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White Pearl hat Probefahrt begonnen

Größtes Segelschiff der Welt White Pearl hat Probefahrt begonnen

Kurz vor 8 Uhr war es am Montagmorgen für die „White Pearl“ soweit: Nach fast vier Jahren Bauzeit hat das größte Segelschiff der Welt im Kieler Hafen seine Bauwerft erstmals aus eigener Kraft verlassen. Begleitet wurde es von den Schleppern „Falckenstein“, „Kitzeberg“ und „Robbe“. Sie eskortierten den Neubau von der Werft auf die Förde bis zum Marinestützpunkt.

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Die „Perle“ in schönstem Septemberlicht: Am Montag ging die Megajacht „White Pearl“ auf Fahrt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Auf der Kiellinie geriet der Autoverkehr ins Stocken, Fahrradfahrer hielten an und auf dem Wasser gab es mehrere Ehrenrunden von Sportbooten: Die Wasserschutzpolizei hatte jedenfalls gut zu tun, um für den Wendekreis der „White Pearl“ genügend Freiraum zu schaffen. Auf der Kieler Förde ist das weltgrößte Segelschiff unterwegs. Das 135 Meter lange Vollschiff „Royal Clipper“ ist seit Montag durch die 143 Meter lange „White Pearl“ übertrumpft worden.

Montag kurz vor 8 Uhr war es soweit. Ganz vorsichtig zogen die Schlepper „Falckenstein“, „Kitzeberg“ und „Robbe“ das elegante Luxusschiff aus dem Baudock 8a der Kieler Werft German Naval Yards. Auf der Reede vor dem Marinestützpunkte verabschiedeten sich die drei Schlepper. Den ganzen Tag über erfolgten Tests mit den beiden Maschinen.

Kurz vor 8 Uhr war es am Montagmorgen für die „White Pearl“ soweit: Nach fast vier Jahren Bauzeit hat das größte Segelschiff der Welt im Kieler Hafen seine Bauwerft erstmals aus eigener Kraft verlassen. Begleitet wurde es von den Schleppern „Falckenstein“, „Kitzeberg“ und „Robbe“. Sie eskortierten den Neubau von der Werft auf die Förde bis zum Marinestützpunkt.

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Acht Stunden dauerten die Probeläufe. In den kommenden Tagen werden weitere folgen. Dabei geht es vor allem um die Maschinen. Wann die Segel gesetzt werden, ist offen. Angaben zum weiterer Testverlauf werden nicht gemacht. Die Erprobung könnte noch mehrere Monate dauern. Bekannt wurde nur, dass vor der Ablieferung der Rumpf noch einen neuen Anstrich erhalten soll. Der 143 Meter lange und 25 Meter breite Rumpf wurde nach der Montage im Baudock ein Jahr lang mit einer speziellen Kunststoffschicht überzogen, die alle Schweißnähte und Unebenheiten eines Stahlrumpfes verdeckt. Diese Beschichtung ist jedoch sehr empfindlich gegen Beschädigungen. Deshalb wird das Schiff stets von Schleppern an den Liegeplatz gebracht. Spezielle Fender sorgen dafür, dass keine Kratzer in den Lack kommen.

Für die Versorgung der Jacht soll der Eigner auch noch ein spezielles Versorgungsschiff geordert haben. Da die „White Pearl“ nur selten in einen Hafen einlaufen wird, muss sie auf See versorgt werden. Für diesen Zweck gibt es inzwischen zahlreiche Spezialschiffe. Die niederländische Werft Damen baut diese Versorger. Im Juli wurde ein 69 Meter langer Tender für eine neue nicht genannte Megajacht bestellt. Der neue Tender soll Hubschrauberhangar und Landeplatz haben. Den braucht er auch. Wegen ihrer Masten und Taklelage hat die „White Pearl“ selbst keinen Hubschrauberlandeplatz. Der jetzt in den Niederlanden georderte Jachttender hat nicht nur ein Landedeck, sondern auch einen großen Hangar für die Unterbringung von Bordhubschraubern. Ablieferung wird im kommenden Frühjahr sein. Dann soll auch die „White Pearl“ fertig sein.

Der Name „White Pearl“ gilt aber nur für die Erprobung. Für diesen Zweck wurde das Schiff mit der Baunummer 787 ganz offiziell im Kieler Schiffsregister eingetragen. Deshalb führt die Jacht am Heck auch Kiel als Heimathafen. Nach der Ablieferung an den Auftraggeber Andrej Melnitschenko soll das etwa 10000 BRZ große Schiff seinen echten Namen bekommen. Das britische Online-Portal SuperYachtFan meldet, dass der Neubau „Sailing Yacht A“ heißen soll. Mit Bezug auf den Anfangsbuchstabe des Namens seiner Frau Aleksandra. 2003 bis 2008 ließ sich der russische Unternehmer in Kiel bereits die 119 Meter lange Motorjacht „A“ bauen. Diese Jacht soll danach zukünftig als „Motor Yacht A“ fahren. Zusätzlich besitzt Andrej Melnitschenko als Privatflugzeug eine Boeing 737, die ebenfalls ein großes „A“ auf dem Rumpf hat.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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