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Eine arabisch-deutsche Geschichte

Vorlesetag Eine arabisch-deutsche Geschichte

Die Fluchtgeschichte aus der Sicht eines Kindes, die Hassan Humeida in seinem Buch „Die Heimat der Noon“ aufgeschrieben und beim Vorlesetag in der Hebbelschule Kiel vorgetragen hat, bewegte die Schüler sehr.

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Auf der Bühne in der Aula der Hebbelschule hatte am Freitagmorgen der Kieler Wissenschaftler Hassan Humeida Platz genommen.

Quelle: Frank Peter

Wik. Das Besondere an der Lesung war, dass den 150 Kindern aus der fünften und sechsten Klassenstufe sowohl in Arabisch als auch in Deutsch vorgelesen wurde. „Damit möchte ich die interkulturelle Kommunikation stärken“, sagt der Autor, der selbst vor 25 Jahren zum Studieren aus dem Sudan nach Kiel kam. Der 46-jährige Ernährungswissenschaftler hat schon immer gern in seiner Freizeit geschrieben. Die Geschichte hat er in Anlehnung an die Berichte von Flüchtlingen in den Medien zusammengestellt.

 Die arabischen Passagen sollen den Flüchtlingskindern bei der Bewältigung ihrer Traumata helfen und ihnen ein Stück Heimatgefühl vermitteln. Den deutschen Kindern soll auf diesem Wege die fremde Sprache näher gebracht werden, um ein Gespür dafür zu bekommen, wie sich die geflohenen Kinder fühlen, wenn sie hier ankommen. Mit Erfolg: „Arabisch klingt toll, aber man merkt, wie schwer es sein muss, eine neue Sprache zu lernen“, sind sich die beiden Elf-Jährigen Vincent und Magnus einig.

 Die deutschen Passagen, die Humeida selbst übersetzt hat, liest Schülerin Pauline vor. Sie hatte beim Vorlesewettbewerb ihrer Schule gewonnen. „Ich habe mich vorher auf das Buch vorbereitet und kann jetzt viel besser verstehen, wie heftig es ist, fliehen zu müssen“, sagt die Zwölf-Jährige. Ergänzt wurde die Lesung mit den Illustrationen zum Buch von Eihab Elhassan, die auf eine Wand projiziert wurden.

 „Im Sommer haben wir das Buch vom Autoren geschenkt bekommen, und wir fanden die Idee super, das in unseren Vorlesetag einzubinden“, sagt Orientierungsstufenleiterin Katharina Appel. Humeida war dazu bereit, besuchen seine Kinder doch auch die Hebbelschule. Der Vorlesetag, der bundesweit bereits zum 13. Mal startete, wurde an der Hebbelschule erstmals in einem so großen Rahmen angeboten. „Wir haben sonst kleinere Aktionen gemacht“, sagt Appel.

 In diesem Jahr haben neben den Fünft- und Sechstklässlern auch die Oberstufenschüler eine spannende Geschichte zu hören bekommen. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner der Schule, der Buchhandlung Hugendubel, konnte die Schule auch die Kieler Krimiautorin Kristin Warschau gewinnen, die aus ihrem neuesten Werk „Ostseewut“ vorlas. Die Neuntklässler wurden gleichzeitig zu Vorlesern und Zuhörern: Sie lasen sich gegenseitig in der Forstbaumschule verschiedene Bücher vor.

 Im Unterricht nachbereitet werden soll bewusst nichts. „Die Schüler sollen zuhören und Spaß am Vorlesen und Lesen bekommen“, sagt Lehrerin Anke Christensen, die den Tag organisierte. Die Flüchtlingsthematik selbst sei aber immer wieder Unterrichtsbestandteil.

 Hassan Humeida hat neben „Die Heimat der Noon“ noch sieben weitere Werke geschrieben, die sich unter anderem mit dem Thema Umweltschutz, aber auch der Gewalt an Kindern befassen. „Bislang fehlt mir aber noch die Finanzierung für den Druck.“

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