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Flüchtlinge ziehen in Marineschule ein

Wik Flüchtlinge ziehen in Marineschule ein

Mit Luftballons, Kuchen und Obst haben etwa 30 Wiker am Montag 38 Flüchtlinge in der ehemaligen Marinetechnikschule begrüßt. Damit hat die Stadt Kiel eine weitere Gemeinschaftsunterkunft eröffnet, in der bald mehr als 700 Asylsuchende leben sollen.

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Semra Basoglu von der Diakonie Altholstein begrüßte die ersten Flüchtlinge in der Marinetechnikschule in der Wik. In der vergangenen Woche haben etwa 30 freiwillige Helfer die Räume eingerichtet.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Bis zuletzt haben Freiwillige der Initiative „Willkommen in der Wik“ Betten zusammengeschraubt, Tische und Stühle gerückt. Hier leben die Flüchtlinge in direkter Nachbarschaft mit Tatort-Ermittler Klaus Borowski, dessen TV-Kommissariat auch in dem Gebäude residiert. Der nächste Tatort aus Kiel mit Axel Milberg wird dort aber erst im kommenden Jahr gedreht.

Die Räume sind groß, hell und warm. Das Gebäude A ist bereits fast fertig. „Hier können wir 200 Flüchtlinge unterbringen. Es gibt Familienzimmer und Säle für Mütter mit Kindern zum Spielen“, sagte Semra Basoglu von der Diakonie Altholstein, die die Gesamtverantwortung trägt. Die Menschen kamen gegen halb zwei in Großraumtaxen an. Basoglu begrüßte jeden Flüchtling persönlich. Der Initiativkreis hatte als Willkommensgruß Kuchen gebacken, Süßigkeiten hingestellt und Kaffee gekocht. Die Asylsuchenden aus dem Jemen, Syrien und Afghanistan machten jedoch einen erschöpften Eindruck und wollten gleich auf ihre Zimmer, um sich auszuruhen. Sie waren mit dem Zug aus Neumünster gekommen und wurden von Lotsen in die Wik begleitet. In den kommenden Tagen werden weitere Flüchtlinge erwartet.

Die Marinetechnikschule wurde 1913 gebaut und großzügig um einen weitläufigen Innenhof mit vielen alten Bäumen und Grünflächen angelegt. Die Treppenhäuser sind breit, Toiletten gibt es in jedem Stockwerk. „Wir richten noch Gemeinschaftsküchen und Duschen ein“, sagte Basoglu.

Das Gebäude B ist derzeit eingerüstet und wird umgebaut. „Hier wird alles schöner und größer. Das Haus soll Ende des Jahres fertig sein und bis zu 500 Menschen Platz bieten“, so die Verantwortliche. Die Diakonie hat die Verantwortung übernommen, weil der Christliche Verein zu wenig Personal hat, um auch diese Unterkunft zu betreuen. DRK und Awo kümmern sich um die Menschen auf dem Gelände des ehemaligen Marinefliegergeschwaders am Schusterkrug. „Noch sind wir mit vier Mitarbeitern in der Wik. Je mehr Menschen kommen, desto mehr Personal wird nach einem Schlüssel vor Ort sein“, sagte Basoglu. Ein Wachschutz soll später am Haupttor für Sicherheit sorgen.

 Nach Angaben der Stadt ist es nach wie vor sehr unwägbar, wie viele Flüchtlinge wann in Kiel ankommen und untergebracht werden müssen. „Daher bereiten wir uns auf alle Eventualitäten gut vor, damit es im Zweifel schnell gehen kann“, sagte Annette Wiese-Krukowska, Leiterin des städtischen Pressereferates. Die Verwaltung prüfe zahlreiche Gebäude im gesamten Stadtgebiet, ob sie für eine Unterbringung von Flüchtlingen geeignet sind. Darunter sei auch das Marinegebäude am Scheerhafen, das der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört. Nach Informationen unserer Zeitung könnten dort bis zu 1000 Asylsuchende untergebracht werden. „Wir wollen für den Fall weiterer Zuweisungen bestmöglich aufgestellt sein, haben aber auch immer den Stadtteil als Ganzes im Blick“, so die Stadtsprecherin. Sollten sich die Planungen konkretisieren, werde die Stadt die Öffentlichkeit und insbesondere die Bevölkerung in der Wik umgehend informieren.

Borowski jedenfalls wird sich ab März räumlich ein wenig einschränken müssen, wenn er wieder in Kiel ermittelt. „Das ist wohl aber kein Problem, denn die Produktionsfirma war sehr kooperativ und hat uns die nicht benötigten Zimmer bereitwillig abgetreten“, sagte Basoglu. Inwieweit Flüchtlinge in dem Tatort eine Rolle spielen, wird man dann sehen.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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