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Gorch Fock rammt Mole

Wilhelmshaven Gorch Fock rammt Mole

Peinlich, peinlich. Dieser Gedanke wird die verantwortlichen „Gorch Fock“-Offiziere seit Mittwochmorgen quälen. Beim Einlaufen in den Marinestützpunkt Wilhelmshaven rammte das Segelschulschiff vor den Augen von Passanten eine Mole. Das Ärgerliche: Ein Zuschauer filmte die Karambolage und stellte das Video in die sozialen Netzwerke.

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Die Gorch Fock hat am Mittwoch in Wilhelmshaven festgemacht.

Quelle: Ingo Wagner/dpa

Wilhelmshaven. Sekunden, bevor das Schiff gegen die Kaimauer kracht, kündigt in dem Video eine Stimme in breitem Norddeutsch an: „Festhalten – gleich rumst es!“ Der Kommentar seitens der Marine ist deutlich nüchterner: „Das ist ein Missgeschick, schon ärgerlich – aber nicht mehr“, so Achim Winkler, Pressesprecher der Kieler Marine. Von Havarie mag er nicht sprechen. Nach seinen Angaben habe der Dreimaster bei dem Einlaufmanöver mit der Backbordseite zwar die Kaimauer berührt, verletzt worden sei aber keiner. Dennoch gibt es neben dem Spott einen kleinen Schaden: „Im Bereich des Hauptdecks ist an der Außenhaut eine Delle und eine ordentliche Schramme.“ Zur Ursache konnte sich Winkler nicht konkret äußern. Fest stehe, dass der Rudergang in der Verantwortung des Kommandanten gelegen hatte, Kapitän zur See Nils Brandt. „Er hat dabei gestanden, das ist immer so. Vielleicht war er kurz abgelenkt“, mutmaßt Winkler.

Bei Facebook wurde der kurze Film oft geteilt und spöttisch kommentiert. Zu sehen ist, wie die Gorch Fock vom Kurs abkommt und mit der Steuerbordseite gegen die Mole kracht.

Heute in Wilhelmshaven

Posted by Thomas Haak on Mittwoch, 25. November 2015

Die „Gorch Fock“ war am Mittwoch von einer 90-tägigen Ausbildungsreise und knapp 5600 Seemeilen zurückgekehrt. Nach Irland, Madeira und Spanien hatte sie zuletzt Dartmouth in Südengland angesteuert. An Bord waren 226 Offiziersanwärter und Ausbilder. Zum Zeitpunkt des kleinen Malheurs sei aber definitiv nur Stammpersonal im Einsatz gewesen. Winkler: „Ich kann ausschließen, dass Kadetten, also Auszubildende, dabei waren. Die Schiffsführung hat ein Offizier übernommen und die technische Steuerung ein erfahrener Mann aus der Stammbesatzung.“

Nach dem Unfall erreichte der weiße Segler übrigens unfallfrei seinen Liegeplatz und wird am Montag ins Marinearsenal verlegt. Tröstlich: Schon zuvor war routinemäßig ein längerer Werftaufenthalt geplant, der ein halbes Jahr in Anspruch nehmen soll. Erst im Sommer wird man den stolzen Dreimaster dann wieder in Kiel zu Gesicht kriegen. Wahrscheinlich mit frischem Anstrich und mit Sicherheit ohne Beulen und Schrammen.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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