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Stadt Kiel schnürt einen Doppelpack

Wappen und Marke Stadt Kiel schnürt einen Doppelpack

Die Kieler müssen sich nun doch nicht vom Stadtwappen verabschieden. Nach den Protesten gegen die Verdrängung des roten Signets mit Boot und Schriftzug durch das neue blaue Erkennungszeichen Kiel.Sailing.City lenkt die Stadt ein.

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Gespaltene Reaktionen: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer stellte das neue Kiel-Logo vor.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Das Wappen, das als Hoheitszeichen nur noch bei seltenen offiziellen Anlässen auftauchen sollte, ziert auch künftig die offiziellen Briefe der Verwaltung, das Logo Kiel.Sailing.City kommt dazu. Die Verwaltungsmarke werde mit der Dachmarke kombiniert, versprach Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska einen „guten Kompromiss“.

Kritik dauert noch immer an

Bis heute hält die Kritik am neuen Erkennungszeichen und dessen hohen Kosten an. Sie gipfelte in einem heftigen politischen Schlagabtausch während der Januar-Ratsversammlung, als CDU, FDP und Linke die Vertagung durchsetzten. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) warb vergeblich für eine Grundsatzentscheidung zum „klaren, frischen“ Design von „Kiel.Sailing.City“ und dafür, über die weitere Verwendung des Wappens erst später gemeinsam in einem Gesamtkonzept abzustimmen. Da in der nächsten Ratsversammlung am 18. Februar der Haushalt verabschiedet werden soll, ruht das Projekt erst einmal bis März. Doch bis dahin, versichert die Stadtsprecherin, werde man ein Konzept für die künftige Nutzung des Wappens als Hoheitszeichen und der Dachmarke vorlegen: „Wir hoffen auf einen großen Konsens.“ Man werde die Verbundenheit der Bürger mit dem Wappen achten.

Vorschlag eines Doppelpacks

Nach Angaben der Stadt bereitet die Verwaltung jetzt einen Vorschlag für die Ratsversammlung vor, wie das Stadtwappen und die Dachmarke im Doppelpack vereint werden kann. Der Schriftverkehr der Stadt wird demnach beide Logos tragen, wobei das Adressfeld auf der rechten Seite dem Signet mit dem Wappen vorbehalten bleibt. Wie die künftige Marken-Partnerschaft für verschiedene Produkte aussehen könnte, erarbeitet derzeit die Agentur boy/Strategie und Kommunikation, die das neue Design für Kiel.Sailing.City entworfen hatte. Sie hatte ein einheitliches Erscheinungsbild empfohlen und dafür plädiert, in der Stadt- und Standort-Werbung allein auf das neue Logo in Blau-Variationen zu setzen. Dass diese Strategie aufgebrochen werde, sei ein Erfolg derjenigen, die ihren Protest lautstark geäußert hätten, sagte die Stadtsprecherin: Das Stadtwappen bleibe unangetastet.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Ratsversammlung
Foto: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer spricht vor dem alten Stadtwappen zu den Stadtverordneten.

„Kiel.Sailing.City“ liegt als Dachmarke vorerst auf Eis. Die Beschlussvorlage über ihre Einführung wurde vertagt. Damit endete eine hochemotionale Debatte im Rathaus nach mehr als einer Stunde gegenseitiger Appelle, Angriffe und Vorwürfen mit einem Eklat.

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