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Wahlwerbung mit viel Kiel-Gefühl

Kietzer und Zeitz zeigen Flagge Wahlwerbung mit viel Kiel-Gefühl

Seit Tagen lächeln Oberbürgermeister-Kandidaten in Kiel von den Plakaten und werben dafür, sie am 28. Oktober zu wählen. Doch was ist, wenn wie bei vergangenen Wahlen viel zu viele Bürger zu Hause bleiben? „Echte Kielerinnen und Kieler gehen wählen“, finden Stadtpräsidentin Cathy Kietzer und THW-Handballer Christian Zeitz.

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Stadtpräsidentin Cathy Kietzer und THW-Handballer Christian Zeitz werben für die Plakatkampagne "Echte Kieler gehen zur Wahl".

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel.   Unter dem Titel haben beide am Dienstag ihre Plakataktion, die helfen soll, die Wahlbeteiligung zu erhöhen, vorgestellt. Der Wähler – das unbekannte Wesen? Als Torsten Albig (SPD) der CDU-Amtsinhaberin Angelika Volquartz 2009 mit 52,1 Prozent der Stimmen gleich im ersten Wahlgang eine bittere Wahlniederlage bescherte, einte alle Parteien Ratlosigkeit über die niedrige Wahlbeteiligung. Nur 36,5 Prozent der damals etwa 190000 Kieler Wahlberechtigten hatten ihre Stimmen abgegeben. Bei der OB-Wahl 2003 waren es noch 47,3 Prozent gewesen.

Unzufriedenheit mit Parteien, Verunsicherung durch die Krise, Desinteresse oder Protestsignal – so lauteten damals die Erklärungsversuche. Die Ratsversammlung beschloss danach eine Kampagne „Mehr Begeisterung für die Kommunalpolitik wecken“ unter der Regie der Stadtpräsidentin. Eine etwas sperrige Aufgabe, räumte Kietzer gestern ein – aber eine notwendige: Denn eine sehr niedrige Wahlbeteiligung stelle demokratische Legitimationen infrage. Zur diesjährigen OB-Wahl stellen sich Susanne Gaschke (SPD), Gert Meyer (CDU), Andreas Tietze (Grüne) und die unabhängigen Einzelbewerber Matthias Cravan sowie Jan Barg.

Um mehr junge Menschen und auch die weniger an Politik Interessierten in die Wahlkabinen zu locken, bat die Stadtpräsidentin den bekannten und beliebten Sportler um Unterstützung. Zeitz, der seine Stimme per Briefwahl abgibt, sagte sofort zu, zumal die Kandidaten nicht so bekannt seien. Wenn er sechs Wochen früher davon gewusst hätte, scherzte er, hätte er sich selbst noch als OB-Kandidat aufstellen lassen. Kommunalpolitik ist derzeit aber kein Thema beim Handball-Training: „Wir haben andere Probleme in der Mannschaft.“

150 Plakate lässt die Stadt ab dem 19. Oktober an Litfaßsäulen in Kiel aufkleben. Sie zeigen Kietzer und Zeitz mit dem Appell, wählen zu gehen. Was aber bedeutet „echte Kielerinnen und Kieler“? Kiels langjährige Stadtpräsidentin ist immer noch dänische Staatsbürgerin, Zeitz ist in Heidelberg geboren. Das Echte ist eine Gefühlssache für Cathy Kietzer: „Ein echter Kieler ist derjenige, der hier lebt, sich hier zu Hause fühlt, gleich woher er kommt und darüber mitentscheiden will, wer Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin wird“, stellt sie klar.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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