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Wirbel um Pläne für Wohnungslosenhilfe

Vorstoß aus dem Rathaus Wirbel um Pläne für Wohnungslosenhilfe

Kiel will die Obdachlosen- und Wohnungslosenhilfe neu aufstellen. Danach will die Stadt die Prävention ausbauen und sich bei der Hilfeplanung auf Ortsansässige konzentrieren. Kritiker sprechen von Hilfeverweigerung für Nicht-Kieler. Dies sei absurd, sagt Sozialstadtrat Gerwin Stöcken (SPD).

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In ganz Deutschland verschärfen sich für Großstädte wie hier in Köln die Probleme, für die steigende Anzahl von Wohnungs- und Obdachlosen Mietwohnungen zu finden.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Kiel. Das Obdachlosenmagazin "Hempels" machte die Pläne der Stadt jetzt bekannt. Bereits im Februar lag dem Sozialausschuss eine Skizze vor, gedacht als erster Aufschlag für eine Diskussion auch mit Trägern der Wohnungslosenhilfe, die am Ende des Jahres zu einem nachjustierten Konzept führen soll.

Mehr als 600 Menschen leben in Kiel ohne Wohnsitz, darunter 28 Prozent Nicht-Kieler. 310 sind nach Angaben der Stadt in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, 245 haben kein eigenes Dach mehr über dem Kopf, weil sie etwa wegen Mietschulden ihre Wohnung verloren haben. Oft kommen sie bei Bekannten unter. 40 machen freiwillig Platte.

Angesichts des engen Wohnungsmarktes in Kiel bleiben Wohnungslose derzeit auf der Suche nach einer neuen Bleibe fast immer auf der Strecke. Mit Ortsfremden soll daher künftig in Gesprächen verstärkt ausgelotet werden, ob sie im früheren Wohnort nicht eine bessere Hilfe erwarten könnten. Nur wenn derjenige bereit sei, soll er eine Fahrkarte zum Heimatort erhalten, betont Stöcken: "Wir nehmen vorher Gespräche mit Helfern vor Ort auf."  Wer nicht wolle, den könne man nicht wie ein Sheriff aus Kiel weisen: "Es gilt das Recht auf Freizügigkeit."   Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe hatte das Modell als "komplett rechtswidrig" gerügt.  Die Kieler Linken sprechen sogar von illegalen Abschiebungen, die es nicht geben dürfe.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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