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Wann sind Hustenstiller hilfreich?

Erkältungszeit Wann sind Hustenstiller hilfreich?

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – im Winter haben Erkältungsmittel Hochkonjunktur. Besonders häufig werden Arzneimittel gegen Reizhusten verordnet, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) mit – doch Vorsicht: Es kann zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen, warnt die Kasse.

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Auch die Eltern leiden, wenn ihre Kinder nächtelang husten. Viele greifen daher zu Hustenstillern, doch die sind umstritten.

Quelle: Fotolia

Kiel. Beispiel Hustenstiller. Die dürften keinesfalls in Kombination mit Schleimlösern verabreicht werden. „Dadurch kann ein gefährlicher Sekretstau in den Bronchien entstehen und zur Atemnot führen“, sagt Thomas Widmann, Arzneimittelexperte der TK. Das gelte für Kinder und Erwachsene.

 „Die Diskussion um Hustenmedikamente gibt es schon seit Jahrzehnten“, sagt Dr. Tobias Ankermann, Oberarzt der Klinik für Allgemeine Pädiatrie am Kieler Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Husten könne ein ernstzunehmendes Symptom sein, wenn er täglich, feucht und mit Auswurf verbunden ist, oder ein ärztlicher Befund vorliegt. „Aber wochenlanger Reizhusten nach Virusinfektionen ist ganz normal, da helfen auch keine teuren Produkte. In der Regel beeinflussen Hustenstiller den Verlauf der Erkrankung nicht.“

 Die Gabe von verschreibungspflichtigen Hustenstillern sei nur sinnvoll, wenn „der Husten als Symptom den Menschen gefährdet“. Dass sie dennoch oft verschrieben werden, erklärt er mit dem „hohen Leidensdruck“ der Eltern, wenn ein Kind nächtelang durchhustet. „Sie wollen von einem Arzt dann nicht hören, dass Tee und Honig helfen, sondern gehen zu dem, der etwas verschreibt.“ Beim typischen Reizhusten liege meist eine virale Infektion der Atemwege vor, bei der es durchaus üblich sei, dass Kinder auch 10 bis 28 Tage danach noch husten. Ankermann empfiehlt daher, zunächst abzuwarten, wenn eine ernsthafte Erkrankung durch einen Arzt ausgeschlossen ist. Husten lege sich oft von selbst und sei durch Hausmittel zu lindern.

 Auch Monika Hauschild aus der Kieler Aesculap-Apotheke empfiehlt Hustenstiller nur, wenn das Kind nächtelang nicht richtig geschlafen hat. „Hustenblocker stoppen den Vorgang des Hustens, so dass Schleim und darin enthaltenen Bakterien nicht herauskommen“, sagt sie. Sie empfiehlt schleimlösende Hustensäfte. „Einige sind komplett alkoholfrei, also schon für Säuglinge geeignet.“ Zwar richte sie sich nach den Wünschen der Kunden, im Zweifel rate sie aber von chemischen Produkten ab. „Solange das Kind nicht extrem krank ist, würde ich immer mit pflanzlichen Präparaten arbeiten.“ Besonders sanft seien die homöopathischen Bronchobini-Globuli. „Bis sie wirken, dauert es allerdings ein bisschen länger.“

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