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Jährliche Hilfsaktion startet wieder

„Weihnachten im Schuhkarton“ Jährliche Hilfsaktion startet wieder

„Weihnachten im Schuhkarton“, die weltweite Hilfsaktion für benachteiligte Kinder, findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Auch in Kiel und Umgebung gibt es Geschäfte, Kirchenbüros oder Privatleute, die die Päckchen zurzeit annehmen und für die Verteilung weiterleiten. Noch bis 15. November kann jeder mitmachen, der einem benachteiligten Kind eine Freude machen möchte.

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Freude am Packen von Schuhkartons für benachteiligte Kinder haben Meret (16), Maren, Gesa (13) und Oliver Bunge (von links) aus Kiel. Die Familie hat Sachen für fünf- bis neunjährige Mädchen ausgesucht.

Quelle: Karin Jordt

Kiel. Die Idee ist simpel: Ein Standard-Schuhkarton wird mit buntem Papier beklebt und mit Überraschungen für einen Jungen oder ein Mädchen in Not im Alter von zwei bis vier, fünf bis neun oder zehn bis 14 Jahren gefüllt: Spielsachen, ein Kuscheltier, Malbücher, Schul- und Bastelmaterial, Bekleidung, Sport- und Badesachen, Schokolade ohne stückige Füllung, haltbare Süßigkeiten ohne Gelatine und Hygieneartikel sind eine bewährte Mischung – gern auch mit persönlichen Grüßen und einem Foto der Absender. Nicht eingepackt werden dürfen verderbliche oder zerbrechliche Sachen, Flüssigkeiten, Kriegsspielzeug, Literatur oder Medikamente. Dann werden die Kartons mit einfachen Gummibändern verschlossen, damit sie für Kontrollen geöffnet werden können. Nur neue Waren dürfen verschenkt werden, um den Empfängern Wertschätzung und Respekt zu zeigen und keine Einfuhrregeln zu verletzen.

 Maren und Oliver Bunge aus Kiel machen mit ihren Töchtern Meret (16) und Gesa (13) nicht zum ersten Mal bei der Aktion mit. „Weil Weihnachten nicht nur Gerede ist, sondern ein Fest der Liebe“, wie der Familienvater findet. Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ habe sich seit Jahren bewährt und bringe Hilfe direkt zu Kindern. „Haarspangen, Haargummis und Naschis mag ich selbst auch“, sagt Gesa, die gezielt für fünf- bis neunjährige Mädchen eingekauft hat: Bunte Socken, Schulhefte, Malstifte, Süßigkeiten, Zahnbürsten und Zahnpasta. „Geschenke zu kaufen macht Spaß“, strahlt sie.

 Zu den ehrenamtlich Aktiven, die nicht nur bunte Kartons packen, sondern sie auch annehmen, gehört seit sechs Jahren Ulrike Kruse aus Schilksee, deren ganze Familie begeistert mitmacht. Auch viele Prominente unterstützen die Aktion, etwa der Schauspieler Samuel Koch, der seit seinem Unfall in der Fernsehsendung „Wetten dass...?“ querschnittsgelähmt ist: „Ich möchte jeden ermutigen, kreativ zu sein und etwas in einen Schuhkarton zu packen“, betont der 28-Jährige. „Und damit einem Kind nicht nur ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, sondern vielleicht auch die ursprüngliche Botschaft von Weihnachten zu übermitteln.“

 „Jeder Schuhkarton ist ein Zeichen der Hoffnung“, sagt Irmhild Bärend. Die Berliner Journalistin war Chefredakteurin der christlichen Zeitschrift „Entscheidung“, als sie 1995 bei einem Besuch in den USA die weltweit größte Geschenkaktion „Operation Christmas Child“ kennenlernte und darüber 1996 in Deutschland berichtete. „Daraufhin kamen 1600 gefüllte Schuhkartons in mein Berliner Büro“, erzählt die Autorin, die seit einem Unfall im Jahr 2004 querschnittsgelähmt ist. „Wir waren darauf gar nicht vorbereitet. Über die ganzen logistischen Konsequenzen hatte ich mir gar keine Gedanken gemacht.“ Mit etlichen Helfern sah sie damals alle Kartons durch. „Leider war auch viel Unbrauchbares und Abgenutztes dabei, weil wir zu wenig Vorgaben gemacht hatten; das ist heute natürlich anders.“ Den Namen „Operation Christmas Child“ fand die promovierte Germanistin zu sperrig für Deutschland. So nannte sie die Aktion prägnant „Weihnachten im Schuhkarton“.

 Bis zum 15. November wird nun wieder gesammelt. Annahmestellen in Kiel sind: Apostel-Kirchengemeinde, Eckernförder Straße 61 (Montag und Freitag, 10 bis 11 Uhr und Mittwoch, 17 bis 18 Uhr); Ulrike Kruse, Schilksee, Skipperweg 4; Restaurant Vapiano, Kaistraße 51 (bis 7. November, während der Geschäftszeiten); in Altenholz: Peter Tischer, Apotheke, Erdbeerfeld 8; Dänischenhagen, Apotheke, Scharnhagener Straße 6; Flintbek, Eider-Apotheke, Rosenberg 22; Preetz, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, Schwentinestraße 3 (bis 15.11., mittwochs und freitags, 15 bis 17 Uhr).

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