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White Night, die Leichtigkeit des Seins

Holtenauer Straße White Night, die Leichtigkeit des Seins

Es ist dieses Flair, das der „White Night“ in der Holtenauer Straße ein bisschen Leichtigkeit verleiht. Vom Wetter bis ins kleinste Detail hinein war an diesem Abend auch wirklich alles stimmig.

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Roy Black hätte seine helle Freude gehabt: Die Holtenauer Straße gab sich ganz in Weiß, wie hier an der Ansgarkirche.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Die „White Night“ in der Holtenauer Straße begann offiziell erst um 18 Uhr, doch hellte sie auch schon den Tag auf. Etwa in Bijan Azadegans Boutique Oggi. Der Designer, der seit mehr als 30 Jahren eine anziehende Wirkung auf Frauen ausübt, hatte zu dieser speziellen Nacht ein Fashion-Shooting organisiert und damit enorme Resonanz erzielt. 48 Reservierungen für Schminken, Frisieren, Anziehen und Foto-Session – mehr ging beim besten Willen nicht. Konsequenz: Im Dezember will Azadegan die Gemeinschaftsaktion mit den Styling- und Fotografie-Profis von „Beauty Stage“ aus Kiel wiederholen. „Als Weihnachtsgeschenk für meine treuen Kundinnen.“

 Ob es eine weiße Weihnacht wird, das weiß man nicht. Ganz ohne Zweifel war jedoch am Freitag die Holtenauer Straße eindrucksvoll weiß – und eindrucksvoll besucht. Gab es des launischen Wetters wegen Befürchtungen, dass es womöglich an weißen Regenschirmen fehlen könnte, so zeigte sich der Himmel umso freundlicher, je näher es an den Abend ging.

 Fast lau die Luft, fast blau der Himmel: Die inzwischen vierte „White Night“ knüpfte an ihre Schönwettertradition an und lockte viele hundert entsprechend gelaunte Besucherinnen und Besucher. „Ich fühl’ mich heute weiß Gott weiß“, kalauerte Jochen Halbe, der entsprechend gekleidet im Kreis von Freunden vorm Schuhhaus Look saß. Und alle hatten sie etwas fürs Picknick am Straßenrand mitgebracht. Und ganz ähnlich sah auf weiten Teilen der Holtenauer Straße aus. Besonders hübsch anzuschauen vor dem Heiligengeist-Gemeindezentrum, wo es sich eine große Menge von Weißen gemütlich machte. Und auch an der Tanzschule Gemind, die teilweise sogar Plätze auf dem grünen Rasen parat hatte und damit das Picknick-Idyll perfekt machte.

 Erstmals dabei war mit weißem Stehtisch und weißem Freiluft-Tresen der Gastronom Erik Währum, der im Februar in der Holtenauer Straße 59 seine Bar eröffnet hatte. „Ehrensache, dass man da mitmacht“, grinste er. Schließlich heißt seine Bar „Moralist“, und kaum eine Name passt wohl besser zur Farbe Weiß. Ein bisschen weiter unten vorm Restaurant „Nil“ standen Iris Kaste und ihre Freundin Geesche Kordts. „Ich find’s einfach toll“, schwärmte die eine. Und die andere entzückte sich: „Allein dieses Flair, das verleiht allem ein bisschen Leichtigkeit.“

 Und so freuten sich die Menschen und gaben sich gelassen dieser gut erträglichen Leichtigkeit des Seins hin. Bis ins Detail hinein wirkten sie dabei auch selbst darauf hin, dass alles wirklich stimmig war: Vor dem Trödelladen hatte jemand sogar den Abfallkorb mit einem weißen Tischtuch verhüllt.

 Unterdessen wurde bei Bijan Azadegans auch am späteren Abend noch heftig geschminkt und fotografiert. So groß war der Trubel, dass ein anderes Highlight des Tages fast schon vergessen war. Zwischendurch war im Oggi auch die vielleicht nächste Kieler „Shopping-Queen“ in der Boutique, um passende Textilien zum noch geheimen Motto des TV-Mode-Wettbewerbs zu erstehen.

 Trotz allem gilt auch für die weiße Nacht: Nichts ist so schön, als dass sich nicht auch etwas Kritikwürdiges finden ließe. Immer wieder bedauert wurde, dass die die Holtenauer Straße nicht für den Autoverkehr gesperrt wurde. Und dann gibt es noch Leute, die mit dem vielen Weiß rein gar nichts anfangen könnte. Von einer „Snob-Veranstaltung“ sprach abschätzig eine junge Frau, hakte sich bei ihrer Tante unter und steuerte einen Sekt-Stand an. Ein bisschen Snob sind wir halt alle.

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