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Abtauchen mit den Herdmanns

Vorlesetag Abtauchen mit den Herdmanns

Die Landesregierung unterstützt den 12. Bundesweiten Vorlesetag. Ministerpräsident Torsten Albig machte Freitagmorgen vor Drittklässlern der Toni-Jensen-Grundschule in Neumühlen-Dietrichsdorf den Auftakt.

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Ministerpräsident Torsten Albig las gestern vor Drittklässlern der Toni-Jensen-Grundschule aus dem Kinderbuch „Die Herdmanns sind zurück“.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Bundesweit lasen Tausende Vorlese-Begeisterte rund um diesen besonderen Tag aus ihren Lieblingsbüchern vor. Der Vorlesetag ist eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen, Die ZEIT und Deutscher Bahn Stiftung.

 Die Toni-Jensen-Grundschüler waren schon sehr früh hellwach. Kaum hatte Torsten Albig die Aula betreten, wurde der Regierungschef mit Fragen überhäuft. „Wie ist es, so ein Land zu regieren“, wollte ein Mädchen wissen. „Man kann viel gestalten, hat aber nie so viel Geld, alle Wünsche zu erfüllen“, antwortete Albig. „Wie alt bist du?“. „52“.“ „Hast du Pokale“, fragte ein Junge. „Meine einzige Urkunde habe ich 1971 in der dritten Klasse für den ersten Platz im Kopfrechnen bekommen“, erzählte der Ministerpräsident. Die Antwort auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch kam prompt: „Moby Dick. Das ist ein ganz tolles Buch“.

 Als der Schwall von Fragen abgeebbt war, und Torsten Albig vorzulesen begann, wurde es mucksmäuschenstill. Alle hörten gebannt zu, als er von den „schrecklichsten Kindern aller Zeiten“, den Herdmanns-Kindern aus dem Roman „Achtung, die Herdmanns sind zurück“ (Barbara Robinson). Wäre es nach den Kindern gegangen, hätte er wohl viel mehr vorlesen können. „Wir freuen uns sehr, dass der Ministerpräsident überhaupt gekommen ist“, sagte Schulleiterin Marion Ehlers.

 Kristin Alheit, die Freitagmorgen zu Gast war im Kieler Kinderhaus St. Nikolaus, ging auch auf die in dieser Woche vorgestellte Vorlesestudie 2015 der Stiftung Leben ein. Schleswig-Holsteins Sozialministerin ist Kuratorin der Stiftung für Schleswig-Holstein: „Mit dem Vorlesetag wollen wir vor allem Eltern motivieren, sich mit ihren Kindern die Zeit zum Lesen zu nehmen. Vorlesen fördert die Entwicklung und ist zudem eine Chance für die Integration von Kindern aus anderen Ländern“, sagte sie. Die aktuelle Studie zeige darüber hinaus, dass Vorlesen auch eine längerfristige soziale Bedeutung hat: Wurde Kindern regelmäßig vorgelesen, sind diese häufiger darum bemüht, andere in die Gemeinschaft zu integrieren. Zudem sei der allgemeine Gerechtigkeitssinn dieser Kinder besonders ausgeprägt.

 Unter anderem hatte auch der Jugendverband im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (JSHHB) und die Referentin für Niederdeutsch in diesem Jahr dazu aufgerufen, plattdeutsche Bücher und Geschichten vorzulesen. 23 Ehrenamtliche aus verschiedenen Orten in Schleswig Holstein sind dem Aufruf gefolgt. Sie wurden in Kindertagesstätten, in Schulen, in einer Buchhandlung und in Senioreneinrichtungen vorgelesen. Die plattdeutschen Bücher und Geschichten stellt der Heimatbund zur Verfügung, sie bleiben in den Einrichtungen.

 Wie groß das Interesse an dem Vorlesetag ist, unterstreichen die Zahlen. Von Jahr zu Jahr wurden neue Rekordteilnahmen vermeldet. 2014 griffen nahezu 83000 Vorleserinnen und Vorleser zu den Büchern und steckten über 2,5 Millionen Zuhörer in ganz Deutschland mit ihrer Lesefreude an. In diesem Jahr gab es erneut eine Steigerung, erstmals wurde 100000er-Marke geknackt. Über 110000 Vorleser beteiligten sich. Der Erfolg dürfte am einfachen Konzept liegen: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor.

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