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Was sind Ihre Pläne für die Innenstadt?

Leser fragen, OB-Kandidaten antworten Was sind Ihre Pläne für die Innenstadt?

Angesichts der aktuellen Horrormeldungen aus dem städtischen Haushalt grübeln viele Kieler, wie es mit der Landeshauptstadt weitergehen soll. Was kann sich das Rathaus in Zukunft noch leisten, wo muss sogar investiert und wo dringend Abstriche gemacht werden? Die fünf OB-Kandidaten geben Auskunft, wie Sie trotz klammer Kasse Kiels Innenstadt weiterentwickeln wollen.

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Fünf Kandidaten wollen am 28. Oktober Oberbürgermeister von Kiel werden. Vor der Wahl stellen sich die fünf Aspiranten jedoch den Fragen der KN-Leser.

Quelle: hfr

Kiel. Zum Auftakt der KN-Aktion beantworten die fünf Bewerber die Fragen, um die es bislang am meisten ging: Wie wollen Sie die Schulden der Stadt in den Griff bekommen? Worauf soll Kiel verzichten? Heute: Wie wollen Sie Kiels Innenstadt weiterentwickeln?

Kieler Bürger wählen am 28. Oktober ihren neuen Oberbürgermeister. Die Kandidaten stellen wir Ihnen in der Bildergalerie kurz vor.

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Gert Meyer (CDU):

"Für die Innenstadt möchte ich gemeinsam mit Bürgern, Eigentümern, Gewerbetreibenden, Verbänden, und Stadt Ideen entwickeln, wie wir die Innenstadt attraktiver und lebenswerter machen können. Das geplante Becken zwischen Bootshafen und Kleinem Kiel wird die Probleme nicht lösen, auch weil wir dafür auf wichtige Dinge wie die Sanierungen von Schulen oder Sportanlagen verzichten müssten. Zu meinen Ideen gehören auch: Verbesserte Sonntagsöffnungszeiten vor allem für Touristen, Kreuzfahrer und Fährgäste, die Erreichbarkeit der Innenstadt für Pkw erhalten, Schaffung kultureller Angebote wie der Umbau des Schifffahrtsmuseums und die Sommerbespielung des Theaters auf dem Rathausplatz und mit der Weiterentwicklung der Hörn den Brückenschlag nach Gaarden schaffen. Langfristig ist mir wichtig, dass wir den Schlossbereich in die Innenstadt integrieren und dass wir den Alten Markt endlich umgestalten."

Susanne Gaschke (SPD):

"Unsere Innenstadt muss lebendiger werden – wer abends durch die Holstenstraße geht, fragt sich ja zwangsläufig, ob dies wirklich die Stadtmitte sein kann. Mehr Leben heißt: mehr nicht-genormter Einzelhandel, mehr Gastronomie, mehr Wohnungen im Zentrum. Wie bekommen wir das hin? An den astronomischen Ladenmieten in der City kann die Stadt nichts ändern, also müssen wir den öffentlichen Raum so attraktiv gestalten, wie es geht. Sowohl der gelungene Bootshafen als auch der wundervolle neue Schlossgarten sind Vorbilder dafür, was möglich ist. Wir brauchen einen Befreiungsschlag für den Alten Markt, der ein großartiger Platz sein könnte. Auch eine Wasserfläche zwischen Kleinem Kiel und Bootshafen wäre ein kühnes Projekt – der Realisierungswettbewerb wird zeigen, wie es konkret aussehen könnte. Eins ist klar: Nur wenn Kiel Ideen sammelt und Pläne für die Zukunft macht, werden wir unsere Stadt verbessern können. Kiel ist nicht fertig. Kiel wächst – und muss sich weiterentwickeln."

Andreas Tietze (Grüne):

"Für die Entwicklung der Innenstadt sind in meinen Augen die weitere Entwicklung des Hörn-Geländes und der Anschluss des Ostufers über Gaarden entscheidend. Der Alte Markt und das Schloss sind weitere Bereiche, wo wir aktiv werden müssen, um die Innenstadt an die Kiellinie anzubinden. Kiel kann mehr als nur Umsteigehafen für Kreuzfahrtgäste zu sein, es fehlen hafennahe Geschäfte und Restaurants zum Verweilen. Der Kiel Kanal ist ein interessanter, im Rahmen von Werkstattgesprächen entwickelter Vorschlag zur Aufwertung der Innenstadt. Trotzdem ist stetig zu hinterfragen, ob das Projekt mit städtischen Mitteln realisiert werden kann. Wir müssen Konkurrenzen zu anderen wichtigen Investitionsprojekten, wie den Schulen und dem Zentralbad, und dem Schuldenabbau vermeiden. Hier sehe ich noch Aufklärungsbedarf. Ich stehe für eine neue Planungskultur und bin der Auffassung, dass umstrittene Bauprojekte im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden müssen und nicht gegen sie."

Matthias Cravan (parteilos):

"Es muss damit begonnen werden, eine breit angelegte  Diskussion über eine zukunftsfähige, nachhaltige, gesamtstädtische Entwicklung zu starten, die dann auch den wichtigen Aspekt Innenstadt beinhaltet. Für eine Stadt in der Größe Kiels ist es erstrebenswert, den Einzelhandel so zu fördern, dass er sich von dem, was andere Innenstädte bieten ( Kettenläden) absetzen kann. Neben den Kaufmöglichkeiten ist es ebenfalls nötig, der Innenstadt eine Aufenthaltsqualität zu geben, die Eigenständigkeit ausstrahlt und nicht auf absurden Ideen wie dem Kiel-Kanal fußt."

Jan Barg (parteilos):

"Niemand flaniert gern durch Betonwüsten. Zu einer attraktiven Innenstadt gehören auch ansprechend gestaltete Straßen und Plätze. Zwischen Europaplatz und Altem Markt finden sich derzeit genau vier Bäume und 0 Blumen. Der anschließende Bootshafen befindet sich ebenfalls in einem mehr als tristem Zustand, grau und leblos. Einladend geht anders. Sollte dann noch der geplante Kleiner-Kiel-Kanal in derselben sterilen Wasser-Beton-Kombination umgesetzt werden, gewönne die Innenstadt praktisch nichts an Aufenthaltsqualität hinzu. Die anstehende Umgestaltung der Schloß- und Eggerstedtstraße bietet die Chance, ein bisher ebenfalls eher tristes Gebiet geschmackvoller zu gestalten. Die geplante Ansiedelung von Möbelkraft würde sich negativ auf die Innenstadtgeschäfte auswirken, da nun doch keine Begrenzung „zentrenrelevanter Randsortimente“ mehr erfolgen soll. Auch deshalb also: Nein zu Möbelkraft!"

Die Landeshauptstadt Kiel wurde seit 1950 von neun Oberbürgermeistern geleitet. Zweimal schaffte es eine Frau an die Spitze des Rathauses: Angelika Volquartz (2009 bis 2012) und Susanne Gaschke (2012 bis 2013). Bis auf Angelika Volquartz (CDU) waren alle anderen Oberbürgermeister in der SPD verankert. Hier eine Übersicht.

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Welche Fragen bewegen Sie noch?

Noch bis zum Ende des Monats sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, dazu aufgerufen, den fünf Kandidaten zur OB-Wahl am 28. Oktober auf den Zahn zu fühlen. Schicken Sie uns ihre Frage an Kieler Nachrichten, Lokalredaktion, Fleethörn 1-7, 24103 Kiel. Oder schicken Sie uns eine E-Mail: lok.red@kieler-nachrichten.de, Stichwort OB-Wahl.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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