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Neustart am Traditionsstandort

Weihnachtsmarkt Neustart am Traditionsstandort

Weihnachtsmarkt-Fans werden sich in nicht mehr ganz drei Wochen die Augen reiben. Mit Hilfe einer Veranstaltungsagentur haben Stadt und Händler mit viel Geld ein komplett neues Konzept für Holsten- und Asmus-Bremer-Platz entwickelt, um dem städtischen Weihnachtsmarkt wieder Glanz zu verleihen.

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Die ersten neuen Hütten entstehen bereits auf dem Asmus-Bremer-Platz. Kim Patrick Jensen (18) befestigt die Dachfolie, Kollege Oliver Siemen (43) sichert ihn auf der Leiter.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Sogar ein neues Wahrzeichen soll die insgesamt rund 110 neuen und einheitlich gestalteten Giebeldach-Holzstände überstrahlen: eine 12,50 Meter hohe, vierstöckige Erzgebirgs-Weihnachtspyramide mit Engeln, Christkind und Heiligen drei Königen, die sich ebenso wie die kleineren Originale im Kreis drehen. Der Stifter der handgefertigten Monumental-Pyramide, Manfred Jipp, hat für den Blickfang an seinen Imbiss-Ständen auf dem Asmus-Bremer-Platz tief in die Tasche gegriffen. Wie tief genau, will er zwar nicht verraten. Aber ein „mittlerer sechsstelliger Betrag“ sei es schon gewesen. Das Motiv dafür: „Kiel ist meine Geburts- und Heimatstadt. Hier hat mein Vater den Weihnachtsmarkt mit aufgebaut. Jetzt wollte ich hier eine Attraktion schaffen, auch um damit den Neuanfang deutlich zu machen.“

Erheblichen Anteil an diesem Neustart hat auch Finn Jensen, Chef und Eigentümer von „Markt Macher“. Die Grundidee seines mit Händlern und Stadt gemeinsam entwickelten Konzeptes: Weihnachtsmärkte brauchen nicht nur attraktive Stände, heimelige Beleuchtung oder flexible Möglichkeiten zum Bummeln, sondern auch eine Mitte.

Ein solches Zentrum mitten auf dem Holstenplatz bildet ein rund 620 Quadratmeter großer „Weihnachts-Dorfplatz“. Das leicht erhöhte riesige Holzpodest (ist durch eine seitliche Rampe auch für Rollstuhlfahrer erreichbar) umschließt die sechs großen Bäume an dieser Stelle. Um sie herum gruppieren sich Glühwein- oder Imbissstände. Darüber soll ein „Licht-Baldachin“ mit hunderten LED-Lämpchen an langen Schnüren einen Sternenhimmel imitieren.

Etwa ein Jahr lang feilte Jensen mit Stadt und Händlern an seinem Kieler Weihnachtsmarkt-Konzept, das der ehemalige Flensburger Stadtmarketing-Chef sogar als „revolutionär“ einstuft. Nehme man alle Investitionen von Händlern, Stadt und seiner Firma zusammen, seien für die Umsetzung rund 2,5 Millionen Euro bewegt worden.

Trotz der vielen Neuerungen bleibt die Stadt als Veranstalter allerdings einer Tradition treu. Bei der Eröffnungsfeier am Montag, 27. November, um 18 Uhr spendiert sie den ersten 150 Besuchern wie gewohnt einen (gefüllten) Becher Punsch.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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