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Stadt Kiel verschließt die Nisthilfen

Wanderfalken ohne Zuhause Stadt Kiel verschließt die Nisthilfen

Im vergangenen Jahr brütete noch ein Wanderfalkenpaar im Rathausturm und zog drei Junge groß. Nun hat die Stadt die Nisthilfe verschlossen. Die AG Wanderfalkenschutz Schleswig-Holstein kritisiert „das fehlende Bemühen seitens der Stadt, dem Wanderfalken zur Brut zu verhelfen“.

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Wanderfalkenküken im Rathausturm: Im vergangenen Jahr brütete dort ein Wanderfalkenpaar und zog drei Junge groß. Dieses Jahr ist die Nisthilfe verschlossen.

Quelle: Petra Krause

Kiel. Während der Kieler Woche 2016 wurden auf Anraten des Kieler Wanderfalkenfachmanns und AG-Mitglieds Holger Weidmann die Turmfahrten abgesagt und auf die Beflaggung verzichtet. So freute sich die AG, als dieses Jahr wieder Wanderfalken am Rathausturm gesichtet wurden. Doch Ende Februar ereilte Holger Weidmann die Nachricht, dass die Stadt das Einflugloch zur Nisthilfe von innen verbarrikadiert hatte. Als er auf den Turm wollte, um nachzugucken, wurde ihm der Zutritt verwehrt. Für AG-Mitglied Uwe Robitzky verstößt die Stadt damit gegen den Paragrafen 44 des Bundesnaturschutzgesetzes.

Sanierung und Falkenschutz müssten sich nicht ausschließen

Die Stadt verweist auf die notwendige Turmsanierung, weshalb es erforderlich gewesen sei, die Nisthilfen rechtzeitig zu verschließen und eine Brut zu verhindern. Die unumstritten notwendige Sanierung sei aber die eine und der Schutz des Wanderfalken die andere Seite, so Robitzky. Sanierung und Falkenschutz müssten sich nicht ausschließen. Vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, hat bei der AG Unmut erzeugt. „Wir sind aus allen Wolken gefallen. Wir hatten darauf gewartet, dass die Stadt uns die Baupläne vorstellt. Dann hätten wir rechtzeitig nach Lösungen suchen können“, so Robitzky.

Die Stadt dagegen behauptet, dass „die AG im vergangenen Jahr transparent und offen über die weitere Verfahrensweise im Zuge der notwendigen Turmsanierung in Kenntnis gesetzt worden ist". Allerdings räumt die Stadt das Versäumnis ein, im Vorfeld keine Ausnahmegenehmigung beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) eingereicht zu haben. Mittlerweile wurde dies nachgeholt. Ginge es nach Uwe Robitzky, dürfte diese nicht erteilt werden: „Die Verwaltung ist bei ihren Entscheidungen an Recht und Gesetz gebunden und hat für solche Fälle einen nur kleinen Ermessensspielraum zur Verfügung."

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Vor Kurzem kreisten sie noch um den Rathausturm. Doch sie fanden keinen Einlass. Denn die Stadt Kiel hat das Zuhause des Wanderfalkenpaares, das noch im vergangenen Jahr dort oben erfolgreich brütete, verschlossen.

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