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Abschied von einem Traditionslokal

Wiker Post Abschied von einem Traditionslokal

Auf alten Fotografien sieht man noch alle drei Generationen hinterm Tresen stehen: 1957 kauften Erna und Walter Kelm das damalige Café Paulsen und richteten darin die „Wiker Post“ ein. Nach 58 Jahren schließt Enkelin Heidrun Blase am Dienstag den Familienbetrieb an der Holtenauer Straße 322 für immer.

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Traurig über das Ende der Wiker Post und ihres Eltenhauses ist Heidrun Blase schon. Doch die 53-Jährige feut sich auch auf eine neue Herausforderung: Noch in diesem Jahr möchte sie den Gasthof Levensau aus dem Dornröschenschlaf erwecken.

Quelle: Karina Dreyer

Wik. Schon vor Jahren verschwand die Post, die direkt gegenüberlag und der Gaststätte ihren Namen gab. Den Wikern bleiben viele Erinnerungen an rauschende Feste, Ausstellungen, Theaterfestivals, Komödien und sportive Events.

 Ein Rückblick: 1960 übernahmen Irmgard und Walter Kelm die Geschicke der Gaststätte. Oben wohnten sie mit Kind, in den unteren Räumen bewirtschafteten sie neben der Kegelbahn auch die Gaststätte und einen Saal. „Das war hier ein Anlaufpunkt, hier trafen sich alle“, erinnert Tochter Heidrun, die nach dem Tod ihres Vaters 1997 mit Ehemann Peter Blase die „Wiker Post“ führte und nun einen persönlichen Schlussstrich zog: „Man muss auch mal eine Tür schließen, um sich einer neuen Herausforderung öffnen zu können“, sagt die 53-Jährige. Sie kaufte den Gasthof Levensau, vielen auch als „Schweinsgeige“ bekannt, den sie in diesem Jahr noch aus dem Dornröschenschlaf erwecken möchte.

 Verkauft hat sie ihr Elternhaus an den Projektentwickler Norman Obermann, der derzeit Gespräche mit der Stadt führt und Ideen entwickelt, wie die Zukunft der „Wiker Post“ aussehen kann. „Die Gaststätte liegt ja an einer für den Stadtteil prägnanten Ecke, da möchten wir schauen, was der Gesamtsituation gut tut“, verspricht er. Noch sei alles unklar, eine Option sei aber auch der Abriss.

 Mit der Schließung der Gaststätte müssen sich auch zehn Kegelclubs, drei Skatvereine, die Kieler Bürger-Schützengilde von 1858 und der Rassetaubenzuchtverein Kiel und Umgebung von 1905 von ihrem Treffpunkt verabschieden. „Wir waren dort seit 1960, das war für uns eine totale Überraschung. Damit geht für uns Schützen ein Stück Zuhause verloren“, bedauert der Vorsitzende Harald Wichel. Die 70 Mitglieder haben eine neue Bleibe gefunden: Sie schießen fortan im Schützenverein Hubertus in Wellsee. Die Taubenzüchter werden sich in der Schweinsgeige treffen, ebenso wie einige Skatspieler und die Laienspieler „Die Pampelmusen“. „Wir pausieren ein Jahr und überlegen, ob auch wir in die Schweisgeige übersiedeln“, so Uwe Luecke von der Theatergruppe.

 Ortsbeiratsvorsitzender Jürgen Engel bedauert die Schließung der „Wiker Post“ und hofft, „dass dort bezahlbarer Wohnraum mit einer vernünftigen Gastronomie entsteht“, sagte er.

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