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Vor dem Rathaus ist schon Advent

Weihnachtsmarkt-Eröffnung Vor dem Rathaus ist schon Advent

Der Herr Bürgermeister müsste eigentlich total nervös sein. Mehr als zwei Wochen Arbeit sind ins Land gegangen, bis sein Weihnachtsdorf auf 3000 Quadratmetern stand – 45 große und kleine Buden, 1500 Meter Leuchtgirlanden, fünf Kilometer Kabel, 750 Tannen.

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Für einen Glanzpunkt in dunkler Jahreszeit soll das Weihnachtsdorf auf dem Rathausplatz sorgen. Für das Lichtermeer wurden insgesamt fünf Kilometer Kabel verlegt, die unter anderem mehr als 100 000 LED-Lämpchen mit Strom versorgen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Vorstadt. Doch die Premiere auf dem Rathausplatz bringt den Markt-Mitveranstalter Thomas Schütte am Montagabend nicht aus der Ruhe: „Ich bin mir sicher: Das wird ein Erfolg. Und davon wird letztlich die ganze Stadt profitieren.“ Damit das auch so kommt, hat der frühere Geschäftsführer von Circus Roncalli sein neues Kieler Weihnachtsdorf regelrecht inszeniert. Zum Beispiel durch einen stilistisch gewagten Spagat zwischen alpenländischer (Schank-)Hüttenromantik und kleineren Buden im Skandinavienlook, die mehr als 100000 LED-Lämpchen in mildes Licht tauchen. Ein bisschen Roncalli-Inszenierung durchweht das Dorf auch in Form eines zirzensischen Hinguckers. Drei Mal täglich (um 16, 18 und 19.30 Uhr) ziehen sechs Rentiere eine Mini-Kogge mit dem Weihnachtswichtel Kilian darin auf einem Stahlseil fast 40 Meter hoch Richtung Rathausturm.

Die den Kindern dabei erzählte Geschichte, warum der Wichtel statt mit Schlitten gezwungenermaßen per Schiff seine Geschenke verteilt, kommt zwar vom Band. „Aber der Drahtseilakt ist echt“, versichert Kilian, der eigentlich Julien Bügler heißt, einer alten Hochseilartisten-Dynastie entstammt und sich unter anderem als Stuntman für TV-Produktionen wie „Cobra 11“ aus brennenden Häusern oder vor rasende Autos stürzt. Details zum Trick mit der luftigen Rathausturm-Tour mag der Artist in sechster Generation, der die Kogge in elfwöchiger Arbeit selbst zimmerte, zwar nicht verraten („fährt nur mit Wind und Feenstaub“). Aber wetterfest ist seine Nummer offenbar: „Ich fahre da selbst bei Sturm und Eis hoch, muss ich halt mehr Feenstaub ausstreuen.“

"Wie in einer großen Familie"

Eventuellen Wintereinbrüchen trotzen würde auch eine original mongolische Jurte, in der der Verein „Waldsamkeit“ aus Marburg (Hessen) nicht nur Tee und Eintopf aus dem zentralasiatischen Steppenland anbietet. Für zusätzliche Behaglichkeit soll in dem kreisrunden Zelt voller Teppiche und Felle außer einem bollernden Holzofen in der Mitte auch geistig Erwärmendes sorgen. „Jeweils um 16.30 Uhr lesen wir unseren kleinen Gästen Geschichten vor. So ähnlich wie in einer großen Familie“, berichtet Vereins-Mitgründerin und Erlebnispädagogin Isabel Schauss. Zusätzlich soll es dienstags ab 19 Uhr auch für Erwachsene eine Vorleseangebot mit „Texten zum Nachdenken“ geben.

Kiel-Premiere haben auch Flicka, Halla, Attila oder Salomé, die zu gedämpfter Musik geduldig ihre Runden drehen. Das machen sie schon seit etwa 1905, als Kunsthandwerker die Holzpferde mit den schönen Namen schnitzten, und sie gemeinsam mit venezianischen Gondeln und Schaukelschiffen auf ein mit Blattgold und Gemälden verziertes Karussell montierten. Dessen Eigentümer Toni Schleifer aus dem rheinischen Zülpich mag es gerne nostalgisch. Mit Zylinder und dem schwarzen Jackett aus alten Zeiten verkauft er in der kleinen Kabine die Fahrscheine und freut sich über das fast andächtige Karussell-Vergnügen der Kinder.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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