerbung noch einmal deutlich zu machen.

 Besonders hilfreich sei die Affäre rund um die Fußball-WM 2006 bei der Olympia-Bewerbung von Kiel und Hamburg zwar nicht, „aber Schaden hat sie noch keinen angerichtet, findet Peter Weltersbach, Geschäftsführer der „Feuer und Flamme für Kiel GmbH“, die im Auftrag der Gesellschafter IHK sowie Kieler Yacht Club die Werbekampagne zum Bürgerentscheid organisiert und finanziert.

 Für Weltersbach ist es in Bezug auf die Olympia-Bewerbung „völlig unerheblich“, was beim FIFA-Skandal letztlich herauskomme. Denn der IOC sei durch sein Leitbild „Agenda 2010“ mit den dort unter anderem festgelegten Regularien zu olympischen Bewerbungsverfahren in Sachen Transparenz einen großen Schritt weiter als die FIFA. Insofern geht Weltersbach davon aus, dass die Agenda-Kriterien zu vernünftiger Nachnutzung olympischer Sport- und Wohnstätten oder Vermeidung von Gigantomanie auch Bestandteil der deutschen Bewerbung sein werden.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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