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Wettbewerb für Neubau geplant

Berliner Platz Kiel Wettbewerb für Neubau geplant

Dem Berliner Platz steht ein einschneidender Wandel bevor. Das dort derzeit noch von Woolworth genutzte Gebäude soll abgerissen werden und einem Neubau weichen.

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Das 22 Jahre alte Woolworth-Gebäude prägt das Stadtbild am Berliner Platz. Dennoch soll es abgerissen werden.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Diesen will laut Insiderangaben der Textil-Großfilialist Primark als Domizil nutzen (wir berichteten). Doch die Neubaupläne sind umstritten. Der Beirat für Stadtgestaltung fordert eine Nachbesserung, der Bund Deutscher Architekten (BDA) sogar den Erhalt des alten Gebäudes – oder zumindest einen offenen Architektenwettbewerb, falls ein Neubau unumgänglich sein sollte.

 Einen solchen Wettbewerb hatte die Stadt 1991 vor dem Bau des Woolworth-Hauses auch schon gefordert. Der daraufhin umgesetzte Siegerentwurf des Wettbewerbs erfüllt aus Sicht des BDA nach wie vor die architektonischen wie stadtgestalterischen Anforderungen. Zudem sei das Gebäude prägend für das Stadtbild geworden und somit erhaltenswert, heißt es in einem offenen Brief des BDA-Vorsitzenden für die Region Kiel, Christian Schmieder, an Bürgermeister Peter Todeskino: „Ein Gebäude von unbestreitbarer Qualität nach nur 22 Jahren abzureißen, ist fragwürdig, nicht nur, wenn man sich als Klimaschutzstadt profilieren möchte.“

 Wenn es aber unumgänglich sein sollte, das Gebäude durch ein neues zu ersetzen, müsse dieses wenigstens den architektonischen Standard des vorhandenen Woolworth-Gebäudes erreichen. Denn an diesem „sensiblen Ort“ sei nicht nur eine „hübsche Fassade“ erforderlich, sondern eine qualitätvolle Architektur – vor allem mit Blick auf den geplanten Kleinen-Kiel-Kanal.

 Doch mehr als eine „hübsche Fassade“ ist offenbar nicht drin. Die soll nun im Rahmen eines Architektenwettbewerbs gefunden werden, an dem sich sechs Büros mit ihren Entwürfen beteiligen. Einen vom BDA geforderten umfassenden Wettbewerb zum gesamten Gebäude kann Todeskino offenbar nicht durchsetzen: „Dafür sind unsere Möglichkeiten als Stadt gegenüber privaten Grundstückseigentümern und Investoren zu begrenzt.“ Trotzdem sieht sich Todeskino vom Brief des BDA in seiner Absicht „bestärkt“, durch den Fassadenwettbewerb ein „anständiges Gebäude“ am Berliner Platz hinzubekommen.

 Das glaubt auch Andrej Pomtow, Vorstandsmitglied von Fokus Development. Das Unternehmen mit Sitz in Duisburg steuert als Projektentwickler die Aktivitäten zum Neubau samt seiner Planungsvorbereitungen. Für welchen späteren Nutzer, will Pomtow nach wie vor nicht sagen. Bestätigen könne er nur, dass man sich mit der Stadt über den Fassadenwettbewerb geeinigt habe. Über Größe und Gestaltung des Gebäudes mochte Pomtow ebenfalls nicht sprechen. „Aber ein gewisses Volumen hat es schon“. Das sei auch nötig, um den Anforderungen eines modernen Einzelhandels zu genügen. Diese Voraussetzungen erfülle das Woolworth-Gebäude nicht.

 Trotz des eigentlich nicht vorgesehenen Fassadenwettbewerbs sei man nach wie vor im Zeitplan. Noch vor der Kieler Woche sollen die endgültigen Pläne vorgestellt, unmittelbar danach mit dem Abriss des alten und dem Bau des neuen Gebäudes begonnen werden. Dieser werde etwa 20 Monate in Anspruch nehmen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Am 1. Juli möchte Woolworth am neuen Standort in der Holstenstraße 17 eröffnen. Bis Anfang des Jahres wurde das Gebäude von der Buchhandlung Thalia genutzt.

Für Woolworth sind die Tage am alten Standort zwar gezählt, in der Nähe ist aber schon ein neuer in Sicht. Das Kaufhaus am Berliner Platz schließt am 24. Juni, bereits am 1. Juli geht es in der Holstenstraße 17 wieder weiter.

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