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Awo-Mitarbeiter demonstrieren in Kiel

Angleichung an öffentlichen Dienst Awo-Mitarbeiter demonstrieren in Kiel

Der Tarifstreit zwischen Verdi und der Arbeiterwohlfahrt in Schleswig-Holstein ist festgefahren. Mit einem erneuten landesweiten Warnstreik und einer Protestkundgebung in Kiel unterstreicht die Gewerkschaft ihre Forderungen. Die Awo sieht keinen Spielraum.

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Rund 650 Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt aus ganz Schleswig-Holstein haben am Donnerstag in Kiel für bessere Bezahlung und einen einheitlichen Tarifvertrag demonstriert.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Hunderte Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt (Awo) aus ganz Schleswig-Holstein haben am Donnerstag in Kiel für bessere Bezahlung und einen einheitlichen Tarifvertrag demonstriert. Die Polizei und die Gewerkschaft Verdi sprachen von etwa 650 Demonstranten. Es könne nicht sein, dass bei der Awo Erzieherinnen, die in der Jugendhilfe arbeiten, fast 20 Prozent weniger bekommen als Erzieherinnen in Kitas der Awo, sagte Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Hooke. Verdi hatte landesweit zu dem Warnstreik aufgerufen. Neun Kindergärten in mehreren Städten seien deswegen geschlossen gewesen, sagte Hooke.

Die Gewerkschaft fordert für alle 4000 Mitarbeiter der mehr als 150 Awo-Betriebe im Norden einen einheitlichen Tarifvertrag und bis 2020 eine Angleichung aller Löhne an das Niveau des Tarifvertrages des öffentlichen Dienstes. Die Erzieherinnen in Kitas bekämen bereits den entsprechenden Lohn, nicht aber in anderen Einrichtungen. Im Pflegebereich liege die Bezahlung etwa 12 Prozent unter der des öffentlichen Dienstes.

Rund 600 Mitarbeiter demonstrierten an Donnerstag in Kiel für eine bessere Bezahlung und einen einheitlichen Tarifvertrag.

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Awo-Geschäftsführer Michael Selck wies die Verdi-Forderungen als nicht erfüllbar zurück. Nur 30 Prozent der Anbieter im Pflegebereich seien noch tarifvertraglich gebunden und etwa 40 Prozent in der Jugend- und Familienhilfe. „Wir bräuchten einen Branchentarifvertrag im Sozialbereich, da stehen wir an der Seite von Verdi“, sagte Selck. „Die Awo als ein Anbieter kann nicht einfach in Vorleistung gehen.“

Die Awo hat die Tariferhöhung von 2,4 Prozent im öffentlichen Dienst für das pädagogische Personal übernommen. Zudem hat die Awo 5 Prozent mehr Geld in 24 Monaten angeboten - 3,5 Prozent ab 1. Januar 2017 und weitere 1,5 Prozent ab 2018.

Verdi fordert neben dem einheitlichen Tarifvertrag 6,4 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. Juli 2016. Das sei nicht möglich, sagte Selck. „Denn wir haben mit den Kostenträgern im Sozial- und Gesundheitsbereich ausgehandelte Verträge, die sich nicht im Nachhinein ändern lassen.“

Die Verdi-Tarifkommission will am 26. Oktober entscheiden, ob sie die Verhandlungen wieder aufnimmt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Warnstreiks folgen, sagte Hooke. Das Wort Urabstimmung wolle er noch nicht in den Mund nehmen. Jetzt seien die Beschäftigten dran.

dpa

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