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Segeljacht "A" dockte in Kiel aus

Wende-Manöver Segeljacht "A" dockte in Kiel aus

Die Segeljacht "A" ist am Freitag für ein Wende-Manöver erneut in Kiel ausgedockt worden. Seit Donnerstagmorgen wurde das Fluten von Dock 8 vorbereitet. Gegen Mittag verließ die knapp 143 Meter lange Jacht kurzzeitig ihren Liegeplatz.

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Die Segeljacht "A" wurde am Freitag in Kiel ausgedockt.

Quelle: Niklas Wieczorek

Kiel. Wer sich heute eine Megajacht bauen lassen will, der hat zwei Möglichkeiten. Die eine Variante ist eine Werft, die Standardtypen anbietet – ähnlich wie beim Automobilbau gibt es inzwischen Werften, die Luxuschiffe von der Stange bauen. Wer aber ein Schiff der Extraklasse haben will, der braucht Geduld, ganz viel Geld und ein Faible für ausgefallene Formen. Andrej Melnitschenko hat alles.

Dass er ein Fan ungewöhnlicher Schiffsformen ist, bewies Melnitschenko bereits, als er zwischen 2005 und 2008 bei HDW Gaarden die Motorjacht „A“ bauen ließ. 118 Meter lang ist der Rumpf, der mit einem ausgefallenen Vorschiff und einem Aufbau wie ein U-Bootturm beeindruckt. Lange war die „A“ der Hingucker an den Küsten von Singapur bis Island. Der ausgefallene Bug wurde schnell kopiert. Senkrechter Steven und verglaste Aufbauten sind heute fast Standard. Bereits drei Jahre nach der Indienststellung der „A“ sickerte durch, dass Andrej Melnitschenko den Wunsch nach einer größeren und noch ausgefalleneren Jacht haben soll.

Die "A" zeigte sich am Freitag nach langer Zeit erstmals wieder auf dem Wasser.

Quelle: Niklas Wieczorek

Wie bei dem ersten Schiff war der französische Stararchitekt Philippe-Patrick Starck mit von der Partie. Er ist einer der bekanntesten Vertreter des „Neuen Designs“. Seine Entwürfe von dem Dreimaster setzten sich durch. Der russische Auftraggeber machte Nägel mit Köpfen. Zu seinem 40. Geburtstag am 8. März 2012 wurden in Kiel die Schneidbrenner für die Stahlplatten angeworfen. Der Neubau 787 nahm schnell Formen an. Das 142,8 Meter lange und 24,8 Meter breite Schiff wurde von einem internationalen Team aus Experten betreut und gebaut. Als Werft für die Umsetzung suchte sich das Team die zur Nobiskrug-Gruppe gehörende German Naval Yards in Kiel aus. Um die Herkunft des Auftrags zu verschleiern, wurde der Name „White Pearl“ gestreut.

Optisch ist die Jacht zwar ein Segelschiff. Der Rumpf entspricht aber ganz einem großen Kreuzfahrtschiff oder einer Fregatte. Wulstbug, zwei Propellerwellen und zwei starke Hauptmaschinen der Firma MTU mit jeweils 20 Zylindern und mehr als 7000 Kilowatt sorgen für Bewegung. Ähnliche Maschinen hat auch die neue deutsche Fregattenklasse 125. An den 90 Meter hohen Masten können drei Segel mit einer Segelfläche von insgesamt 4500 Quadratmetern an einem speziellen Rigg auf Knopfdruck emporgezogen werden – das ist mehr als doppelt soviel Fläche wie bei der „Gorch Fock“. Die Masten hat die britische Firma Magma Structures in Portsmouth aus Kohlefaser gebaut. Das Rigg mit den Segeln und der automatisierten Technik zum Setzen der Segel entwickelte die Amsterdamer Firma Dykstra Naval Architects.

Einige Schaulustige beobachteten das Ausdocken der "A" in Kiel.

Quelle: Frank Behling

Nach drei Jahren Bauzeit wurde es im September 2015 erstmals ernst. Die „White Pearl“ verließ das Dock und startete die Erprobung der Maschinenanlage. Von Mitte September bis Anfang Oktober 2015 absolvierte das Schiff die Probefahrten. Dabei gab es die nächste Überraschung. Als Andrej Melnitschenko davon erfuhr, dass sein neues Schiff inzwischen unter dem Namen „White Pearl“ weltbekannt geworden war, ließ er alle Medien anschreiben und darauf hinweisen, dass sein Schiff „Sailing Yacht A“ heißt.

Nach den Probefahrten begann im Oktober 2015 die Phase des Feinschliffs. Der komplette Rumpf wurde eingerüstet und bekam eine Hochglanzbeschichtung. Monate wurde gespachtelt und poliert. Nun ist diese Arbeit getan und die „Sailing Yacht A“ kann in die Endphase starten. Ziel ist es, den Neubau zum 8. März 2017, dem 45. Geburtstag des Eigners, abzuliefern. Damit das klappt, wird Anfang Oktober die zweite Serie der Seeerprobung starten. Dafür hat der Eigner extra internationale Segelexperten angeheuert.

Optisch ist die Jacht zwar ein Segelschiff. Der Rumpf entspricht aber ganz einem großen Kreuzfahrtschiff oder einer Fregatte. Wulstbug, zwei Propellerwellen und zwei starke Hauptmaschinen der Firma MTU mit jeweils 20 Zylindern und mehr als 7000 Kilowatt sorgen für Bewegung. Ähnliche Maschinen hat auch die neue deutsche Fregattenklasse 125. An den 90 Meter hohen Masten können drei Segel mit einer Segelfläche von insgesamt 4500 Quadratmetern an einem speziellen Rigg auf Knopfdruck emporgezogen werden – das ist mehr als doppelt soviel Fläche wie bei der „Gorch Fock“. Die Masten hat die britische Firma Magma Structures in Portsmouth aus Kohlefaser gebaut. Das Rigg mit den Segeln und der automatisierten Technik zum Setzen der Segel entwickelte die Amsterdamer Firma Dykstra Naval Architects.

Nach drei Jahren Bauzeit wurde es im September 2015 erstmals ernst. Die „White Pearl“ verließ das Dock und startete die Erprobung der Maschinenanlage. Von Mitte September bis Anfang Oktober 2015 absolvierte das Schiff die Probefahrten. Dabei gab es die nächste Überraschung. Als Andrej Melnitschenko davon erfuhr, dass sein neues Schiff inzwischen unter dem Namen „White Pearl“ weltbekannt geworden war, ließ er alle Medien anschreiben und darauf hinweisen, dass sein Schiff „Sailing Yacht A“ heißt.

Nach dem Wende-Manöver ging es zurück ins Dock.

Quelle: Niklas Wieczorek

Nach den Probefahrten begann im Oktober 2015 die Phase des Feinschliffs. Der komplette Rumpf wurde eingerüstet und bekam eine Hochglanzbeschichtung. Monate wurde gespachtelt und poliert. Nun ist diese Arbeit getan und die „Sailing Yacht A“ kann in die Endphase starten. Ziel ist es, den Neubau zum 8. März 2017, dem 45. Geburtstag des Eigners, abzuliefern. Damit das klappt, wird Anfang Oktober die zweite Serie der Seeerprobung starten. Dafür hat der Eigner extra internationale Segelexperten angeheuert.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Wie sich die Bilder doch ändern. 2006 wurden in Kiel neben U-Booten und Jachten noch Doppelhüllentanker und Containerschiffe gebaut. Die Werften hatten einen ausgewogenen Kunden- und Produktmix. Doch dann kam das Jahr 2008. Die Auswirkungen der Schifffahrtskrise sind bis heute zu spüren.

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