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Vorerst bleibt die Küche kalt

Kieler Innenstadt Vorerst bleibt die Küche kalt

Wer in der Kieler Innenstadt auf der Suche nach einem leckeren Mittagessen oder Snacks ist, steht jetzt häufiger vor verschlossenen Türen oder Baustellen-Schildern. Suche nach einem Nachfolger, Sanierung und ein völlig neues Konzept: Die Gastronomie-Szene ist in Bewegung geraten.

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Ob hier schon „Ottos Enkel“ reinschauen? Im früheren „Charmissimo“ eröffnet die Bäckerei Günther Mitte Oktober ein Café-Bistro, derzeit läuft der Umbau.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Auf der Tafel wird noch Entenkeule in Sauer mit Preiselbeeren angepriesen, doch der Zettel an der Eingangstür des traditionsreichen Ratskellers informiert über eine vorübergehende Schließung wegen Umbauten. Ingrid und Jan Weichel sind enttäuscht. „Gutes Essen, nettes Personal. Wir sind Stammgäste“, erzählt das Paar, während es den Zettel liest. Dort ist noch kein Termin zur Wiedereröffnung genannt. Stattdessen gibt es den Hinweis: „Wir wollen alles für Sie schöner machen“. Außerdem wird empfohlen, ins nahe Steakhouse „Negresco“ in der Kehdenstraße zu gehen. Beide Restaurants betreiben Nasser Daher und Olaf Fritz schon seit Jahren. „Wir mussten etwas tun“, betont Daher und verweist auf dringende Sanierungsarbeiten. Zusammen mit der Stadt gaben die Pächter in dem mehr als 100 Jahre alten, zum Teil denkmalgeschützten Gewölbe Modernisierungsmaßnahmen in Auftrag.

Stromleitungen, Toiletten, Fenster, vor allem aber eine moderne Lüftung muss her, zählt Daher auf. Der Pächter sieht zwar die Notwendigkeit der Arbeiten, versteht aber nicht, warum sie so lange dauern: Frühestens Ende Oktober kann der Ratskeller seine Türen wieder öffnen, verrät die Ansage auf dem Anrufbeantworter. Spätestens Anfang November seien sie wieder da, ist Daher überzeugt – rechtzeitig, um Reservierungen für den Advent und die Weihnachtsfeiertage entgegenzunehmen. Bis dahin sind Online-Reservierungen möglich.

Defekte Gaszuleitung im Mann's

 Auch vor dem erst im Februar eröffneten Lokal „ Mann’s “ an der Schevenbrücke hängt ein Schild, wonach eine defekte Gaszuleitung zur Küche zur Schließung führte. Doch das Lokal, das „für frische, ehrliche Gerichte zum fairen Preis“ auch am Mittag warb und besondere Spiele der Kieler Mannschaften auf Leinwand übertrug, wird nicht mehr unter dem bisherigen Namen öffnen. Pächterin Christina Mann sucht mitllerweile einen Nachfolger, obwohl das Lokal nach schleppendem Anfang, wie sie sagt, gut angenommen wurde.

„Ich habe zu viel mit dem Lüneburghaus zu tun und will nicht zwei Sachen halbherzig machen“, begründet sie, warum sie sich künftig auf die Führung des Restaurants in der Dänischen Straße konzentrieren will. Jetzt hofft sie darauf, dass an der Schevenbrücke wieder Gastronomie einzieht. Es wäre dann das vierte Lokal innerhalb der vergangenen drei Jahre. Nach dem Auszug des früheren Kaffeehauses Fiedler richtete die neue Eigentümerin der Immobilie in den Räumen des früheren Friseursalons Klinck und des zu Fiedler gehörenden Bistros „Sandwichs“ 2013 eine Tapas-Bar ein.

Charmissimo wurde übernommen

 Auf der anderen Straßenseite, im früheren als Hotspot gefeierten Kaffeehaus „ Charmissimo “, steht dagegen ein Neuanfang an: Die Bäckereikette Günther, in fünfter Generation in Familienhand, hat die Räume bereits vor einigen Monaten übernommen. Aber im Gegensatz zu ihren weiteren Standorten in der Innenstadt im Sophienhof, an der Holstenbrücke, Küterstraße und Hopfenstraße will die Familie Günther dort ein ganz neues Gastronomie-Konzept umsetzen – unter dem Namen „Ottos Enkel“ in Erinnerung an den Ururgroßvater ihres Mannes Moritz Günther, erläutert Inga Günther.

 Entstehen soll ein Café-Bistro, in dem Kunden zwar Brot kaufen können, aber auch 65 Sitzplätze vorfinden. „Wir wollen mit warmem Mittagstisch, besonders belegten Brötchen und Frühstücksangeboten ein ganz anderes Klientel ansprechen, auch Geschäftsleute und Touristen, die gern länger sitzen wollen“, sagt sie. Auch einen Veranstaltungsraum zum Mieten soll es geben. Für die Innengestaltung im nordisch-modernen Design hat das Paar einen Berliner Architekten beauftragt. Die Eröffnung ist für Mitte Oktober geplant. Bis dahin werkeln die Handwerker hinter Absperrungen und der Glaswand mit dem Werbeschild für „ein neues, kreatives Gastronomie-Konzept“ und der Aufforderung „Werde Teil von etwas Neuem“.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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