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Täter mit sadistischen Zügen

Vor dem Jugendgericht Täter mit sadistischen Zügen

Eine Neigung zu ungebremster Gewalt mit sadistischen Zügen bescheinigte das Jugendschöffengericht einem 22-Jährigen aus Kiel-Gaarden, der mindestens drei Personen aus seinem Umfeld übel misshandelt hatte. Das Urteil: zwei Jahre und sieben Monate Jugendstrafe.

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Das Jugendschöffengericht verurteilte den 22-jährigen Angeklagten zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten.

Quelle: Angelika Warmuth

Kiel. Am schlimmsten traf es einen 24-jährigen Kieler, den die Aussicht auf eine Drogenparty im Oktober 2014 in die Wohnung des Angeklagten lockte. Als er unter Einfluss von Alkohol und Ecstasy wehrlos war, schlug ihm der Gastgeber ins Gesicht, fesselte ihn an einen Heizkörper und nahm ihm die Bauchtasche mit Handy, 15 Euro Bargeld und Ausweispapieren ab. Eine jüngere Komplizin, gegen die noch gesondert verhandelt wird, ging mit der EC-Karte des Opfers zum nächsten Geldautomaten. Als sie ohne Geld zurückkam, setzte es weitere Faustschläge.

Anschließend zog der Angeklagte dem Ausgeraubten Stück für Stück die Kleidung vom Leib und präsentierte das splitternackte Opfer in erniedrigender Weise den versammelten Partygästen. Dann schubste er den Unbekleideten aus der Wohnung. Passanten versorgten den im Strafprozess als Nebenkläger beteiligten Zeugen in der kühlen Oktobernacht mit ein paar Klamotten, bis sich die Polizei seiner annahm.

Nur materiell geschädigt fühlten sich weitere Zeugen, die auf zahlreiche Ebay-Kleinanzeigen des Angeklagten hereinfielen. Dieser hatte im Internet teure Fußball-Tickets für Spitzenspiele der Bundesliga gegen Vorkasse angeboten, viel Geld auf seinem Konto eingenommen, dann aber nicht geliefert.

Ein psychologischer Sachverständiger attestierte dem vor Gericht unbeteiligt wirkenden Täter starke Impulsivität und eine Persönlichkeitsstörung. Der zur Tatzeit 20-Jährige sei voll schuldfähig. Nun hofft das Jugendschöffengericht, dass es für den 22-Jährigen noch nicht zu spät ist für eine Umkehr. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr bleibt der Angeklagte in U-Haft.

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