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Fließbandarbeit fürs Entenrennen Kiel

Vorbereitungen in Altenholz Fließbandarbeit fürs Entenrennen Kiel

Geschäftiges Treiben herrscht in den Räumen des Gemeindezentrums Altenholz. 35 Mitglieder aller sechs Kieler Lions Clubs rücken Tische und schleppen Kisten. Heraus kommen 10000 quietschgelbe Gummienten, die im Nu im ganzen Raum verteilt sind.

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Hatten alle Hände voll zu tun (von links): Jasmin Vogt, Olaf Kahlke, Hartmut Niesing und Organisatorin Marlis Halft.

Quelle: Frank Peter

Altenholz. Es ist der erste Tag des diesjährigen Entenklebens. Was wie ein Computerspiel à la Moorhuhn oder Yeti Sports klingt, ist für die Mitglieder der Lions und ihrer Jugendorganisation Leos seit elf Jahren ein vergnügliches Zusammentreffen mit ernstem Hintergrund. Mit dem Verkauf der Enten für das Rennen am 16. Mai sammeln die Ehrenamtler traditionell Geld für ein gemeinnütziges Projekt zugunsten von Kindern. Dieses Jahr geht der Erlös an den Verein Trauernde Kinder S-H.

Enten sind durchgeplant

An drei Tagen im Februar versammeln sich Lions und Leos, um die Enten für das Kieler Entenrennen mit Startnummern zu versehen. Seit einigen Jahren helfen auch Vertreter der ausgewählten gemeinnützigen Organisation. Was auf den ersten Blick chaotisch anmutet, ist bis ins Detail durchgeplant. Zuerst müssen die Enten entpackt werden. Das in China produzierte Gummi-Federvieh bekommt schon bei der Fertigung die Jahreszahl aufgedruckt. Damit die Farbe beim Transport nicht abreibt, steckt jede Ente in einer eigenen Tüte, was doppelte Arbeit beschert. In Zweier-Teams packen die Helfer an. Einer versieht die Ente mit einem Aufkleber, der Los-Nummer und Barcode enthält. Der andere überprüft, ob die Nummer zu der auf dem Teilnahmeschein passt und tütet ihn mit Ente und Spielregeln wieder ein. Damit je 100 eingepackte Enten in einen Karton passen, müssen die Tüten noch von Hand gelocht werden. „Sonst packen wir zu viel Luft ein und es passen nicht mehr 100 in einen Karton“, erklärt Marlis Halft.

Erfolgreichstes Entenrennen Deutschlands

Unter der Organisation der „Oberente“ ist das Kieler Spektakel zum erfolgreichsten Entenrennen Deutschlands geworden. Nur in Hamburg gehen ähnlich viele Enten an den Start. 636070 Euro kamen seit der Kieler Erstauflage zusammen, das Jubiläumsrennen im vergangenen Jahr brachte die Rekordsumme von 76161 Euro ein. „Das hätte ich mir zu Beginn nicht träumen lassen“, sagt Halft, die die arbeitsintensive Organisation inklusive Sponsoren-Akquise und Helfer-Koordination nach dem elften Rennen an Olaf Kahlke abgeben wird. „Ich möchte auch mal wieder Zeit für mich nutzen“, sagt die Arzthelferin, die ihren Urlaub seit Jahren um das Rennen herum plant. „Die Woche vor dem Rennen nehme ich immer frei.“ Besonders stressig sei die Vorbereitung im vergangenen Jahr gewesen, als die Enten mit Verzögerung geliefert wurden. „Das hat unseren ganzen Zeitplan durcheinandergebracht“, erzählt Halft. „Aus Bremen musste ein Extra-Spediteur losfahren, damit wir sie noch rechtzeitig bekleben konnten.“ Dieses Jahr läuft bislang alles glatt, sodass der offiziellen Auftaktveranstaltung am 23. Februar und dem Verkaufsbeginn der Enten nichts im Wege steht. Wer mit einer Ente am Rennen teilnehmen will, kann sie nach dem offiziellen Auftakt an zahlreichen Verkaufsstellen in Geschäften und Apotheken zum Preis von fünf Euro erwerben.

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Bildungsprojekt
Foto: Über eine stolze Summe für das Projekt „Wissen baut Brücken“ freuten sich die Bildungspatinnen Barbara Leckban und Irma Petersen mit Karos und Ibrahim, Torsten Albig, Cebel Küçükkaraca, Jürgen Hoffmeister, Marlis Halft und Olaf Kahlke (von links).

10000 Gummienten verwandelten auch in diesem Jahr wieder die Kiellinie in eine bunte „Rennstrecke“ und machten damit viele Kieler glücklich. Denn beim 10. Entenrennen der sechs Kieler Lions Clubs und ihrer Jugendorganisation Leo im Mai ist eine Rekordsumme zusammengekommen, die selbst die langjährige Projektleiterin Marlis Halft sprachlos machte: 76.160 Euro.

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