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Flüchtlinge ziehen Mitte Dezember ein

Wehrbereichskommando Küste Flüchtlinge ziehen Mitte Dezember ein

Das Innenministerium hat erste Details über die geplante Erstaufnahmeeinrichtung im Gebäude des ehemaligen Wehrbereichskommando Küste (WBK) am Niemannsweg 222 an der Kieler Förde vorgestellt. Insgesamt sollen dort 830 Plätze für Flüchtlinge entstehen. Das Grundstück wurde am Dienstag komplett eingezäunt.

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Die Vorbereitungen für die Erstaufnahme im Gebäude des ehemaligen Wehrbereichskommandos Küste laufen. Erstmals wurde das Gelände jetzt komplett eingezäunt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. „Wir stehen mit der Stadt Kiel in intensiven Gesprächen und hoffen auf eine zeitnahe Umsetzung“, sagte Innenminister Stefan Studt. Der Standort sei aufgrund der baulichen Voraussetzungen und der vorhandenen Infrastruktur als Erstaufnahmeeinrichtung sehr geeignet.

 „Wir stellen uns auch dieser neuen Aufgabe. Gemeinsam mit dem Land und den Ortsbeiräten werden wir die Bürger umfassend informieren. Kiel hat bewiesen, dass es sich auf eine gute Willkommenskultur versteht“, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer. Die Stadt sei sich ihrer Verantwortung bewusst, die hier Schutz suchenden Flüchtlinge gut aufzunehmen. Es sei richtig, dass das Land überall in Schleswig-Holstein weitere Erstaufnahmeeinrichtungen schaffe. Das erleichtere auch die Arbeit der Kommunen. Die Ortsbeiräte in der Wik und in Düsternbrook seien vorab informiert worden.

 Das Land plant, den Standort in zwei Stufen zu entwickeln. Zunächst soll das bestehende Gebäude zur Erstaufnahmeeinrichtung mit einer Kapazität von 580 Plätzen ausgebaut werden. Die ersten Flüchtlinge können bereits am 15. Dezember einziehen. Ab Januar 2016 sollen 250 Containerplätze hinzukommen. Für Studt ist schnelles Handeln wichtig: „Der Zugang an Flüchtlingen im Land ist unverändert hoch. Wir brauchen jeden Platz, damit die Menschen ein Dach über dem Kopf haben.“

 Kritik an dem Standort kommt von Jürgen Engel (Grüne). Der Vorsitzende des Ortsbeirates Wik weiß seit einer Woche von den Plänen. „Aus meiner Sicht ist die Entscheidung falsch und zeigt, dass ohne genaue Kenntnisse der Situation vor Ort über die Köpfe aller am grünen Tisch entschieden wird“, erklärte er. Der Ortsbeirat fordere schon länger, freie Kasernengebäude als günstigen Wohnraum für Studenten, Menschen mit geringem Einkommen, Ateliers oder kleine Betriebe zu nutzen und das Quartier zu einem kreativen Viertel zu entwickeln. Ulrike Pollakowski (SPD), Mitglied im Ortsbeirat Wik und in der Initiative „Willkommenskultur in der Wik“, ist überrascht worden. „Die Möglichkeit stand zwar latent im Hintergrund, aber uns wurde immer gesagt, dass das die äußerste Lösung wäre“, sagte sie. Sie hofft nun auf Unterstützung aus Düsternbrook, denn „sonst kriegen wir das nicht hin“.

Von Günter Schellhase und Karina Dreyer

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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